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Spanien-Anleihen: Risiken nehmen weiter zu, Standard & Poor's senkt Daumen
27.04.12 11:14
Anleihencheck Research
Westerburg (www.anleihencheck.de) - Die Analysten von Anleihencheck Research halten spanische Staatsanleihen aufgrund des aktuell anhaltenden negativen Nachrichtflusses derzeit für weniger attraktiv.
Heute Morgen sei die Meldung über die Ticker gelaufen, dass die Ratingagentur Standard & Poor's das Rating für Spanien um direkt zwei Stufen auf "BBB+" gesenkt habe. Zudem bleibe der Ausblick negativ. Standard & Poor's begründe das Downgrade mit anhaltenden Problemen im Bankensektor sowie mit den schwachen Wachstumsperspektiven.
Die Kursentwicklung spanischer Staatsanleihen habe diese Meldung indirekt in den letzten Wochen bereits eingepreist. Denn die Kurse seien zuletzt deutlich gesunken. Dies dürfte auch darin begründet liegen, dass die Stützungsmaßnahmen der EZB allmählich abebben würden und die Beteuerungen der spanischen Regierung, dass man keine externe Hilfe bräuchte, die Marktteilnehmer nicht richtig ernst nähmen. Erst gestern Abend habe Spaniens Wirtschaftsminister nochmals bekräftigt, dass man keine externe Hilfe durch den europäischen Rettungsschirm bräuchte. Zudem habe er für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von 0,1% in Aussicht gestellt, während Standard & Poor's mit einem Rückgang um 0,5% rechne.
Rückendeckung habe Spanien zuletzt von Christine Lagarde, Direktorin des IWF, erhalten. Sie habe verkündet, dass Spanien sehr gute und begrüßenswerte Maßnahmen angekündigt habe. Sollte Bedarf bestehen, könne Spanien auf Mittel der Euro-Rettungsschirme zurückgreifen.
Zehnjährige spanische Anleihen würden aktuell bei rund 5,8% rentieren. Die Anleihe (ISIN ES00000123K0/ WKN A1GXLB) habe am 18. April noch bei knapp 101% notiert. Aktuell sei der Kurs auf 99,18% gesunken.
Spanien habe mit enormen Problemen zu kämpfen: Erstens habe die Regierung jüngst ihr Defizitziel für 2012 von 4,4% auf 5,8% des BIPs revidiert und für 2011 würden rückwirkend Werte um 8,5% in Aussicht gestellt. Dadurch komme am Markt der Eindruck auf, dass der kürzlich unterzeichnete Fiskalpakt bereits verfehlt werde, bevor er überhaupt richtig gestartet sei. Für 2013 sei ein Haushaltsdefizit von maximal 3,0 Prozent des BIP vereinbart worden, wobei es zum jetzigen Zeitpunkt fraglich sei, ob dieses Ziel erreicht werde. Außerdem rechne die EU-Kommission mit einem BIP-Rückgang für dieses Jahr von 1,0%. Zudem verfüge Spanien über eine der höchsten Arbeitslosenquoten in allen Industriestaaten. So habe diese per Ende 2011 bei 23% gelegen.
Die Stimmung an den Anleihemärkten sei wieder angespannter und Länder wie Italien und Spanien stünden verstärkt im Fokus. Nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research könnten Staatsanleihen von Spanien nach den jüngsten Kursrückgängen eine interessante Investmentalternative für den europäischen Staatsanleihen-Sektor sein, jedoch haben die Risiken bezüglich des Emittenten zuletzt stark zugenommen. (Analyse vom 27.04.2012) (27.04.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.
Heute Morgen sei die Meldung über die Ticker gelaufen, dass die Ratingagentur Standard & Poor's das Rating für Spanien um direkt zwei Stufen auf "BBB+" gesenkt habe. Zudem bleibe der Ausblick negativ. Standard & Poor's begründe das Downgrade mit anhaltenden Problemen im Bankensektor sowie mit den schwachen Wachstumsperspektiven.
Die Kursentwicklung spanischer Staatsanleihen habe diese Meldung indirekt in den letzten Wochen bereits eingepreist. Denn die Kurse seien zuletzt deutlich gesunken. Dies dürfte auch darin begründet liegen, dass die Stützungsmaßnahmen der EZB allmählich abebben würden und die Beteuerungen der spanischen Regierung, dass man keine externe Hilfe bräuchte, die Marktteilnehmer nicht richtig ernst nähmen. Erst gestern Abend habe Spaniens Wirtschaftsminister nochmals bekräftigt, dass man keine externe Hilfe durch den europäischen Rettungsschirm bräuchte. Zudem habe er für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von 0,1% in Aussicht gestellt, während Standard & Poor's mit einem Rückgang um 0,5% rechne.
Rückendeckung habe Spanien zuletzt von Christine Lagarde, Direktorin des IWF, erhalten. Sie habe verkündet, dass Spanien sehr gute und begrüßenswerte Maßnahmen angekündigt habe. Sollte Bedarf bestehen, könne Spanien auf Mittel der Euro-Rettungsschirme zurückgreifen.
Spanien habe mit enormen Problemen zu kämpfen: Erstens habe die Regierung jüngst ihr Defizitziel für 2012 von 4,4% auf 5,8% des BIPs revidiert und für 2011 würden rückwirkend Werte um 8,5% in Aussicht gestellt. Dadurch komme am Markt der Eindruck auf, dass der kürzlich unterzeichnete Fiskalpakt bereits verfehlt werde, bevor er überhaupt richtig gestartet sei. Für 2013 sei ein Haushaltsdefizit von maximal 3,0 Prozent des BIP vereinbart worden, wobei es zum jetzigen Zeitpunkt fraglich sei, ob dieses Ziel erreicht werde. Außerdem rechne die EU-Kommission mit einem BIP-Rückgang für dieses Jahr von 1,0%. Zudem verfüge Spanien über eine der höchsten Arbeitslosenquoten in allen Industriestaaten. So habe diese per Ende 2011 bei 23% gelegen.
Die Stimmung an den Anleihemärkten sei wieder angespannter und Länder wie Italien und Spanien stünden verstärkt im Fokus. Nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research könnten Staatsanleihen von Spanien nach den jüngsten Kursrückgängen eine interessante Investmentalternative für den europäischen Staatsanleihen-Sektor sein, jedoch haben die Risiken bezüglich des Emittenten zuletzt stark zugenommen. (Analyse vom 27.04.2012) (27.04.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.


