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TIPS bleiben attraktiver als nominalverzinsliche US-Staatsanleihen


20.03.13 11:30
MFS Investment Management

Boston (www.anleihencheck.de) - Die stärkere Konjunktur und die Maßnahmen gegen die Extremrisiken werden bei US-Staatsanleihen zu einem allmählichen Zinsanstieg führen, so Robert M. Hall, Institutional Fixed-Income Portfolio Manager bei MFS Investment Management.

Folglich würden die Experten auf eine kurze bis neutrale Duration setzen - sofern die Anlagerichtlinien der Portfolios dies zulassen würden. Aus drei Gründen dürfte sich der Renditeanstieg aber in Grenzen halten: Es bestehe Unsicherheit über die Auswirkungen der Sparprogramme auf die ohnehin nur schwach wachsende US-Wirtschaft. Europa bleibe weiter problematisch. Die FED und andere Notenbanken seien entschlossen, ihre expansive Geldpolitik fortzusetzen.

Die negativen Realrenditen amerikanischer inflationsindexierter Anleihen (TIPS) seien zwar unattraktiv. Wenn man jedoch die Durationsunterschiede ausblende, würden die Experten TIPS weiterhin leicht gegenüber nominalverzinslichen US-Staatsanleihen bevorzugen; dies allerdings nur so lange, wie sich die Konjunktur erhole und die Risikobereitschaft steige. Dann böten TIPS einen gewissen Schutz vor höheren Inflationserwartungen. Als Assetklasse hätten TIPS aufgrund ihrer Struktur aber ein höheres Durationsrisiko als Nominalzinsanleihen. Das sei wichtig, wenn die Zinsen steigen würden.

Auch bei Mortgage-Backed Securities (MBS) seien die Experten zurückhaltend und würden auf eine eher neutrale Gewichtung setzen. Wer gegen MBS wette, lasse die alte Empfehlung außer Acht, dass man sich nicht mit der FED anlegen sollte. Nach wie vor werde die Assetklasse durch QE3 stark gestützt. Hinzu komme, dass die Bewertungen durch die Käufe der FED auf ein unattraktives Niveau gestiegen seien. Nur einige Titel mit sehr niedrigen Coupons seien noch günstig.

Investmentgrade-Anleihen würden den Experten gefallen. Sie würden daher in ihren diversifizierten Anleiheportfolios übergewichtet bleiben. Dennoch sollten Anleger mit Blick auf die niedrigen Absolutrenditen und die engeren Spreads so vorsichtig sein wie seit vier Jahren nicht mehr. Nach wie vor würden die Experten aber Gründe für einen weiteren leichten Rückgang der Spreads sehen: Die Fundamentaldaten der Investmentgrade-Emittenten würden stabil bleiben. Die Gewinne im vierten Quartal hätten viele Marktbeobachter positiv überrascht. Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage sei nach wie vor günstig, das Interesse an Neuemissionen hoch und neue Papiere seien oft überzeichnet.

Die Durchschnittskurse von High Yield-Anleihen seien zwar etwas zurückgegangen und die Renditen (Yield-to-Worst) hätten ihre Tiefststände hinter sich gelassen. Trotzdem würden den Experten die Bewertungen noch immer Sorgen machen. Ihrer Ansicht nach seien die Risiken weiterhin größer als die Chancen. Kurzfristig würden sie nur wenig Aufwärtspotenzial sehen, da Titel bei nahender Endfälligkeit negativ konvex würden. Bei steigenden Renditen würden Investoren dann mehr verlieren, als sie bei fallenden Renditen gewinnen würden. Und die Renditen würden sich bereits auf historischen Tiefstständen befinden. Investoren bekämen keinen ausreichenden Ausgleich für ihre Risiken. Die Experten würden sich deshalb für eine defensive Positionierung entscheiden und in ihren High Yield-Portfolios auf Qualität sowie eine kürzere Duration setzen.

Das Risiko-Ertrags-Profil von Emerging Markets-Anleihen bleibe gut. Die Fundamentaldaten seien stabil und das technische Umfeld sei günstig, nicht zuletzt weil immer mehr Investoren in dieser Assetklasse strategische Positionen aufbauen würden. Steigende Renditen bei US-Staatsanleihen seien zwar negativ für in USD denominierte Emerging Markets-Anleihen. Die Spreads könnten jedoch durchaus noch zurückgehen. Dies gelte insbesondere für höherrentierliche Staatsanleihen, Quasi-Staatsanleihen und Unternehmensanleihen.

Dennoch würden die Experten glauben, dass die Rendite und nicht die Kursentwicklung in diesem Jahr der wichtigste Performancefaktor für in USD denominierte Emerging Markets-Anleihen sein werde. Höhere Renditen dürften mit Staatsanleihen in Lokalwährung zu erzielen sein, zumal hier auch Währungsgewinne winken würden. Voraussetzung: Uns bleibt ein internationaler Währungskrieg erspart, so die Experten von MFS Investment Management. (20.03.2013/alc/a/a)