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Staatsanleihen: Bei leichter Untergewichtung bleiben
03.09.13 15:42
ING Investment Management
Den Haag (www.anleihencheck.de) - Die Märkte müssen jetzt einen weiteren Schock verdauen, so die Experten von ING Investment Management.
Es gehe um die Frage, inwieweit ein möglicher Luftangriff auf Syrien zum Dominoeffekt für andere Länder im Nahen Osten und den Ölmarkt werden könnte. Die Folgen für den Ölpreis hätten enorme Konsequenzen für Weltmärkte und Weltwirtschaft.
Im Rahmen der taktischen Asset-Allokation der Experten rechtfertige die auf kurze Sicht geringere Prognosesicherheit (noch) keine defensivere Risikoausrichtung. Die Experten seien weiter von zwei Themen überzeugt: die graduelle Umschichtung in europäische Aktien und die Outperformance zyklischer Segmente des Aktienmarktes.
Der kletternde Ölpreis (113 USD am 02.09.), der jetzt um 10 bis 15% über dem zweiten Quartal liege, dämpfe natürlich den Risikoappetit der Anleger. Doch nur wenn sich dieser Anstieg als mehr als eine Reaktion auf die momentane Verunsicherung erweise und es konkret zu Versorgungsengpässen komme, werde die Wirkung auf weltweites Wachstum und Finanzmärkte von Dauer sein.
Für Prognosen sei es noch zu früh, aber die Ungewissheit im Hinblick auf die weitere Wachstums- und Ertragsentwicklung steige. Andererseits würden die jüngsten Makrodaten darauf hindeuten, dass das Szenario der Experten einer beschleunigten globalen Wachstumsentwicklung Gestalt annehme.
Es müsse betont werden, dass die Makrodaten an den entwickelten Märkten auf einen breit aufgestellten Konjunkturaufschwung hindeuten würden. Aller Wahrscheinlichkeit nach würden nicht nur Japan, sondern auch die USA, Großbritannien und Deutschland auf Jahressicht eine überdurchschnittliche Zuwachsrate verzeichnen. Auch die Wirtschaft der Eurozone habe sich zum Besseren gewendet.
Die EWU-Schuldenkrise habe das globale Wachstum belastet, doch das ändere sich jetzt: Die jüngsten Daten aus der Eurozone würden bestätigen, dass die Region sich allmählich belebe, während der Inflationsdruck gedämpft bleibe. Der von der Europäischen Kommission für die 17 Länder der Eurozone herausgegebene Indikator der wirtschaftlichen Einschätzung (ESI) sei von 92,5 im Juli auf 95,2 im August (seinen höchsten Stand seit März 2012) und damit weitaus stärker als erwartet (Konsens: 93,8) gestiegen.
Dieser Anstieg sei breit aufgestellt gewesen: Industrie, Dienstleistungssektor, Einzelhandel und Zuversicht der Verbraucher hätten Entspannung verzeichnet, nur die Zuversicht im Baugewerbe habe gelahmt. Die freundlichere Stimmung habe auch länderübergreifend gegolten; nur in Griechenland und Finnland habe sie sich getrübt.
In der Eurozone sei die Inflation von 1,6% im Juli auf 1,3% im August gesunken, bedingt vor allem durch den Rückgang der Energiepreisinflation gegenüber August 2012, als der Ölpreis stark angezogen habe. Auch die Lebensmittelteuerung, einschließlich Alkohol und Tabak, habe nachgelassen, während die Kerninflation mit 1,1% unverändert geblieben sei.
Beim aktuellen Ölpreis (113 USD pro Barrel) dürfte die Headline-Inflation im Laufe dieses und des nächsten Jahres unter 2% bleiben, denn die Lebensmittelinflation sinke weiter und die Kerninflation bleibe aufgrund der hohen Überkapazitäten in der Region begrenzt. Das könnte sich allerdings ändern, falls die Ereignisse in Syrien die Ölpreise deutlich nach oben drücken würden.
Die konjunkturelle Entwicklung dürfte sich weiter positiv auf risikoreiche Assets auswirken. Die Experten würden bei der leichten Übergewichtung von Aktien und der leichten Untergewichtung von Staatsanleihen bleiben. Auf Sektoren- und Regionenebene würden sie auf eine zyklische Präferenz bei Aktien setzen. Bei Aktientiteln und Immobilienaktien würden die Experten europäische Werte vorziehen.
Die freundlicheren Konjunkturaussichten für Europa würden sich schließlich auch positiv auf das Gewinnwachstum auswirken. Die Experten hätten ihre Prognosen für 2013 von 3% auf 6% und für 2014 von 10% auf 12% angepasst. Mit ihrer Prognose eines 6%-igen Gewinnwachstums für europäische Unternehmen lägen die Experten etwas über dem Konsens.
Der erwartete Gewinnzuwachs von 12% für 2014 entspreche hingegen den Konsensprognosen. Durch höhere Erträge und Kostendämpfung (mangelnde Preismacht am Arbeitsmarkt!) sollten sich die Gewinnspannen verbessern. Beim Ölpreis sei bereits ein geopolitischer Risikoaufschlag eingepreist. Ein struktureller Ölpreisanstieg wäre für Wirtschafts- und Gewinnwachstum negativ, doch bislang gebe es keine konkreten Hinweise darauf.
Für US-Unternehmen würden die Experten ein Wachstum von 6% (2013) bzw. 9% (2014) und für japanische Unternehmen 40% bzw. 17% prognostizieren. Schwellenländer-Unternehmen dürften in diesen Jahren Gewinnzuwächse von 7% erzielen.
Die japanische Wirtschaft sei in Q2 - annualisiert - gegenüber dem Vorquartal um 2,6% gewachsen; in Q1 habe die Zuwachsrate noch 3,8% betragen. Ab jetzt könnte sich das Wachstumstempo gegenüber der Rate von 3% in H1 etwas verlangsamen, sollte aber deutlich über der Potenzialrate von unter 1% liegen. Ein solch leichter Rückgang sei kein Grund zur Sorge; das Wachstum dürfte sich in H2 auf einem Niveau von annähernd 3% einpendeln.
Trotz der unlängst etwas schwächeren Wirtschaftsleistung in Japan würden die Fundamentaldaten des Landes immer noch zu den besten an den entwickelten Märkten zählen. Die wachsenden Spannungen im Nahen Osten könnten indes eine Flucht in sichere Werte auslösen. Das wäre für den Yen günstig, nicht jedoch für die Aktienmärkte. Auch ein strukturell höherer Ölpreis infolge der Syrienkrise würde das von Ölimporten abhängige Japan belasten. Noch gebe es keine ausreichenden Hinweise für ein solches Szenario. Die Experten würden bei der leichten Übergewichtung japanischer Aktien bleiben. (03.09.2013/alc/a/a)
Es gehe um die Frage, inwieweit ein möglicher Luftangriff auf Syrien zum Dominoeffekt für andere Länder im Nahen Osten und den Ölmarkt werden könnte. Die Folgen für den Ölpreis hätten enorme Konsequenzen für Weltmärkte und Weltwirtschaft.
Im Rahmen der taktischen Asset-Allokation der Experten rechtfertige die auf kurze Sicht geringere Prognosesicherheit (noch) keine defensivere Risikoausrichtung. Die Experten seien weiter von zwei Themen überzeugt: die graduelle Umschichtung in europäische Aktien und die Outperformance zyklischer Segmente des Aktienmarktes.
Der kletternde Ölpreis (113 USD am 02.09.), der jetzt um 10 bis 15% über dem zweiten Quartal liege, dämpfe natürlich den Risikoappetit der Anleger. Doch nur wenn sich dieser Anstieg als mehr als eine Reaktion auf die momentane Verunsicherung erweise und es konkret zu Versorgungsengpässen komme, werde die Wirkung auf weltweites Wachstum und Finanzmärkte von Dauer sein.
Für Prognosen sei es noch zu früh, aber die Ungewissheit im Hinblick auf die weitere Wachstums- und Ertragsentwicklung steige. Andererseits würden die jüngsten Makrodaten darauf hindeuten, dass das Szenario der Experten einer beschleunigten globalen Wachstumsentwicklung Gestalt annehme.
Es müsse betont werden, dass die Makrodaten an den entwickelten Märkten auf einen breit aufgestellten Konjunkturaufschwung hindeuten würden. Aller Wahrscheinlichkeit nach würden nicht nur Japan, sondern auch die USA, Großbritannien und Deutschland auf Jahressicht eine überdurchschnittliche Zuwachsrate verzeichnen. Auch die Wirtschaft der Eurozone habe sich zum Besseren gewendet.
Die EWU-Schuldenkrise habe das globale Wachstum belastet, doch das ändere sich jetzt: Die jüngsten Daten aus der Eurozone würden bestätigen, dass die Region sich allmählich belebe, während der Inflationsdruck gedämpft bleibe. Der von der Europäischen Kommission für die 17 Länder der Eurozone herausgegebene Indikator der wirtschaftlichen Einschätzung (ESI) sei von 92,5 im Juli auf 95,2 im August (seinen höchsten Stand seit März 2012) und damit weitaus stärker als erwartet (Konsens: 93,8) gestiegen.
In der Eurozone sei die Inflation von 1,6% im Juli auf 1,3% im August gesunken, bedingt vor allem durch den Rückgang der Energiepreisinflation gegenüber August 2012, als der Ölpreis stark angezogen habe. Auch die Lebensmittelteuerung, einschließlich Alkohol und Tabak, habe nachgelassen, während die Kerninflation mit 1,1% unverändert geblieben sei.
Beim aktuellen Ölpreis (113 USD pro Barrel) dürfte die Headline-Inflation im Laufe dieses und des nächsten Jahres unter 2% bleiben, denn die Lebensmittelinflation sinke weiter und die Kerninflation bleibe aufgrund der hohen Überkapazitäten in der Region begrenzt. Das könnte sich allerdings ändern, falls die Ereignisse in Syrien die Ölpreise deutlich nach oben drücken würden.
Die konjunkturelle Entwicklung dürfte sich weiter positiv auf risikoreiche Assets auswirken. Die Experten würden bei der leichten Übergewichtung von Aktien und der leichten Untergewichtung von Staatsanleihen bleiben. Auf Sektoren- und Regionenebene würden sie auf eine zyklische Präferenz bei Aktien setzen. Bei Aktientiteln und Immobilienaktien würden die Experten europäische Werte vorziehen.
Die freundlicheren Konjunkturaussichten für Europa würden sich schließlich auch positiv auf das Gewinnwachstum auswirken. Die Experten hätten ihre Prognosen für 2013 von 3% auf 6% und für 2014 von 10% auf 12% angepasst. Mit ihrer Prognose eines 6%-igen Gewinnwachstums für europäische Unternehmen lägen die Experten etwas über dem Konsens.
Der erwartete Gewinnzuwachs von 12% für 2014 entspreche hingegen den Konsensprognosen. Durch höhere Erträge und Kostendämpfung (mangelnde Preismacht am Arbeitsmarkt!) sollten sich die Gewinnspannen verbessern. Beim Ölpreis sei bereits ein geopolitischer Risikoaufschlag eingepreist. Ein struktureller Ölpreisanstieg wäre für Wirtschafts- und Gewinnwachstum negativ, doch bislang gebe es keine konkreten Hinweise darauf.
Für US-Unternehmen würden die Experten ein Wachstum von 6% (2013) bzw. 9% (2014) und für japanische Unternehmen 40% bzw. 17% prognostizieren. Schwellenländer-Unternehmen dürften in diesen Jahren Gewinnzuwächse von 7% erzielen.
Die japanische Wirtschaft sei in Q2 - annualisiert - gegenüber dem Vorquartal um 2,6% gewachsen; in Q1 habe die Zuwachsrate noch 3,8% betragen. Ab jetzt könnte sich das Wachstumstempo gegenüber der Rate von 3% in H1 etwas verlangsamen, sollte aber deutlich über der Potenzialrate von unter 1% liegen. Ein solch leichter Rückgang sei kein Grund zur Sorge; das Wachstum dürfte sich in H2 auf einem Niveau von annähernd 3% einpendeln.
Trotz der unlängst etwas schwächeren Wirtschaftsleistung in Japan würden die Fundamentaldaten des Landes immer noch zu den besten an den entwickelten Märkten zählen. Die wachsenden Spannungen im Nahen Osten könnten indes eine Flucht in sichere Werte auslösen. Das wäre für den Yen günstig, nicht jedoch für die Aktienmärkte. Auch ein strukturell höherer Ölpreis infolge der Syrienkrise würde das von Ölimporten abhängige Japan belasten. Noch gebe es keine ausreichenden Hinweise für ein solches Szenario. Die Experten würden bei der leichten Übergewichtung japanischer Aktien bleiben. (03.09.2013/alc/a/a)


