Erweiterte Funktionen
Trotz Gewinnmitnahmen: Anleger müssen nicht in die Defensive gehen
04.02.20 11:45
Alte Leipziger Trust
Oberursel (www.anleihencheck.de) - Risikoreiche Asset-Klassen sind zunächst mit deutlichen Kursgewinnen ins neue Jahr gestartet, so die Experten der Alte Leipziger Trust.
So seien Anleger dadurch positiv gestimmt gewesen, dass mit dem Phase-1-Abkommen zwischen den USA und China eine weitere Eskalation im Handelsstreit kurzfristig unwahrscheinlich geworden sei und sich in vielen Regionen der Welt die Stimmungsindikatoren verbessert hätten. Folgerichtig seien die wichtigsten Aktienindices bis in die dritte Januar-Woche hinein geklettert und hätten zum Teil neue Allzeithochs erreicht.
So habe der Deutsche Aktienindex (DAX 30) in der Spitze 13.640 Zähler erreicht. Auch sein europäisches Pendant, der EURO STOXX 50, habe mit 3.813 Zählern bis dato nie gekannte Höhen erreicht. Jenseits des Atlantiks hätten Dow Jones (29.401) und die Technologiebörse NASDAQ - gemessen am NASDAQ 100 (9.276 Zähler) - ebenfalls historische Höchstkurse verbucht.
Nachdem die Eskalation zwischen den USA und Iran die Märkte nur kurz bewegt habe, habe die Verbreitung des neuartigen Corona-Virus dann zu einem Ende der Rally an den Aktien- und Credit-Märkten sowie einem Renditeanstieg für risikoarme Staatsanleihen geführt. Grund für die Safe-Haven-Bewegung seien Befürchtungen von Marktteilnehmern, dass eine mögliche Epidemie die fragile Weltwirtschaft zumindest belasten könnte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe zwar den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen, sehe derzeit jedoch keinen Grund, Reise- und Handelsbeschränkungen mit China zu fordern.
Angesichts der bislang getroffenen Maßnahmen würden die Experten nach den aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaftler erwarten, dass sich die Ausbreitung des Virus eindämmen lasse. Dennoch dürfte es zu temporären Wachstumseinbußen, vor allem in China, kommen. Mit steigender Unsicherheit an den Märkten sei es zuletzt zu Umschichtungen aus Aktien in Gold sowie in sichere Staatsanleihen gekommen, deren Kurse kräftig zugelegt hätten. Weltweit seien die Aktienindices gefallen, während die Kurse von Rentenpapieren kräftig zugelegt hätten. 10-jährige Bundesanleihen hätten zuletzt bei -0,41% rentiert, die Renditen von US-Treasuries mit gleicher Laufzeit seien auf 1,59% gefallen. Gold habe kräftig zugelegt, die Feinunze habe bei 1.585 US-Dollar notiert. Seit 2013 habe das gelbe Edelmetall somit nicht mehr so hoch wie zuletzt notiert.
Die angesprochenen Wachstumseinbußen in China würden sich zu den schon länger bekannten globalen Wachstumsdämpfern addieren. Dazu würden auch die andauernden Handelsstreitigkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union zählen, die sich auf beiden Seiten des Atlantiks negativ auswirken dürften. Die Wirtschaft in Europa, insbesondere in Großbritannien, dürfte nach dem nach langem Hin und Her nun doch am 31. Januar endlich vollzogenen geordneten Brexit weiterhin darunter leiden, dass der Verlust des Zugangs zum Binnenmarkt zum Jahresende 2020 wahrscheinlicher werde. Es bleibe von daher abzuwarten, inwieweit die jüngsten Stimmungsverbesserungen ausreichen würden, das Szenario einer konjunkturellen Bodenbildung im Winterhalbjahr und anschließender moderater Erholung bestätigen könnten.
Derzeit würden die Experten nicht mehr von Zinssenkungen der Federal Reserve (FED) und der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgehen. Denn trotz der jüngsten Kurskorrekturen hätten die positiven Entwicklungen risikoreicherer Assets dazu beigetragen, dass sich die Finanzierungskonditionen gebessert hätten. Die Notwendigkeit von Zinssenkungen, deren Effizienz zunehmend angezweifelt werde, habe sich damit verringert. Ungeachtet dessen würden FED und EZB ihre Bilanzsummen weiter ausweiten. Das spreche weiterhin für niedrige (negative) langfristige Zinsen und Rückenwind für risikoreiche Asset-Klassen.
Die Aktienmärkte würden von der expansiven Geldpolitik der großen Notenbanken, der extrem hohen Liquiditätsversorgung, der sich abzeichnenden Stabilisierung der Weltkonjunktur und zuletzt wieder leicht steigenden Untemehmensgewinnen unterstützt bleiben. Die bereits im vergangenen Jahr deutlich gekletterten Aktienbewertungen würden allerdings auch verdeutlichen, dass angesichts der erreichten hohen Notierungen bereits viel Positives eingepreist worden sei.
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des marktbreiten US-Index S&P 500 befinde sich aktuell mit 18,6 schon am oberen Ende der Bandbreite der letzten 15 Jahre. Aktiv agierende Fondsmanager hätten ihre starke Untergewichtung in Aktien zudem abgebaut und seien derzeit in etwa neutral in Aktien positioniert. Das Aufwärtspotenzial für die Aktienmärkte würden die Experten vor dem geschilderten Hintergrund als begrenzt ansehen.
Nicht zuletzt aufgrund von Enttäuschungspotenzial bei den Konjunktur- und Gewinnerwartungen würden die Experten in den kommenden Monaten mit temporären Korrekturen an den Aktienmärkten rechnen. Kurzfristig belaste ebenfalls die Ausbreitung des Corona-Virus. Dessen Auswirkungen sollten zwar begrenzt bleiben und auf mittlere Sicht wieder ausgeglichen werden können. Die gegenwärtigen Unsicherheiten würden bei vielen Investoren derzeit Ängste und damit Gewinnmitnahmen auslösen. Die Aktienmärkte hätten noch etwas Luft nach oben. Der Deutsche Aktienindex beispielsweise habe - nach Einschätzung und Erwartungshaltung der Experten - unter hohen Schwankungen bis Jahresende dennoch Potenzial bis 14.000 Zähler.
Aktien würden gemessen am risikoadjustierten Gesamtertrag weiterhin die attraktivste Asset-Klasse bleiben. Anleger würden die zu erwartende höhere Volatilität für den gezielten Kauf oder Nachkauf von Fondsanteilen nutzen. Ein Anlass, in die Defensive zu gehen, bestehe nach Einschätzung der Experten nicht. Dies gelte insbesondere dann, wenn der langfristige Anlagehorizont im Vordergrund der Anlagestrategie stehe. Trotz aller politischer Risiken und konjunktureller Fragezeichen gelte: the trend is your friend.
Wir bleiben bei unserer Auffassung, dass Risiko-Assets im Allgemeinen und Aktien(fonds) im Speziellen im Vergleich zu vermeintlich risikolosen Anlagen, sprich Staatsanleihen, weiter mittel- bis langfristig attraktiv erscheinen, so die Experten der Alte Leipziger Trust. (Ausgabe Februar 2020) (04.02.2020/alc/a/a)
So seien Anleger dadurch positiv gestimmt gewesen, dass mit dem Phase-1-Abkommen zwischen den USA und China eine weitere Eskalation im Handelsstreit kurzfristig unwahrscheinlich geworden sei und sich in vielen Regionen der Welt die Stimmungsindikatoren verbessert hätten. Folgerichtig seien die wichtigsten Aktienindices bis in die dritte Januar-Woche hinein geklettert und hätten zum Teil neue Allzeithochs erreicht.
So habe der Deutsche Aktienindex (DAX 30) in der Spitze 13.640 Zähler erreicht. Auch sein europäisches Pendant, der EURO STOXX 50, habe mit 3.813 Zählern bis dato nie gekannte Höhen erreicht. Jenseits des Atlantiks hätten Dow Jones (29.401) und die Technologiebörse NASDAQ - gemessen am NASDAQ 100 (9.276 Zähler) - ebenfalls historische Höchstkurse verbucht.
Nachdem die Eskalation zwischen den USA und Iran die Märkte nur kurz bewegt habe, habe die Verbreitung des neuartigen Corona-Virus dann zu einem Ende der Rally an den Aktien- und Credit-Märkten sowie einem Renditeanstieg für risikoarme Staatsanleihen geführt. Grund für die Safe-Haven-Bewegung seien Befürchtungen von Marktteilnehmern, dass eine mögliche Epidemie die fragile Weltwirtschaft zumindest belasten könnte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe zwar den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen, sehe derzeit jedoch keinen Grund, Reise- und Handelsbeschränkungen mit China zu fordern.
Angesichts der bislang getroffenen Maßnahmen würden die Experten nach den aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaftler erwarten, dass sich die Ausbreitung des Virus eindämmen lasse. Dennoch dürfte es zu temporären Wachstumseinbußen, vor allem in China, kommen. Mit steigender Unsicherheit an den Märkten sei es zuletzt zu Umschichtungen aus Aktien in Gold sowie in sichere Staatsanleihen gekommen, deren Kurse kräftig zugelegt hätten. Weltweit seien die Aktienindices gefallen, während die Kurse von Rentenpapieren kräftig zugelegt hätten. 10-jährige Bundesanleihen hätten zuletzt bei -0,41% rentiert, die Renditen von US-Treasuries mit gleicher Laufzeit seien auf 1,59% gefallen. Gold habe kräftig zugelegt, die Feinunze habe bei 1.585 US-Dollar notiert. Seit 2013 habe das gelbe Edelmetall somit nicht mehr so hoch wie zuletzt notiert.
Derzeit würden die Experten nicht mehr von Zinssenkungen der Federal Reserve (FED) und der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgehen. Denn trotz der jüngsten Kurskorrekturen hätten die positiven Entwicklungen risikoreicherer Assets dazu beigetragen, dass sich die Finanzierungskonditionen gebessert hätten. Die Notwendigkeit von Zinssenkungen, deren Effizienz zunehmend angezweifelt werde, habe sich damit verringert. Ungeachtet dessen würden FED und EZB ihre Bilanzsummen weiter ausweiten. Das spreche weiterhin für niedrige (negative) langfristige Zinsen und Rückenwind für risikoreiche Asset-Klassen.
Die Aktienmärkte würden von der expansiven Geldpolitik der großen Notenbanken, der extrem hohen Liquiditätsversorgung, der sich abzeichnenden Stabilisierung der Weltkonjunktur und zuletzt wieder leicht steigenden Untemehmensgewinnen unterstützt bleiben. Die bereits im vergangenen Jahr deutlich gekletterten Aktienbewertungen würden allerdings auch verdeutlichen, dass angesichts der erreichten hohen Notierungen bereits viel Positives eingepreist worden sei.
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des marktbreiten US-Index S&P 500 befinde sich aktuell mit 18,6 schon am oberen Ende der Bandbreite der letzten 15 Jahre. Aktiv agierende Fondsmanager hätten ihre starke Untergewichtung in Aktien zudem abgebaut und seien derzeit in etwa neutral in Aktien positioniert. Das Aufwärtspotenzial für die Aktienmärkte würden die Experten vor dem geschilderten Hintergrund als begrenzt ansehen.
Nicht zuletzt aufgrund von Enttäuschungspotenzial bei den Konjunktur- und Gewinnerwartungen würden die Experten in den kommenden Monaten mit temporären Korrekturen an den Aktienmärkten rechnen. Kurzfristig belaste ebenfalls die Ausbreitung des Corona-Virus. Dessen Auswirkungen sollten zwar begrenzt bleiben und auf mittlere Sicht wieder ausgeglichen werden können. Die gegenwärtigen Unsicherheiten würden bei vielen Investoren derzeit Ängste und damit Gewinnmitnahmen auslösen. Die Aktienmärkte hätten noch etwas Luft nach oben. Der Deutsche Aktienindex beispielsweise habe - nach Einschätzung und Erwartungshaltung der Experten - unter hohen Schwankungen bis Jahresende dennoch Potenzial bis 14.000 Zähler.
Aktien würden gemessen am risikoadjustierten Gesamtertrag weiterhin die attraktivste Asset-Klasse bleiben. Anleger würden die zu erwartende höhere Volatilität für den gezielten Kauf oder Nachkauf von Fondsanteilen nutzen. Ein Anlass, in die Defensive zu gehen, bestehe nach Einschätzung der Experten nicht. Dies gelte insbesondere dann, wenn der langfristige Anlagehorizont im Vordergrund der Anlagestrategie stehe. Trotz aller politischer Risiken und konjunktureller Fragezeichen gelte: the trend is your friend.
Wir bleiben bei unserer Auffassung, dass Risiko-Assets im Allgemeinen und Aktien(fonds) im Speziellen im Vergleich zu vermeintlich risikolosen Anlagen, sprich Staatsanleihen, weiter mittel- bis langfristig attraktiv erscheinen, so die Experten der Alte Leipziger Trust. (Ausgabe Februar 2020) (04.02.2020/alc/a/a)


