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Trendwende an den Rentenmärkten - Stark steigende Renditen belasten die Kurse


29.03.22 11:15
ALTE LEIPZIGER Trust

Oberursel (www.anleihencheck.de) - Der Rentenmarkt hat in den vergangenen Wochen eine deutliche Trendwende hin zu stark steigenden Renditen vollzogen, so die Experten der ALTE LEIPZIGER Trust.

Habe sich zu Beginn des Krieges noch das in Krisenzeiten übliche Verhaltensmuster bestätigt, wonach die Marktteilnehmer in der Regel reflexartig in qualitativ exzellent bewertete Anleihen flüchten und die Renditen fallen lassen würden, sei das Bild schnell gewechselt. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sei innerhalb von drei Wochen von -0,1% auf 0,5% - dies sei der höchste Stand seit 2018 - angezogen, was zu kräftigen Kursverlusten geführt habe. Ursächlich hierfür sei insbesondere die Sorge vor weiter anziehenden Inflationsraten und Zinserhöhungen durch die Notenbanken gewesen.

In den Vereinigten Staaten habe die FED den Leitzins um 25 Basispunkte angehoben, was Befürchtungen vor einer Lohn-Preis-Spirale habe aufkommen lassen. Derzeit sei der Inflationseinfluss für die Renditeentwicklung höher zu werten als Konjunkturunsicherheit. Die US-Renditen hätten ebenfalls auf die zunehmenden Zinserhöhungserwartungen reagiert. Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries sei zuletzt auf knapp 2,4% gestiegen. Die Spreads von Euro-Staatsanleihen seien bislang jedoch relativ stabil, was auch daran liegen könnte, dass die Risikoaufschläge von Bundesanleihen gestiegen seien. Ursächlich hierfür seien die seit einiger Zeit gestiegenen Kreditausfallprämien, die den gestiegenen Staatsschulden und die zunehmende Angleichung innerhalb der Europäischen Union Rechnung tragen würden. Der beobachtete Renditeanstieg sollte sich in diesem Ausmaß bis zum Jahresende nicht weiter fortsetzen. Auf dem aktuellen Renditeniveau sei bereits sehr viel eingepreist. Jedoch sei durchaus mit einer moderaten Fortsetzung des Renditeanstiegs zu rechnen. (Ausgabe April 2022) (29.03.2022/alc/a/a)