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Trifft der Negativzins jetzt auch Privatanleger?
08.04.16 11:17
AXA Investment Managers
Köln (www.anleihencheck.de) - Maxime Alimi, Ökonom im Team für Research und Investmentstrategie bei AXA Investment Managers, hält die Negativzinspolitik der Zentralbanken für ein brauchbares Mittel im Kampf gegen zu niedrige Inflationsraten - trotz aller Risiken und Nebenwirkungen.
Die Debatte um die Negativzinspolitik halte an: Die Schweiz, Dänemark, Schweden, Japan und die Eurozone hätten einen negativen Einlagezins eingeführt und damit eine erhebliche Diskussion über die relativen Kosten und Nutzen entfacht. Maxime Alimi, Ökonom im Team für Research und Investmentstrategie bei AXA Investment Managers (AXA IM), befürchte vor allem eins: "Sollten die negativen Zinsen weiter bestehen, werden die europäischen Banken sie an die Kunden weitergeben."
Da auch nach sieben Jahren Niedrigzinspolitik und nach quantitativen Lockerungsmaßnahmen (QE) das globale Wachstum träge und die Inflation in den meisten Ländern unter dem Zielwert geblieben sei, würden die Zentralbanken nun zu einem anderen Instrument greifen - dem Negativzins. Die Europäische Zentralbank (EZB) wolle damit ein zentrales Problem lösen, sage Alimi: "Mit den QE-Maßnahmen hat die Notenbank so viel billiges Geld bereitgestellt wie noch nie zuvor. Dennoch springt die Konjunktur in Europa nicht an, denn das Geld kommt nicht in den Wirtschaftskreislauf. Anstatt es als Kredit an Unternehmen und Privatleute weiterzureichen, legen die Banken überschüssiges Geld auf ihrem Konto bei der EZB an. Der Negativzins bestraft die Banken nun dafür und soll bewirken, dass sie das Geld in Form von Krediten weiterreichen und so die Wirtschaft wieder ankurbeln."
Die Banken möchten die Privatanleger nicht belasten - das bedeute, dass sie den Strafzins zahlen würden, der anfalle, wenn sie Geld bei der EZB parken würden. Das Ergebnis: Die Kosten der Negativzinspolitik würden durch die Banken getragen, nicht von der Gesamtwirtschaft. Dies wirke sich jedoch negativ auf die Ertragslage der Banken aus - vor allem im Kontext von QE, das jeden Monat mehr Reserven in die Finanzinstitute zwinge.
"Wie bereits die Finanzkrise gezeigt hat, führt eine schwache Rentabilität von Banken in der Regel zu niedriger Risikobereitschaft - das bedeutet, dass sich die Kreditbedingungen verschärfen", so Alimi. "Um ihre Margen zu halten, werden Banken die niedrigen Zinsen nicht an Kreditnehmer weitergeben. Der Nutzen für die Realwirtschaft bleibt dann aus." Aus der Sicht der Zentralbanken sollten Banken die negativen Zinsen daher an ihre Kunden weiterreichen, um so den Anreiz zu erhöhen mehr Geld auszugeben. Da dies aber nicht geschehe und die daraus resultierenden Nebeneffekte problematisch seien, würden einige zu dem Schluss kommen, dass die Negativzinspolitik kontraproduktiv wirke.
Um den Nebenwirkungen entgegenzuwirken, würden die Zentralbanken mit entsprechenden Maßnahmen eingreifen, die verhindern sollten, dass negative Zinsen die Bankreserven zu stark angreifen würden. "Dennoch sind wir der Ansicht, dass die Banken die negativen Zinsen eventuell doch an ihre Kunden weiterreichen, wenn sich die Negativzinspolitik erst einmal etabliert hat", erkläre Alimi.
Das Fazit des Investmentexperten: "Insgesamt präsentiert der Negativzins als unkonventionelles geldpolitisches Werkzeug zwar einige Vorteile, aber gleichzeitig zeichnen sich zwei große Probleme ab. Erstens, negative Zinsen entfalten ihre Wirkung nur, sofern auch Bargeld besteuert wird. Und zweitens, die Reaktion der Öffentlichkeit auf eine solche Politik ist noch ungewiss." Eines sei jedoch jetzt schon abzusehen: In einer Welt der dauerhaft niedrigen Zinsen, die immer wieder Richtung Null tendieren würden, seien negative Zinsen eine brauchbare politische Option. (08.04.2016/alc/a/a)
Die Debatte um die Negativzinspolitik halte an: Die Schweiz, Dänemark, Schweden, Japan und die Eurozone hätten einen negativen Einlagezins eingeführt und damit eine erhebliche Diskussion über die relativen Kosten und Nutzen entfacht. Maxime Alimi, Ökonom im Team für Research und Investmentstrategie bei AXA Investment Managers (AXA IM), befürchte vor allem eins: "Sollten die negativen Zinsen weiter bestehen, werden die europäischen Banken sie an die Kunden weitergeben."
Da auch nach sieben Jahren Niedrigzinspolitik und nach quantitativen Lockerungsmaßnahmen (QE) das globale Wachstum träge und die Inflation in den meisten Ländern unter dem Zielwert geblieben sei, würden die Zentralbanken nun zu einem anderen Instrument greifen - dem Negativzins. Die Europäische Zentralbank (EZB) wolle damit ein zentrales Problem lösen, sage Alimi: "Mit den QE-Maßnahmen hat die Notenbank so viel billiges Geld bereitgestellt wie noch nie zuvor. Dennoch springt die Konjunktur in Europa nicht an, denn das Geld kommt nicht in den Wirtschaftskreislauf. Anstatt es als Kredit an Unternehmen und Privatleute weiterzureichen, legen die Banken überschüssiges Geld auf ihrem Konto bei der EZB an. Der Negativzins bestraft die Banken nun dafür und soll bewirken, dass sie das Geld in Form von Krediten weiterreichen und so die Wirtschaft wieder ankurbeln."
"Wie bereits die Finanzkrise gezeigt hat, führt eine schwache Rentabilität von Banken in der Regel zu niedriger Risikobereitschaft - das bedeutet, dass sich die Kreditbedingungen verschärfen", so Alimi. "Um ihre Margen zu halten, werden Banken die niedrigen Zinsen nicht an Kreditnehmer weitergeben. Der Nutzen für die Realwirtschaft bleibt dann aus." Aus der Sicht der Zentralbanken sollten Banken die negativen Zinsen daher an ihre Kunden weiterreichen, um so den Anreiz zu erhöhen mehr Geld auszugeben. Da dies aber nicht geschehe und die daraus resultierenden Nebeneffekte problematisch seien, würden einige zu dem Schluss kommen, dass die Negativzinspolitik kontraproduktiv wirke.
Um den Nebenwirkungen entgegenzuwirken, würden die Zentralbanken mit entsprechenden Maßnahmen eingreifen, die verhindern sollten, dass negative Zinsen die Bankreserven zu stark angreifen würden. "Dennoch sind wir der Ansicht, dass die Banken die negativen Zinsen eventuell doch an ihre Kunden weiterreichen, wenn sich die Negativzinspolitik erst einmal etabliert hat", erkläre Alimi.
Das Fazit des Investmentexperten: "Insgesamt präsentiert der Negativzins als unkonventionelles geldpolitisches Werkzeug zwar einige Vorteile, aber gleichzeitig zeichnen sich zwei große Probleme ab. Erstens, negative Zinsen entfalten ihre Wirkung nur, sofern auch Bargeld besteuert wird. Und zweitens, die Reaktion der Öffentlichkeit auf eine solche Politik ist noch ungewiss." Eines sei jedoch jetzt schon abzusehen: In einer Welt der dauerhaft niedrigen Zinsen, die immer wieder Richtung Null tendieren würden, seien negative Zinsen eine brauchbare politische Option. (08.04.2016/alc/a/a)


