Erweiterte Funktionen
Spanien-Anleihen: Land braucht keine externe Hilfe, aber wie lange noch?
04.06.12 09:51
Anleihencheck Research
Westerburg (www.anleihencheck.de) - Nach Meinung der Analysten von Anleihencheck Research sollten Anleger spanische Staatsanleihen aufgrund des unattraktiven Chance/Risiko-Verhältnisses derzeit meiden.
Die Kurse spanischer Staatsanleihen seien weiter im Tiefflug. Die Euro-Schuldenkrise spitze sich weiter zu. Der Markt warte gespannt auf die Neuwahlen in Griechenland Mitte Juni und es vergehe nicht ein Tag, an dem nicht neue (Negativ-)Schlagzeilen zu Spanien und Italien veröffentlicht würden. Zudem würden mehr und mehr die Wortschöpfungen "Grexit" und Spexit" durch die Medien gehen. Damit seien die möglichen Austritte Griechenlands und Spaniens aus dem Euro gemeint.
Bei seinen jüngsten Anleiheemissionen habe Spanien den höchsten Risikoaufschlag für zehnjährige Spanien-Bonds seit der Gründung der Eurozone hinnehmen müssen. Und die renommierte Ratingagentur Fitch habe kürzlich neues Öl in die Flammen gegossen. Diese habe nämlich mitgeteilt, dass man damit rechne, dass sich ausländische Investoren in den kommenden Monaten auch weiterhin aus spanischen und italienischen Staatsanleihen zurückziehen würden.
Spaniens angeschlagener Bankensektor habe zuletzt immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. So habe Bankia, welche die viertgrößte Bank Spaniens sei, kürzlich verkündet, dass sie 19 Mrd. Euro Staatshilfe von der spanischen Regierung erhalte. Insgesamt werde nun mit einem Sanierungsbetrag von 23,5 Mrd. Euro gerechnet. Der spanische Ministerpräsident Rajoy habe unterdessen erklärt, dass es für die spanischen Kreditinstitute keine europäische Rettungsaktion geben solle. Der Sonderaufwand für den Bankensektor werde für 2012 auf 84 Mrd. Euro taxiert.
Erst am Freitag habe Spaniens Regierung verkündet, dass man solvent sei und die Turbulenzen überstehen werde. Das Land habe ein umfassendes Sanierungsprogramm auf den Weg gebracht, welches aber nach Aussage des spanischen Finanzministers, Cristobal Montoro, Zeit brauche, bis sich die Wirkungen einstellen würden.
Vor dem Hintergrund der negativen Nachrichtenlage, liege die Rendite für zehnjährige spanische Anleihen immer noch bei über 6%. Die Anleihe (ISIN ES00000123K0 / WKN A1GXLB) habe Anfang April noch bei knapp 104% notiert. Aktuell liege der Kurs bei 95,10% und befinde sich damit weiter auf dem Rückzug.
Spanien stehe weiter mit dem Rücken zur Wand: Die Regierung habe ihr Defizitziel für 2012 von 4,4% auf 5,8% des BIP revidiert und für 2011 würden rückwirkend Werte um 8,9% in Aussicht gestellt. Dadurch komme am Markt der Eindruck auf, dass der kürzlich unterzeichnete Fiskalpakt bereits verfehlt werde, bevor er überhaupt richtig gestartet sei. Für 2013 sei ein Haushaltsdefizit von maximal 3,0 Prozent des BIP vereinbart worden, wobei es zum jetzigen Zeitpunkt fraglich sei, ob dieses Ziel erreicht werde. Außerdem rechne die EU-Kommission mit einem BIP-Rückgang für dieses Jahr von 1,0%. Vor dem Hintergrund der aktuell sehr schwachen Verfassung des Landes sei es kaum überraschend, dass die Bank of Spain auch für das zweite Quartal 2012 mit einem BIP-Rückgang rechne.
Spitze sich die Situation weiter zu, bestehe die Gefahr, dass Spanien der Zugang zu den Kapitalmärkten verwehrt werde. Dann müsste die EZB eingreifen und der dauerhafte Rettungsschirm ESM könnte aktiviert werden, auch wenn dies bisher noch von der spanischen Regierung mit allen Mitteln verhindert werde.
Die Unsicherheit an den Anleihemärkten steige weiter. Nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research könnten Staatsanleihen von Spanien nach den jüngsten Kursrückgängen eine interessante Investmentalternative für den europäischen Staatsanleihen-Sektor sein, jedoch bleibt das Chance/Risiko-Verhältnis vor dem Hintergrund der aktuellen Nachrichtenlage aktuell wenig attraktiv. Anleger, die auf der Suche nach einem werthaltigen Investment seien, sollten Anleihen von Spanien daher weiter meiden. (Analyse vom 04.06.2012) (04.06.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen.
Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.
Die Kurse spanischer Staatsanleihen seien weiter im Tiefflug. Die Euro-Schuldenkrise spitze sich weiter zu. Der Markt warte gespannt auf die Neuwahlen in Griechenland Mitte Juni und es vergehe nicht ein Tag, an dem nicht neue (Negativ-)Schlagzeilen zu Spanien und Italien veröffentlicht würden. Zudem würden mehr und mehr die Wortschöpfungen "Grexit" und Spexit" durch die Medien gehen. Damit seien die möglichen Austritte Griechenlands und Spaniens aus dem Euro gemeint.
Bei seinen jüngsten Anleiheemissionen habe Spanien den höchsten Risikoaufschlag für zehnjährige Spanien-Bonds seit der Gründung der Eurozone hinnehmen müssen. Und die renommierte Ratingagentur Fitch habe kürzlich neues Öl in die Flammen gegossen. Diese habe nämlich mitgeteilt, dass man damit rechne, dass sich ausländische Investoren in den kommenden Monaten auch weiterhin aus spanischen und italienischen Staatsanleihen zurückziehen würden.
Spaniens angeschlagener Bankensektor habe zuletzt immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. So habe Bankia, welche die viertgrößte Bank Spaniens sei, kürzlich verkündet, dass sie 19 Mrd. Euro Staatshilfe von der spanischen Regierung erhalte. Insgesamt werde nun mit einem Sanierungsbetrag von 23,5 Mrd. Euro gerechnet. Der spanische Ministerpräsident Rajoy habe unterdessen erklärt, dass es für die spanischen Kreditinstitute keine europäische Rettungsaktion geben solle. Der Sonderaufwand für den Bankensektor werde für 2012 auf 84 Mrd. Euro taxiert.
Erst am Freitag habe Spaniens Regierung verkündet, dass man solvent sei und die Turbulenzen überstehen werde. Das Land habe ein umfassendes Sanierungsprogramm auf den Weg gebracht, welches aber nach Aussage des spanischen Finanzministers, Cristobal Montoro, Zeit brauche, bis sich die Wirkungen einstellen würden.
Spanien stehe weiter mit dem Rücken zur Wand: Die Regierung habe ihr Defizitziel für 2012 von 4,4% auf 5,8% des BIP revidiert und für 2011 würden rückwirkend Werte um 8,9% in Aussicht gestellt. Dadurch komme am Markt der Eindruck auf, dass der kürzlich unterzeichnete Fiskalpakt bereits verfehlt werde, bevor er überhaupt richtig gestartet sei. Für 2013 sei ein Haushaltsdefizit von maximal 3,0 Prozent des BIP vereinbart worden, wobei es zum jetzigen Zeitpunkt fraglich sei, ob dieses Ziel erreicht werde. Außerdem rechne die EU-Kommission mit einem BIP-Rückgang für dieses Jahr von 1,0%. Vor dem Hintergrund der aktuell sehr schwachen Verfassung des Landes sei es kaum überraschend, dass die Bank of Spain auch für das zweite Quartal 2012 mit einem BIP-Rückgang rechne.
Spitze sich die Situation weiter zu, bestehe die Gefahr, dass Spanien der Zugang zu den Kapitalmärkten verwehrt werde. Dann müsste die EZB eingreifen und der dauerhafte Rettungsschirm ESM könnte aktiviert werden, auch wenn dies bisher noch von der spanischen Regierung mit allen Mitteln verhindert werde.
Die Unsicherheit an den Anleihemärkten steige weiter. Nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research könnten Staatsanleihen von Spanien nach den jüngsten Kursrückgängen eine interessante Investmentalternative für den europäischen Staatsanleihen-Sektor sein, jedoch bleibt das Chance/Risiko-Verhältnis vor dem Hintergrund der aktuellen Nachrichtenlage aktuell wenig attraktiv. Anleger, die auf der Suche nach einem werthaltigen Investment seien, sollten Anleihen von Spanien daher weiter meiden. (Analyse vom 04.06.2012) (04.06.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen.
Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.


