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Schwellenländer-Anleihefonds im Überblick
24.09.12 08:56
ING Investment Management
Den Haag (www.anleihencheck.de) - Die Schwellenländer entwickeln sich hochdynamisch und so auch ihre Kapitalmärkte, so Rob Drijkoningen, Global Head of Emerging Markets Debt von ING Investment Managements.
Seit mit dem Brady-Plan in den 1990er Jahren ein liquides Anlageuniversum für Emerging-Markets-Schulden entstanden sei, hätten sich weitere Spielarten von Emerging- Markets-Debt (EMD) herausgebildet. Das Engagement in diesem Bereich erfolge zwar in der Regel nach einem opportunistischen Ansatz, doch zunehmende Größe, Liquidität und Tiefe hätten auch das Interesse an den drei anderen Unterformen beflügelt: EM Corporates, EM Local Currency Short Duration und EM Local Currency Long Duration.
Möglich geworden sei dies durch Rahmenbedingungen, die den Schwellenländern auch den "Anschluss" an die entwickelte Welt verschafft hätten. In den Jahrzehnten vor 1990 hätten dagegen oftmals Boom-Bust-Zyklen und ungeschicktes Makromanagement das vorhandene Potenzial überschattet. So um das Jahr 2000 habe das Realwachstum der Wirtschaftsleistung in den Schwellenländern erstmals das der entwickelten Welt übertroffen. Das habe u. a. auch daran gelegen, dass die vorangegangenen Finanzkrisen in Asien und Russland zu einem deutlichen Anstieg der haushalts- und geldpolitischen Disziplin geführt hätten. Mit den Schuldenquoten habe sich auch ganz allgemein das Geschäftsklima verbessert.
Das raschere Wachstum der Schwellenländer lasse sich durch langfristige globale Konvergenztrends erklären. Der Aufhol- bzw. Konvergenzprozess der Schwellenländer gegenüber den entwickelten Ländern beruhe sowohl auf endogenen (Produktivitätswachstum) als auch exogenen Faktoren (Globalisierung und Abbau von Handelsbarrieren). Dabei würden die Konvergenzeffekte durch eine glaubwürdige Volkswirtschaftspolitik sowie einen rechtsstaatlichen Rahmen verstärkt.
Jetzt sei es an den entwickelten Märkten, die Investoren von ihrer Attraktivität zu überzeugen. Die weltweite Kreditkrise sei insofern ein Augenöffner gewesen: Während die Schwellenländer weitgehend ungeschoren davongekommen seien, werde es wohl noch einige Jahre dauern, bis alle Industrieländer die haushaltspolitischen Konsequenzen bewältigt hätten. Auch die anhaltende Schuldenkrise in der Eurozone belaste die Schwellenländer nicht im gleichen Maße wie die entwickelten Staaten.
Die Kapitalmärkte seien für die wirtschaftliche Weiterentwicklung eines Landes von entscheidender Bedeutung. Für Emittenten, ob Staat oder Unternehmen, würden Lokalwährungsmärkte größere Unabhängigkeit von der Finanzierung an den internationalen Märkten bedeuten. Aus Anlegersicht würden Anlagemöglichkeiten auf lokaler Ebene eine wichtige Rolle für das so genannte "Liability Driven Investing" spielen, also eine an den Verbindlichkeiten von Banken, Rentenfonds und Versicherungsgesellschaften orientierte Anlagestrategie. Da sich die Zinskurven der Kapitalmärkte über das gesamte Zins- und Laufzeitspektrum erstrecken würden, richte sich auch die Preisgestaltung bei anderen Kreditinstrumenten danach.
Aus den verschiedensten Gründen - Präferenz für die Heimatmärkte, mangelnde Kenntnis im Hinblick auf das Angebot an EMD-Titeln und -Assetklassen, Mangel an geeigneten Investmentprozessen - würden internationale Investoren immer noch vor Emerging-Markets-Anleihen zurückscheuen. Die Konvergenz zwischen Emerging Markets und entwickelten Märkten möge in puncto Wirtschaftsentwicklung und Wohlstand noch Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern. Die strategische Allokation in Emerging Markets dürfte jedoch strukturbedingt zunehmen, vor allem solange vielfältige Alpha-Chancen bestehen.
Derzeit würden 84 Prozent (47 Prozent Staats- und 37 Prozent Unternehmensanleihen) aller sich im Umlauf befindlicher EM-Schuldtitel auf Lokalwährung lauten. Die übrigen 16 Prozent würden auf ausländische Staatsanleihen (6 Prozent) sowie ausländische Unternehmensanleihen entfallen (10 Prozent).
JP Morgan sei der führende Indexanbieter für die EM-Anleihemärkte. Mit 53 Prozent entfalle der Löwenanteil noch auf HC-Staatsanleihen, doch LC Longer Duration (GBIEM) and HC Corporate Debt (CEMBI) würden rasch an Boden gewinnen. Renditen und Renditespannen seien im Vergleich zu ihren Pendants von den entwickelten Märkte überwiegend günstig.
Bei Hartwährungsanleihen, also ausländischen Staats- und Unternehmensanleihen, übernehme der Anleger zusätzlich zum US-Treasury-Risiko ein "reines" Kredit- bzw. Spreadrisiko. Bei Lokalwährungsanleihen sei der Anleger hingegen Währungs- und lokalen Zinsrisiken ausgesetzt. Das EM-Währungsrisiko habe sich als zuverlässige und dauerhafte Diversifikationsquelle erwiesen. Alle EMD-Kategorien würden sich im Hinblick auf Länder-, Rating- und regionale Kategorien durch ein hohes Maß an Diversifikation auszeichnen. Die Liquidität sei bei HC-Staatsanleihen und Lokalwährungsanleihen mit kurzer Duration am höchsten.
Im Rahmen eines fundamentalen Ansatzes bei der strategischen Asset-Allokation böte sich für ein globales Fixed-Income-Portfolio eine 30%ige Gewichtung von EMD an. Der Anteil der Schwellenländer an der nominalen Weltwirtschaftsleistung betrage bereits über 35 Prozent. Die Allokationen aller sich im Umlauf befindlichen EMAnleihen handelbarer europäischer Indices würden hingegen auf einen Wert von nur 6,1 Prozent hindeuten. Damit würden die Emerging Markets trotz ihrer Schuldendisziplin abgestraft. Zugleich würden BIP-Zuwächse und für die Emerging Markets tendenziell günstige Kapitalmarkttrends ignoriert.
Die Analyse von INGs strategischer Asset-Allokation ergebe ein hohes Exposure gegenüber Lokalwährungen. Diese Allokation beruhe auf einem zukunftsorientierten Risikoprämienmodell, das seinerseits die in der Vergangenheit beobachteten Trends und die Erwartungen der Experten an die weitere Entwicklung miteinander kombiniere. Eine niedrigere Risikotoleranz lege eine Allokation in Lokalwährungen (kurze Duration) und HC-Staatsanleihen nahe. Bei einer höheren Risikotoleranz empfehle sich dagegen eine höhere Allokation in HC-Unternehmensanleihen und Lokalwährungen (lange Duration).
Momentan setze sich ING IMs strategische Gewichtung der vier Untersegmente folgendermaßen zusammen: 35 Prozent Lokalwährung (lange Duration), 25 Prozent Lokalwährung (kurze Duration), 25 Prozent HC-Staatsanleihen und 15 Prozent HCUnternehmensanleihen. Bei dieser Allokation bestehe ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Liquidität, Marktentwicklung und Rendite-Risiko-Aussichten. In Backtests weise dieses Musterportfolio attraktive historische Risiko-Ertrags-Merkmale auf.
Ferner seien die Experten der Überzeugung, dass die taktische Asset-Allokation (TAA) in diese Untersegmente attraktive Renditesteigerungen generiere. Dabei würden die Experten durch ihre Research- und Analysetätigkeit günstige Gelegenheiten im Zuge vorübergehender Marktverwerfungen erfassen. Seit jeher würden sie erhebliche Performance-Unterschiede zwischen den verschiedenen Sub-Assetklassen beobachten. Entsprechend hätten sie systematische, fundamentale und idiosynkratische Risikotreiber identifiziert und ein Verfahren konzipiert, das die sich bietenden Chancen verfolge, interpretiere und nutze.
Die Erkenntnisse des gesamten EMD-Teams sind von entscheidender Bedeutung, um Tiefe und Aktualität unserer taktischen Entscheidungen sicherzustellen, so die Experten von ING Investment Managements. Zugleich würden zwei Portfoliomanager die Top-down-Prozesse im Hinblick auf den relativen Wert steuern. (24.09.2012/alc/a/a)
Seit mit dem Brady-Plan in den 1990er Jahren ein liquides Anlageuniversum für Emerging-Markets-Schulden entstanden sei, hätten sich weitere Spielarten von Emerging- Markets-Debt (EMD) herausgebildet. Das Engagement in diesem Bereich erfolge zwar in der Regel nach einem opportunistischen Ansatz, doch zunehmende Größe, Liquidität und Tiefe hätten auch das Interesse an den drei anderen Unterformen beflügelt: EM Corporates, EM Local Currency Short Duration und EM Local Currency Long Duration.
Möglich geworden sei dies durch Rahmenbedingungen, die den Schwellenländern auch den "Anschluss" an die entwickelte Welt verschafft hätten. In den Jahrzehnten vor 1990 hätten dagegen oftmals Boom-Bust-Zyklen und ungeschicktes Makromanagement das vorhandene Potenzial überschattet. So um das Jahr 2000 habe das Realwachstum der Wirtschaftsleistung in den Schwellenländern erstmals das der entwickelten Welt übertroffen. Das habe u. a. auch daran gelegen, dass die vorangegangenen Finanzkrisen in Asien und Russland zu einem deutlichen Anstieg der haushalts- und geldpolitischen Disziplin geführt hätten. Mit den Schuldenquoten habe sich auch ganz allgemein das Geschäftsklima verbessert.
Das raschere Wachstum der Schwellenländer lasse sich durch langfristige globale Konvergenztrends erklären. Der Aufhol- bzw. Konvergenzprozess der Schwellenländer gegenüber den entwickelten Ländern beruhe sowohl auf endogenen (Produktivitätswachstum) als auch exogenen Faktoren (Globalisierung und Abbau von Handelsbarrieren). Dabei würden die Konvergenzeffekte durch eine glaubwürdige Volkswirtschaftspolitik sowie einen rechtsstaatlichen Rahmen verstärkt.
Jetzt sei es an den entwickelten Märkten, die Investoren von ihrer Attraktivität zu überzeugen. Die weltweite Kreditkrise sei insofern ein Augenöffner gewesen: Während die Schwellenländer weitgehend ungeschoren davongekommen seien, werde es wohl noch einige Jahre dauern, bis alle Industrieländer die haushaltspolitischen Konsequenzen bewältigt hätten. Auch die anhaltende Schuldenkrise in der Eurozone belaste die Schwellenländer nicht im gleichen Maße wie die entwickelten Staaten.
Die Kapitalmärkte seien für die wirtschaftliche Weiterentwicklung eines Landes von entscheidender Bedeutung. Für Emittenten, ob Staat oder Unternehmen, würden Lokalwährungsmärkte größere Unabhängigkeit von der Finanzierung an den internationalen Märkten bedeuten. Aus Anlegersicht würden Anlagemöglichkeiten auf lokaler Ebene eine wichtige Rolle für das so genannte "Liability Driven Investing" spielen, also eine an den Verbindlichkeiten von Banken, Rentenfonds und Versicherungsgesellschaften orientierte Anlagestrategie. Da sich die Zinskurven der Kapitalmärkte über das gesamte Zins- und Laufzeitspektrum erstrecken würden, richte sich auch die Preisgestaltung bei anderen Kreditinstrumenten danach.
Aus den verschiedensten Gründen - Präferenz für die Heimatmärkte, mangelnde Kenntnis im Hinblick auf das Angebot an EMD-Titeln und -Assetklassen, Mangel an geeigneten Investmentprozessen - würden internationale Investoren immer noch vor Emerging-Markets-Anleihen zurückscheuen. Die Konvergenz zwischen Emerging Markets und entwickelten Märkten möge in puncto Wirtschaftsentwicklung und Wohlstand noch Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern. Die strategische Allokation in Emerging Markets dürfte jedoch strukturbedingt zunehmen, vor allem solange vielfältige Alpha-Chancen bestehen.
JP Morgan sei der führende Indexanbieter für die EM-Anleihemärkte. Mit 53 Prozent entfalle der Löwenanteil noch auf HC-Staatsanleihen, doch LC Longer Duration (GBIEM) and HC Corporate Debt (CEMBI) würden rasch an Boden gewinnen. Renditen und Renditespannen seien im Vergleich zu ihren Pendants von den entwickelten Märkte überwiegend günstig.
Bei Hartwährungsanleihen, also ausländischen Staats- und Unternehmensanleihen, übernehme der Anleger zusätzlich zum US-Treasury-Risiko ein "reines" Kredit- bzw. Spreadrisiko. Bei Lokalwährungsanleihen sei der Anleger hingegen Währungs- und lokalen Zinsrisiken ausgesetzt. Das EM-Währungsrisiko habe sich als zuverlässige und dauerhafte Diversifikationsquelle erwiesen. Alle EMD-Kategorien würden sich im Hinblick auf Länder-, Rating- und regionale Kategorien durch ein hohes Maß an Diversifikation auszeichnen. Die Liquidität sei bei HC-Staatsanleihen und Lokalwährungsanleihen mit kurzer Duration am höchsten.
Im Rahmen eines fundamentalen Ansatzes bei der strategischen Asset-Allokation böte sich für ein globales Fixed-Income-Portfolio eine 30%ige Gewichtung von EMD an. Der Anteil der Schwellenländer an der nominalen Weltwirtschaftsleistung betrage bereits über 35 Prozent. Die Allokationen aller sich im Umlauf befindlichen EMAnleihen handelbarer europäischer Indices würden hingegen auf einen Wert von nur 6,1 Prozent hindeuten. Damit würden die Emerging Markets trotz ihrer Schuldendisziplin abgestraft. Zugleich würden BIP-Zuwächse und für die Emerging Markets tendenziell günstige Kapitalmarkttrends ignoriert.
Die Analyse von INGs strategischer Asset-Allokation ergebe ein hohes Exposure gegenüber Lokalwährungen. Diese Allokation beruhe auf einem zukunftsorientierten Risikoprämienmodell, das seinerseits die in der Vergangenheit beobachteten Trends und die Erwartungen der Experten an die weitere Entwicklung miteinander kombiniere. Eine niedrigere Risikotoleranz lege eine Allokation in Lokalwährungen (kurze Duration) und HC-Staatsanleihen nahe. Bei einer höheren Risikotoleranz empfehle sich dagegen eine höhere Allokation in HC-Unternehmensanleihen und Lokalwährungen (lange Duration).
Momentan setze sich ING IMs strategische Gewichtung der vier Untersegmente folgendermaßen zusammen: 35 Prozent Lokalwährung (lange Duration), 25 Prozent Lokalwährung (kurze Duration), 25 Prozent HC-Staatsanleihen und 15 Prozent HCUnternehmensanleihen. Bei dieser Allokation bestehe ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Liquidität, Marktentwicklung und Rendite-Risiko-Aussichten. In Backtests weise dieses Musterportfolio attraktive historische Risiko-Ertrags-Merkmale auf.
Ferner seien die Experten der Überzeugung, dass die taktische Asset-Allokation (TAA) in diese Untersegmente attraktive Renditesteigerungen generiere. Dabei würden die Experten durch ihre Research- und Analysetätigkeit günstige Gelegenheiten im Zuge vorübergehender Marktverwerfungen erfassen. Seit jeher würden sie erhebliche Performance-Unterschiede zwischen den verschiedenen Sub-Assetklassen beobachten. Entsprechend hätten sie systematische, fundamentale und idiosynkratische Risikotreiber identifiziert und ein Verfahren konzipiert, das die sich bietenden Chancen verfolge, interpretiere und nutze.
Die Erkenntnisse des gesamten EMD-Teams sind von entscheidender Bedeutung, um Tiefe und Aktualität unserer taktischen Entscheidungen sicherzustellen, so die Experten von ING Investment Managements. Zugleich würden zwei Portfoliomanager die Top-down-Prozesse im Hinblick auf den relativen Wert steuern. (24.09.2012/alc/a/a)


