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Sind Zentralbanken für Investoren da - oder für die Wirtschaft?
21.09.15 11:13
AXA Investment Managers
Köln (www.anleihencheck.de) - "Die Aufgabe einer Zentralbank ist es nicht sicherzustellen, dass Investoren zu jeder Zeit Geld verdienen. Zentralbanken sollen zu Wirtschaftswachstum und wirtschaftlicher Stabilität beitragen. Und auch die Investoren selbst sollten sich nicht darauf verlassen, dass leichtes Geld für immer ihre oft unrealistischen Renditeerwartungen garantiert", so Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers.
Die US-Notenbank FED habe sich entschlossen, den Leitzins vorerst unverändert zu lassen. Für Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers, werfe die Entscheidung Fragen auf: Wann werde für Notenbankchefin Janet Yellen der richtige Zeitpunkt für eine Zinserhöhung gekommen sein? "Noch ein paar Monate mit Nullzinsen, noch einige Monate warten auf den glücklichen Moment, in dem der US-Arbeitsmarkt überhaupt keine Schwäche mehr zeigt, das Vertrauen ins mittelfristige Erreichen des Inflationsziels steigt und der Rest der Welt nicht mehr zum Opfer des wirtschaftlichen Umbruchs in China wird", erkläre Iggo. "Wenn nicht im September - warum dann im Dezember?"
Investoren, die das Ausbleiben einer Verschärfung der Geldpolitik als Hauptantrieb für die Rendite von Aktien und anderen riskanten Assets ausgemacht hätten, könnten sich nach Iggos Ansicht auf solide Erträge bis zum Jahresende freuen. "Für uns Anleihemenschen lässt die Zinsrally nach der FED-Entscheidung das Zinsrisiko allerdings noch weniger attraktiv erscheinen", so Iggo. Die Frage sei, wo Investoren noch hohe Erträge durch Kreditaufschläge finden könnten ohne dabei ein zu hohes Zinsrisiko einzugehen. "US-Hochzinsanleihen stechen in dieser Hinsicht weiterhin heraus", so der Anleihenexperte. "Aber für den Rest der festverzinslichen Wertpapiere kann eine taktische Rotation zwischen Anlagen mit Kreditrisiko möglicherweise helfen. Dennoch bleiben die Erträge niedrig, und wir warten auf eine Gelegenheit, Geld auf einem Renditeniveau anzulegen, das sinnvoller erscheint."
Für problematisch halte Iggo auch die öffentliche Wahrnehmung der Geldpolitik der FED: "Eine ganze Generation von Anlegern, Händlern und Kommentatoren ist auf die Idee konditioniert worden, dass Notenbanken die Zinsen senken und nicht erhöhen sollten, wann immer die Finanzmärkte volatil sind." Daher sei es wenig verwunderlich, dass es im Vorfeld der jüngsten FED-Sitzung viele geradezu apokalyptische Warnungen über die Folgen einer Zinserhöhung für die Finanzmärkte und die Wirtschaft gegeben habe.
Iggo gebe allerdings zu bedenken: "Die Aufgabe einer Zentralbank ist es nicht sicherzustellen, dass Investoren zu jeder Zeit Geld verdienen. Zentralbanken sollen zu Wirtschaftswachstum und wirtschaftlicher Stabilität beitragen. Und auch die Investoren selbst sollten sich nicht darauf verlassen, dass leichtes Geld für immer ihre oft unrealistischen Renditeerwartungen garantiert." Stattdessen empfehle Iggo Anlegern, sich auf den langfristigen Kapitalerhalt und die Schaffung von Wert zu konzentrieren, die sich aus Investments in wirklich gute Unternehmen und der Kreditvergabe an wirklich verlässliche Schuldner ergeben würden. (21.09.2015/alc/a/a)
Die US-Notenbank FED habe sich entschlossen, den Leitzins vorerst unverändert zu lassen. Für Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers, werfe die Entscheidung Fragen auf: Wann werde für Notenbankchefin Janet Yellen der richtige Zeitpunkt für eine Zinserhöhung gekommen sein? "Noch ein paar Monate mit Nullzinsen, noch einige Monate warten auf den glücklichen Moment, in dem der US-Arbeitsmarkt überhaupt keine Schwäche mehr zeigt, das Vertrauen ins mittelfristige Erreichen des Inflationsziels steigt und der Rest der Welt nicht mehr zum Opfer des wirtschaftlichen Umbruchs in China wird", erkläre Iggo. "Wenn nicht im September - warum dann im Dezember?"
Für problematisch halte Iggo auch die öffentliche Wahrnehmung der Geldpolitik der FED: "Eine ganze Generation von Anlegern, Händlern und Kommentatoren ist auf die Idee konditioniert worden, dass Notenbanken die Zinsen senken und nicht erhöhen sollten, wann immer die Finanzmärkte volatil sind." Daher sei es wenig verwunderlich, dass es im Vorfeld der jüngsten FED-Sitzung viele geradezu apokalyptische Warnungen über die Folgen einer Zinserhöhung für die Finanzmärkte und die Wirtschaft gegeben habe.
Iggo gebe allerdings zu bedenken: "Die Aufgabe einer Zentralbank ist es nicht sicherzustellen, dass Investoren zu jeder Zeit Geld verdienen. Zentralbanken sollen zu Wirtschaftswachstum und wirtschaftlicher Stabilität beitragen. Und auch die Investoren selbst sollten sich nicht darauf verlassen, dass leichtes Geld für immer ihre oft unrealistischen Renditeerwartungen garantiert." Stattdessen empfehle Iggo Anlegern, sich auf den langfristigen Kapitalerhalt und die Schaffung von Wert zu konzentrieren, die sich aus Investments in wirklich gute Unternehmen und der Kreditvergabe an wirklich verlässliche Schuldner ergeben würden. (21.09.2015/alc/a/a)


