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Staatsanleihen: Steilere Zinskurven in den USA und Deutschland
10.10.25 14:30
Raiffeisen Capital Management
Wien (www.anleihencheck.de) - Das dritte Quartal liegt hinter uns und entgegen der langjährigen Statistik ist es weder negativ noch merkbar schwächer verlaufen, so Karin Kunrath, Chief Investment Officer von Raiffeisen Capital Management.
Ganz im Gegenteil zur erwartbaren Saisonalität, könnten globale Aktien selbst in den oftmals schwierigen Monaten August und September Kurszuwächse verbuchen – auch auf Eurobasis, obwohl der US-Dollar weiter zur Schwäche neige und damit die Wertentwicklung für globale Investoren aus dem Euroraum dämpfe. Risikoreichere Anleihenkategorien könnten sich ebenfalls weiter positiv entwickeln und von Spread-Einengungen profitieren. Insgesamt sei das zurückliegende Quartal somit für "risky assets" klar besser verlaufen als erwartet. Ebenfalls deutlich besser als noch im Frühjahr erwartet, zeigten sich die Wirtschaftsdaten und Frühindikatoren für die Konjunktur. Während
im April und Mai unter dem Eindruck der US-Zölle die Rezessionswahrscheinlichkeit zunächst nach oben getrieben worden sei, habe danach eine Trendwende zum Positiven eingesetzt. Die viel beachteten Einkaufsmanagerindizes hätten sich in allen Regionen tendenziell erholt und ließen auf Zuversicht bei den Unternehmen schließen. Auch die Schätzung für das globale Wirtschaftswachstum liege mit knapp drei Prozent fast wieder am Ausgangsniveau für 2025, nachdem diese Prognose zwischenzeitlich schon deutlich niedriger angesetzt gewesen sei. Die im Frühjahr merklich angestiegenen Inflationserwartungen für die USA seien wieder etwas zurückgekommen und hätten der Fed die Möglichkeit für eine Zinssenkung im September eröffnet, um auf die zuletzt schwächeren Arbeitsmarktdaten im Rahmen des Dualmandats zu reagieren. Erheblich besser als von Analyst:innen erwartet, fielen weiterhin die Unternehmensergebnisse aus, was auch zu entsprechenden Revisionen bei den Gewinnschätzungen geführt habe. Das in den USA zweistellige Umsatz- und Gewinnwachstum, insbesondere aufgrund der massiven Investitionen in die AI-Technologie, stelle wohl den wichtigsten Antrieb für den Aktienmarkt dar. All diese besser als erwarteten Tendenzen sowohl auf der Ebene der Makrodaten wie auch bei den Unternehmen unterstützten die Entwicklungen am Kapitalmarkt und führten offenkundig dazu, dass negative Einflussfaktoren bislang weitgehend ausgeblendet werden könnten. Auch unsere Marktbeurteilung falle positiv aus, wodurch die Experten bei ihrer Positionierung verstärkt auf Aktien setzten.
Die Experten von Raiffeisen Capital Management rechnen mit sinkenden Renditen bei deutschen Staatsanleihen mit mittlerer Laufzeit (5 Jahre) und bleiben entsprechend stark positioniert. Ebenso sähen sie US-Staatsanleihen (5 Jahre) positiv. Zinskurven-Positionierungen hätten sie neutralisiert, nachdem die Zinskurven in den USA und Deutschland deutlich steiler geworden seien. Die Experten würden weiterhin für deutsche und französische Staatsanleihen optimistisch bleiben und seien in Hinblick auf italienische Wertpapiere vorsichtig, nachdem diese mittlerweile praktisch die gleiche Risikoprämie wie französische Staatsanleihen aufwiesen.
Am Markt für Unternehmensanleihen blieben die Experten bei US High-Yield-Unternehmensanleihen vorsichtig positioniert. Sie rechneten mittelfristig mit steigenden Risikoprämien und bevorzugten gegenüber dieser Anleihenklasse US-Staatsanleihen. Am Markt für EUR-Unternehmensanleihen blieben sie unverändert neutral positioniert.
Schwellenländer-Hartwährungsanleihen hätten sich im September abermals sehr gut entwickelt. Vorerst behielten die Experten ihre vorsichtige Einschätzung bei, da sie den extremen Optimismus des Marktes nicht teilten und sich u.a. bei dieser Anleiheklasse defensiv positionierten (bei gleichzeitiger Bevorzugung von risikoarmen Anleiheklassen). Die von den USA verhängten Zölle gegenüber den Emerging-Markets-Handelspartnern schienen – entgegen unserer Erwartung – kaum gepreist zu werden. Auch Emerging-Markets-Anleihen profitierten von der derzeitigen "Flucht in alle Richtungen".
Die globalen Aktienmärkte hätten sich in den letzten Monaten weiterhin recht fest präsentiert. Neben besser als erwarteten Konjunkturdaten hätten sich einmal mehr die Unternehmensgewinne als wichtiger Unterstützungsfaktor erwiesen. Zuletzt seien auch die Gewinnerwartungen für die nächsten Quartale nach oben gesetzt worden. Die Stimmung sei kurzfristig schon sehr optimistisch (Kontraindikator), aufgrund der in Summe positiven Rahmenbedingungen positionierten sich die Experten bei Aktien dennoch nochmals etwas stärker.
Der September sei für Aktien aus den Schwellenländern absolut, aber auch relativ zu entwickelten Aktienmärkten ein sehr guter Monat gewesen. Insbesondere Aktien aus dem asiatischen Raum mit Tech-Bezug hätten sich sehr gut halten können. Damit hätten Emerging-Markets-Aktien ihren Performancevorteil ausbauen können und entwickelten sich erstmals seit vielen Jahren besser als globale entwickelte Aktien. Die fundamentale Bewertung für die Emerging-Markets-Region sei weiter recht günstig. Seit Jahresbeginn hätten insbesondere Telekom und Grundstoffwerte profitieren können. IT-Werte hätten zuletzt stark aufgeholt.
Die internationalen Rohstoffmärkte hätten sich zuletzt durchwegs positiv präsentiert. Edelmetalle seien erneut auf ein neues Allzeithoch geklettert. Strukturell sorgten Zentralbankkäufe weiterhin für anhaltende Unterstützung. Auch Retailkäufer:innen fänden zuletzt wieder vermehrt Gefallen an Gold. Auch Industriemetalle hätten sich wieder deutlich erholt, während Energierohstoffe auf unveränderten Niveaus verharrten. Nach der sehr guten Performance bei Edelmetallen hätten die Experten Gewinne mitgenommen. (10.10.2025/alc/a/a)
Ganz im Gegenteil zur erwartbaren Saisonalität, könnten globale Aktien selbst in den oftmals schwierigen Monaten August und September Kurszuwächse verbuchen – auch auf Eurobasis, obwohl der US-Dollar weiter zur Schwäche neige und damit die Wertentwicklung für globale Investoren aus dem Euroraum dämpfe. Risikoreichere Anleihenkategorien könnten sich ebenfalls weiter positiv entwickeln und von Spread-Einengungen profitieren. Insgesamt sei das zurückliegende Quartal somit für "risky assets" klar besser verlaufen als erwartet. Ebenfalls deutlich besser als noch im Frühjahr erwartet, zeigten sich die Wirtschaftsdaten und Frühindikatoren für die Konjunktur. Während
im April und Mai unter dem Eindruck der US-Zölle die Rezessionswahrscheinlichkeit zunächst nach oben getrieben worden sei, habe danach eine Trendwende zum Positiven eingesetzt. Die viel beachteten Einkaufsmanagerindizes hätten sich in allen Regionen tendenziell erholt und ließen auf Zuversicht bei den Unternehmen schließen. Auch die Schätzung für das globale Wirtschaftswachstum liege mit knapp drei Prozent fast wieder am Ausgangsniveau für 2025, nachdem diese Prognose zwischenzeitlich schon deutlich niedriger angesetzt gewesen sei. Die im Frühjahr merklich angestiegenen Inflationserwartungen für die USA seien wieder etwas zurückgekommen und hätten der Fed die Möglichkeit für eine Zinssenkung im September eröffnet, um auf die zuletzt schwächeren Arbeitsmarktdaten im Rahmen des Dualmandats zu reagieren. Erheblich besser als von Analyst:innen erwartet, fielen weiterhin die Unternehmensergebnisse aus, was auch zu entsprechenden Revisionen bei den Gewinnschätzungen geführt habe. Das in den USA zweistellige Umsatz- und Gewinnwachstum, insbesondere aufgrund der massiven Investitionen in die AI-Technologie, stelle wohl den wichtigsten Antrieb für den Aktienmarkt dar. All diese besser als erwarteten Tendenzen sowohl auf der Ebene der Makrodaten wie auch bei den Unternehmen unterstützten die Entwicklungen am Kapitalmarkt und führten offenkundig dazu, dass negative Einflussfaktoren bislang weitgehend ausgeblendet werden könnten. Auch unsere Marktbeurteilung falle positiv aus, wodurch die Experten bei ihrer Positionierung verstärkt auf Aktien setzten.
Die Experten von Raiffeisen Capital Management rechnen mit sinkenden Renditen bei deutschen Staatsanleihen mit mittlerer Laufzeit (5 Jahre) und bleiben entsprechend stark positioniert. Ebenso sähen sie US-Staatsanleihen (5 Jahre) positiv. Zinskurven-Positionierungen hätten sie neutralisiert, nachdem die Zinskurven in den USA und Deutschland deutlich steiler geworden seien. Die Experten würden weiterhin für deutsche und französische Staatsanleihen optimistisch bleiben und seien in Hinblick auf italienische Wertpapiere vorsichtig, nachdem diese mittlerweile praktisch die gleiche Risikoprämie wie französische Staatsanleihen aufwiesen.
Schwellenländer-Hartwährungsanleihen hätten sich im September abermals sehr gut entwickelt. Vorerst behielten die Experten ihre vorsichtige Einschätzung bei, da sie den extremen Optimismus des Marktes nicht teilten und sich u.a. bei dieser Anleiheklasse defensiv positionierten (bei gleichzeitiger Bevorzugung von risikoarmen Anleiheklassen). Die von den USA verhängten Zölle gegenüber den Emerging-Markets-Handelspartnern schienen – entgegen unserer Erwartung – kaum gepreist zu werden. Auch Emerging-Markets-Anleihen profitierten von der derzeitigen "Flucht in alle Richtungen".
Die globalen Aktienmärkte hätten sich in den letzten Monaten weiterhin recht fest präsentiert. Neben besser als erwarteten Konjunkturdaten hätten sich einmal mehr die Unternehmensgewinne als wichtiger Unterstützungsfaktor erwiesen. Zuletzt seien auch die Gewinnerwartungen für die nächsten Quartale nach oben gesetzt worden. Die Stimmung sei kurzfristig schon sehr optimistisch (Kontraindikator), aufgrund der in Summe positiven Rahmenbedingungen positionierten sich die Experten bei Aktien dennoch nochmals etwas stärker.
Der September sei für Aktien aus den Schwellenländern absolut, aber auch relativ zu entwickelten Aktienmärkten ein sehr guter Monat gewesen. Insbesondere Aktien aus dem asiatischen Raum mit Tech-Bezug hätten sich sehr gut halten können. Damit hätten Emerging-Markets-Aktien ihren Performancevorteil ausbauen können und entwickelten sich erstmals seit vielen Jahren besser als globale entwickelte Aktien. Die fundamentale Bewertung für die Emerging-Markets-Region sei weiter recht günstig. Seit Jahresbeginn hätten insbesondere Telekom und Grundstoffwerte profitieren können. IT-Werte hätten zuletzt stark aufgeholt.
Die internationalen Rohstoffmärkte hätten sich zuletzt durchwegs positiv präsentiert. Edelmetalle seien erneut auf ein neues Allzeithoch geklettert. Strukturell sorgten Zentralbankkäufe weiterhin für anhaltende Unterstützung. Auch Retailkäufer:innen fänden zuletzt wieder vermehrt Gefallen an Gold. Auch Industriemetalle hätten sich wieder deutlich erholt, während Energierohstoffe auf unveränderten Niveaus verharrten. Nach der sehr guten Performance bei Edelmetallen hätten die Experten Gewinne mitgenommen. (10.10.2025/alc/a/a)


