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Sitzung der US-Notenbank im Mittelpunkt der Märkte


31.01.22 08:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Stimmung an den Kapitalmärkten wurde wieder einmal durch eine Mischung negativer Wirtschaftsindikatoren und grassierender Unsicherheit geprägt, so die Experten von Union Investment.

Die Corona−Mutation Omikron habe sich auch in dieser Woche rasant verbreitet und unter anderem dazu geführt, dass in Deutschland erneut ein Rekordwert an Corona-Neuinfektionen erreicht worden sei. Während die Bundesregierung an den bisherigen Maßnahmen zur Corona−Bekämpfung unverändert festhalte, hätten andere Länder ihre bisherige Vorgehensweise im Rahmen der Pandemie gelockert. Großbritannien etwa habe angekündigt, fast alle Corona−Maßnahmen abzuschaffen.

Weiterhin habe die anhaltend hohe Inflation die Erwartungen baldiger Zinsanhebungen geschürt, die zu deutlichen Verschiebungen an den Kapitalmärkten führen könnten. In diesem Zuge hätten sich in dieser Woche einmal mehr alle Augen auf die mit Spannung erwartete Sitzung der US-Notenbank gerichtet, die ein klares Signal für einen ersten Zinsschritt im März gesetzt habe. Ebenso die geopolitischen Spannungen zwischen Russland und der Ukraine hätten die Unsicherheit an den globalen Kapitalmärkten weiter vorangetrieben.

Im Hinblick auf die Wirtschaftsdaten habe der internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognosen für das Weltwirtschaftswachstum für 2022 deutlich nach unten revidiert. Nachdem der IWF im Oktober noch eine globale Wirtschaftsleistung von 4,9 Prozent vorausgesagt habe, habe der Fonds in dieser Woche lediglich eine Zunahme von 4,4 Prozent prognostiziert. 2021 habe die Wachstumsrate noch bei 5,9 Prozent gelegen.

Laut dem IWF hätten zu der Revision unter anderem die rasante Verbreitung der Omikron-Variante als auch die andauernden Störungen in den globalen Lieferketten beigetragen. Zudem würden in den größten Volkswirtschaften der Welt, USA und China, Sonderfaktoren wie die Immobilienkrise im Reich der Mitte und das Ende der ultralockeren Geldpolitik in den USA ins Gewicht fallen. Unter anderem für diese beiden Länder habe der Währungsfonds seine Prognosen drastisch nach unten geschraubt. Ebenso für Deutschland sei die Prognose gesenkt worden: um 0,8 Prozentpunkte auf ein Plus von 3,8 Prozent. Hintergrund seien auch hier vor allem die anhaltenden Unterbrechungen globaler Lieferketten, die das Land besonders treffen würden.

Inmitten der Corona-Welle und trotz der Revision der deutschen Wirtschaftsleistung seitens des IWFs helle sich die Laune der Verbraucher in Deutschland auf. So sei beispielsweise der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft im Januar deutlich gestiegen. Im Vergleich dazu sei die Stimmungslage in der restlichen Euro−Zone eher gedämpft ausgefallen. Mit den erreichten 54,3 Punkten habe der beste Wert seit vier Monaten erzielt werden können. Nach sechs Rückgängen in Folge sei in diesem Monat ebenfalls der ifo-Geschäftsklimaindex deutlich angestiegen. Der wichtigste deutsche Konjunktur-Frühindikator sei von zuletzt 94,8 auf 95,7 Punkte geklettert. Laut dem Münchner ifo-Institut würden die deutschen Unternehmen die aktuelle Lage zwar insgesamt etwas schlechter beurteilen, würden jedoch mit einem deutlichen Hoffnungsschimmer für die kommenden Monate in das neue Jahr starten.

Eine ebenso leichte Verbesserung habe sich bei den Konjunktur- und Einkommenserwartungen als auch bei den Anschaffungsneigungen im Januar gezeigt, habe das Nürnberger Konsumforschungsunternehmen GfK auf Grundlage seiner monatlichen Erhebung mitgeteilt. Die Kauflust werde laut dem Institut aber immer noch von der Pandemie gebremst, unter anderem aufgrund der Maskenpflicht und den aktuellen 2G-Regelungen in Teilen des Einzelhandels. (Ausgabe vom 28.01.2022) (31.01.2022/alc/a/a)