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Straffe Geldpolitik in Ungarn verpufft
26.08.22 15:31
BNP Paribas
Paris (www.anleihencheck.de) - Wie an dieser Stelle vor Monatsfrist prognostiziert, hat der ungarische Forint (HUF) gegenüber dem Euro, wenn auch unter großen Schwankungen, weiter an Wert verloren, so die Experten in einer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".
Richtig sei zwar, dass die ungarische Wirtschaft vergleichsweise kräftig wachse - im zweiten Quartal habe das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent zugelegt. Wobei hier aber auch die hohen Ausgaben der Regierung um Ministerpräsident Viktor Orbán im Vorfeld der Parlamentswahlen Anfang April eine Rolle spielen dürften.
Die Geopolitik bestimme weiterhin den Trend
Problematisch sei aber vor allem die extrem hohe Inflation von aktuell rund 13 Prozent. Und dies, obwohl die ungarische Zentralbank schon seit geraumer Zeit recht kräftig an der Zinsschraube drehe. Während der Leitzins im Herbst 2021 noch bei 2 Prozent gelegen habe, weise er inzwischen ein Niveau von 10,75 Prozent auf. Und: Da Experten erst 2023 den Inflationshöhepunkt erwarten würden, könnten durchaus noch weitere Leitzinserhöhungen folgen. Die enorme Zinsdifferenz zum Euro bleibt somit bestehen, liege der Leitzins der Eurozone doch gerade mal bei 0,5 Prozent. Dass der Abwärtstrend des Forint gegenüber der Gemeinschaftswährung zeitnah stoppe, sei aber dennoch nicht unbedingt zu erwarten. Die Nähe Ungarns zur Ukraine und die starke Abhängigkeit des Landes von russischer Energie würden ihren Tribut fordern. Solange sich die Lage im östlichen Nachbarland nicht entspanne, könnte der Forint weiter unter Druck bleiben. (26.08.2022/alc/a/a)
Richtig sei zwar, dass die ungarische Wirtschaft vergleichsweise kräftig wachse - im zweiten Quartal habe das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent zugelegt. Wobei hier aber auch die hohen Ausgaben der Regierung um Ministerpräsident Viktor Orbán im Vorfeld der Parlamentswahlen Anfang April eine Rolle spielen dürften.
Die Geopolitik bestimme weiterhin den Trend
Problematisch sei aber vor allem die extrem hohe Inflation von aktuell rund 13 Prozent. Und dies, obwohl die ungarische Zentralbank schon seit geraumer Zeit recht kräftig an der Zinsschraube drehe. Während der Leitzins im Herbst 2021 noch bei 2 Prozent gelegen habe, weise er inzwischen ein Niveau von 10,75 Prozent auf. Und: Da Experten erst 2023 den Inflationshöhepunkt erwarten würden, könnten durchaus noch weitere Leitzinserhöhungen folgen. Die enorme Zinsdifferenz zum Euro bleibt somit bestehen, liege der Leitzins der Eurozone doch gerade mal bei 0,5 Prozent. Dass der Abwärtstrend des Forint gegenüber der Gemeinschaftswährung zeitnah stoppe, sei aber dennoch nicht unbedingt zu erwarten. Die Nähe Ungarns zur Ukraine und die starke Abhängigkeit des Landes von russischer Energie würden ihren Tribut fordern. Solange sich die Lage im östlichen Nachbarland nicht entspanne, könnte der Forint weiter unter Druck bleiben. (26.08.2022/alc/a/a)


