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Staatsanleiherenditen deutlich angestiegen
06.02.13 13:46
ING Investment Management
Den Haag (www.anleihencheck.de) - Der auffälligste Trend an den Finanzmärkten war der deutliche Anstieg der Staatsanleiherenditen in der vergangenen Woche, so die Experten von ING Investment Management.
Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit seien in den USA und in Deutschland auf ihren höchsten Stand seit April 2012 geklettert. Insgesamt seien die aktuellen Niveaus von ca. 2% in den USA bzw. 1,6% in Deutschland zwar immer noch sehr niedrig, doch gehe es jetzt erstmals seit zwei Jahren wieder kräftig aufwärts.
Wichtig seien dabei vor allem die Gründe für den Renditeanstieg. Der treibende Faktor scheinen insbesondere die optimistischeren Zukunftsaussichten in der Anlegerschaft zu sein, so die Experten von ING Investment Management. Wäre der gegenwärtige Renditeanstieg dagegen durch die Sorgen um die Solvenz staatlicher Kreditnehmer bedingt (wie manche Unkenrufe hätten vermuten lassen), dann würden wegen der eingetrübten Wachstums- und Gewinnaussichten gleichzeitig die Aktienmärkte fallen. Tatsächlich gehe der Trend aber in die andere Richtung: Zahlreiche Aktienindices seien letzte Woche auf ihren höchsten Stand seit fünf Jahren geklettert und auch die übrigen Risikowerte würden sich überwiegend positiv entwickeln.
Bei risikoreicheren Werten falle auf, dass sich der Fokus der Anleger auf Wachstumswerte verlagere. Unternehmensanleihen würden bereits hinter Aktien und Immobilien zurückbleiben, während der Nachzügler des Vorjahres - Rohstoffe - aufhole.
Hier zeichne sich der allmähliche Wandel bei der Asset-Allokation von institutionellen Vermögensverwaltern und Privatanlegern ab. Der globale Aufschwung stehe mittlerweile auf deutlich breiterer Basis. Gleichzeitig sei die Gefahr systemischer Erschütterungen durch Eurokrise, US-Fiskalklippe und harte Landung in China gesunken. Daher stehe der Faktor Angst für Investoren nicht mehr im Vordergrund.
Wichtig sei jetzt vor allem, inwieweit die jüngsten Marktbewegungen zu positiven Rückkopplungen in die Realwirtschaft führen würden. Im Ergebnis könnte das Weltwirtschaftswachstum 2013 die Konsenserwartungen deutlich übertreffen.
Das Optimismus der Experten in dieser Hinsicht gründe sich vor allem auf drei Faktoren: Erstens habe die freundlichere Anlegerstimmung in den letzten Monaten für neue Dynamik und Kurserholung an den Finanzmärkten gesorgt, während die Energiepreise insgesamt unter Kontrolle geblieben seien. Das Gleichgewicht zwischen diesen beiden Kräften habe sich erstmals seit Anfang 2009 wieder deutlich verbessert.
Zweitens finde derzeit ein hochinteressantes wirtschaftspolitisches Experiment in Japan statt: Die neue Regierung fahre eine weitaus expansivere Fiskal- und Geldpolitik und habe damit positive Vermögenseffekte ausgelöst. Der JPY habe deutlich an Boden verloren, die Aktienmärkte würden anziehen und Inflationserwartungen (an den Anleihemärkten) seien gestiegen, ohne die Staatsanleiherenditen in die Höhe zu treiben. Real seien diese sogar gesunken. Das dürfte kräftige Impulse für die japanische Volkswirtschaft bedeuten, immer noch die drittgrößte der Welt.
Drittens hätten sich die Leitindikatoren weltweit überwiegend gefestigt (China, USA) oder die Talsohle erreicht (Europa, Japan, einige Länder der aufstrebenden Welt). Damit mache sich der erneute Schwung an den Finanzmärkten nun auch in der Realwirtschaft bemerkbar und ebne den Weg für die erste weltweit synchron verlaufende Erholung seit 2009. Die Weltkonjunktur sei weiter für Erschütterungen anfällig. Gleichwohl sei darauf hingewiesen, dass sowohl die Weltwirtschaft als auch ihr Finanzsystem immer noch von starken Verzerrungen geprägt seien.
Der jetzt einsetzende positive Kreislauf könnte ohne weiteres durch politische oder finanzielle Erschütterungen unterbrochen werden. Andererseits sei das die Lebensrealität der modernen Welt. Vorerst zeichne sich jedoch ein konstruktiver Wandel sowohl weltwirtschaftlich als auch bei risikoreicheren Assets ab. Dabei seien die Experten durchaus nicht blind für potenzielle Gefahren, würden aber zunächst bei ihrer positiven Haltung zu Aktien und Immobilientiteln (übergewichtet) bleiben und Staatsanleihen untergewichten.
Die Berichtssaison an den Aktienmärkten laufe auf vollen Touren. In den USA habe ca. ein Drittel der S&P 500-Unternehmen bereits seine Q4-Ergebnisse veröffentlicht. Über zwei Drittel dieser Unternehmen hätten die Prognosen übertroffen; die Umsatzzahlen hätten positiv überrascht. In Japan hätten sich der Sturzflug des JPY sowie die angekündigten Konjunkturmaßnahmen positiv auf Wachstums- und Gewinnerwartungen ausgewirkt. Die Gewinnentwicklung in Japan reagiere wegen des hohen Exportanteils und der hohen Operational Leverage sehr sensibel auf Wechselkursschwankungen.
Entsprechend hätten die Experten ihre Prognose für das Ertragswachstum 2013 von 12% auf 25% erhöht. Damit weise Japan von allen entwickelten Märkten das beste Verhältnis zwischen Wachstum und Bewertungen auf und sei ihre Präferenz unter den entwickelten Märkten. Bewertungen würden steigen, seien aber nicht überzogen.
Der jüngste Kursanstieg an den globalen Aktienmärkten sei weniger von höheren Gewinnen, als vielmehr von Neubewertungen angetrieben worden. In den vergangenen 16 Monaten sei das globale KGV von 11,6 auf 14,4 gestiegen. Bedenke man, dass der Langfristdurchschnitt bei 16 liege, seien Aktien nicht überteuert. Solange die Makrorisiken nicht sinken würden, würden die Bewertungen diesen Wert kaum übersteigen. Auch die Kursentwicklung könne sich nur bei einer Belebung der Gewinnentwicklung beschleunigen. Die Prognosen der Experten würden indes nur Zuwächse im niedrigen einstelligen Bereich vorsehen (Europa und USA). (06.02.2013/alc/a/a)
Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit seien in den USA und in Deutschland auf ihren höchsten Stand seit April 2012 geklettert. Insgesamt seien die aktuellen Niveaus von ca. 2% in den USA bzw. 1,6% in Deutschland zwar immer noch sehr niedrig, doch gehe es jetzt erstmals seit zwei Jahren wieder kräftig aufwärts.
Wichtig seien dabei vor allem die Gründe für den Renditeanstieg. Der treibende Faktor scheinen insbesondere die optimistischeren Zukunftsaussichten in der Anlegerschaft zu sein, so die Experten von ING Investment Management. Wäre der gegenwärtige Renditeanstieg dagegen durch die Sorgen um die Solvenz staatlicher Kreditnehmer bedingt (wie manche Unkenrufe hätten vermuten lassen), dann würden wegen der eingetrübten Wachstums- und Gewinnaussichten gleichzeitig die Aktienmärkte fallen. Tatsächlich gehe der Trend aber in die andere Richtung: Zahlreiche Aktienindices seien letzte Woche auf ihren höchsten Stand seit fünf Jahren geklettert und auch die übrigen Risikowerte würden sich überwiegend positiv entwickeln.
Bei risikoreicheren Werten falle auf, dass sich der Fokus der Anleger auf Wachstumswerte verlagere. Unternehmensanleihen würden bereits hinter Aktien und Immobilien zurückbleiben, während der Nachzügler des Vorjahres - Rohstoffe - aufhole.
Hier zeichne sich der allmähliche Wandel bei der Asset-Allokation von institutionellen Vermögensverwaltern und Privatanlegern ab. Der globale Aufschwung stehe mittlerweile auf deutlich breiterer Basis. Gleichzeitig sei die Gefahr systemischer Erschütterungen durch Eurokrise, US-Fiskalklippe und harte Landung in China gesunken. Daher stehe der Faktor Angst für Investoren nicht mehr im Vordergrund.
Wichtig sei jetzt vor allem, inwieweit die jüngsten Marktbewegungen zu positiven Rückkopplungen in die Realwirtschaft führen würden. Im Ergebnis könnte das Weltwirtschaftswachstum 2013 die Konsenserwartungen deutlich übertreffen.
Zweitens finde derzeit ein hochinteressantes wirtschaftspolitisches Experiment in Japan statt: Die neue Regierung fahre eine weitaus expansivere Fiskal- und Geldpolitik und habe damit positive Vermögenseffekte ausgelöst. Der JPY habe deutlich an Boden verloren, die Aktienmärkte würden anziehen und Inflationserwartungen (an den Anleihemärkten) seien gestiegen, ohne die Staatsanleiherenditen in die Höhe zu treiben. Real seien diese sogar gesunken. Das dürfte kräftige Impulse für die japanische Volkswirtschaft bedeuten, immer noch die drittgrößte der Welt.
Drittens hätten sich die Leitindikatoren weltweit überwiegend gefestigt (China, USA) oder die Talsohle erreicht (Europa, Japan, einige Länder der aufstrebenden Welt). Damit mache sich der erneute Schwung an den Finanzmärkten nun auch in der Realwirtschaft bemerkbar und ebne den Weg für die erste weltweit synchron verlaufende Erholung seit 2009. Die Weltkonjunktur sei weiter für Erschütterungen anfällig. Gleichwohl sei darauf hingewiesen, dass sowohl die Weltwirtschaft als auch ihr Finanzsystem immer noch von starken Verzerrungen geprägt seien.
Der jetzt einsetzende positive Kreislauf könnte ohne weiteres durch politische oder finanzielle Erschütterungen unterbrochen werden. Andererseits sei das die Lebensrealität der modernen Welt. Vorerst zeichne sich jedoch ein konstruktiver Wandel sowohl weltwirtschaftlich als auch bei risikoreicheren Assets ab. Dabei seien die Experten durchaus nicht blind für potenzielle Gefahren, würden aber zunächst bei ihrer positiven Haltung zu Aktien und Immobilientiteln (übergewichtet) bleiben und Staatsanleihen untergewichten.
Die Berichtssaison an den Aktienmärkten laufe auf vollen Touren. In den USA habe ca. ein Drittel der S&P 500-Unternehmen bereits seine Q4-Ergebnisse veröffentlicht. Über zwei Drittel dieser Unternehmen hätten die Prognosen übertroffen; die Umsatzzahlen hätten positiv überrascht. In Japan hätten sich der Sturzflug des JPY sowie die angekündigten Konjunkturmaßnahmen positiv auf Wachstums- und Gewinnerwartungen ausgewirkt. Die Gewinnentwicklung in Japan reagiere wegen des hohen Exportanteils und der hohen Operational Leverage sehr sensibel auf Wechselkursschwankungen.
Entsprechend hätten die Experten ihre Prognose für das Ertragswachstum 2013 von 12% auf 25% erhöht. Damit weise Japan von allen entwickelten Märkten das beste Verhältnis zwischen Wachstum und Bewertungen auf und sei ihre Präferenz unter den entwickelten Märkten. Bewertungen würden steigen, seien aber nicht überzogen.
Der jüngste Kursanstieg an den globalen Aktienmärkten sei weniger von höheren Gewinnen, als vielmehr von Neubewertungen angetrieben worden. In den vergangenen 16 Monaten sei das globale KGV von 11,6 auf 14,4 gestiegen. Bedenke man, dass der Langfristdurchschnitt bei 16 liege, seien Aktien nicht überteuert. Solange die Makrorisiken nicht sinken würden, würden die Bewertungen diesen Wert kaum übersteigen. Auch die Kursentwicklung könne sich nur bei einer Belebung der Gewinnentwicklung beschleunigen. Die Prognosen der Experten würden indes nur Zuwächse im niedrigen einstelligen Bereich vorsehen (Europa und USA). (06.02.2013/alc/a/a)


