Erweiterte Funktionen
Schweiz: Leitzinssenkung unwahrscheinlicher
24.08.15 12:14
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Der Schweizer Franken konnte sich im Verlauf des August im Vergleich zum Euro verbilligen, so die Analysten der Nord LB.
Zeitweise habe es sogar so ausgesehen, als ob die europäische Gemeinschaftswährung bald CHF 1,10 kosten würde. Mittlerweile habe sie sich zwischen 1,07 und 1,08 EUR/CHF eingependelt. Für etwas Entspannung könnte zum einen die Einigung mit Griechenland und zum anderen positive Konjunktursignale aus den Euroländern gesorgt haben. Andererseits spreche die Verunsicherung, die Chinas konjunkturelle Entwicklung erzeuge sowie über die Terminierung des US-Leitzinserhöhung durchaus für einen zumindest nicht abwertenden Franken.
Gleichzeitig gehe die Rendite der eidgenössischen Staatsanleihen noch weiter in den Keller. Die zehnjährigen Papiere würden derzeit mit einer Rendite von - 0,19% auf einem Niveau wie zuletzt rund um die Freigabe des Schweizer Franken im Januar notieren. Eine Möglichkeit wäre, dass die Banken die Liquidität in Staatsanleihen umsetzten, dies lasse sich aber aus der Bankenstatistik im August nicht ablesen. Die Veröffentlichung der SNB habe hier kaum Auffälligkeiten gezeigt. Am ehesten seien dort die Hypothekenkredite im mittleren bis langfristigen Bereich ausgebaut worden.
Die leichte Schwäche des Schweizer Franken dürfte auf jeden Fall einhergehend mit der negativen Renditeentwicklung eine weitere Leitzinsanhebung deutlich weniger wahrscheinlich gemacht haben. Zudem werde es auf dem aktuellen Niveau eher weniger weitere Interventionen der SNB geben. Diese seien bislang stets bei einem Niveau von 1,03 bis 1,04 EUR/CHF erfolgt. Diese Eingriffe der Nationalbank würden sich gut in den Sichtguthaben der einheimischen Banken widerspiegeln. Es habe drei große Wellen gegeben. Eine zur Freigabe, eine im April und eine im Juni.
Auch SNB Präsident Thomas Jordan habe in einem Interview gegenüber der "Unternehmer- Zeitung" angegeben, dass er keinen Anlass für eine Änderung der Geldpolitik sehe. Er sehe den Franken weiter abwerten, gegeben die negativen Zinsen und der Bereitschaft der SNB zu intervenieren. Er erwarte eine Rückkehr der Schweizer Wirtschaft zum Wachstum im zweiten Halbjahr.
Dass die Exporte unter dem teuren Franken leiden würden, müsse nicht extra hervorgehoben werden. Die Ausfuhren hätten im Juli um 1,7% M/M abgenommen. Die Importe seien allerdings noch stärker geschrumpft, mit 2,5% M/M, womit sich der Handelsbilanzsaldo ausgeweitet habe. Besonders große Einbußen hätten im Juli die Schweizer Uhrenhersteller hinnehmen müssen. Der Rückgang um 9,3% Y/Y sei der größte seit 2009.
Insbesondere China habe für diesen Einbruch verantwortlich gezeichnet, mit einem Rückgang von 40% im Jahresvergleich. Allerdings müsse auch festgehalten werden, dass die Uhren-Ausfuhren im letzten Jahr sehr hoch gewesen seien. Am aktuellen Rand dürften den Schweizern zusätzlich auch die Smartwatches Kopfzerbrechen bereiten. (Ausgabe September 2015) (24.08.2015/alc/a/a)
Zeitweise habe es sogar so ausgesehen, als ob die europäische Gemeinschaftswährung bald CHF 1,10 kosten würde. Mittlerweile habe sie sich zwischen 1,07 und 1,08 EUR/CHF eingependelt. Für etwas Entspannung könnte zum einen die Einigung mit Griechenland und zum anderen positive Konjunktursignale aus den Euroländern gesorgt haben. Andererseits spreche die Verunsicherung, die Chinas konjunkturelle Entwicklung erzeuge sowie über die Terminierung des US-Leitzinserhöhung durchaus für einen zumindest nicht abwertenden Franken.
Gleichzeitig gehe die Rendite der eidgenössischen Staatsanleihen noch weiter in den Keller. Die zehnjährigen Papiere würden derzeit mit einer Rendite von - 0,19% auf einem Niveau wie zuletzt rund um die Freigabe des Schweizer Franken im Januar notieren. Eine Möglichkeit wäre, dass die Banken die Liquidität in Staatsanleihen umsetzten, dies lasse sich aber aus der Bankenstatistik im August nicht ablesen. Die Veröffentlichung der SNB habe hier kaum Auffälligkeiten gezeigt. Am ehesten seien dort die Hypothekenkredite im mittleren bis langfristigen Bereich ausgebaut worden.
Auch SNB Präsident Thomas Jordan habe in einem Interview gegenüber der "Unternehmer- Zeitung" angegeben, dass er keinen Anlass für eine Änderung der Geldpolitik sehe. Er sehe den Franken weiter abwerten, gegeben die negativen Zinsen und der Bereitschaft der SNB zu intervenieren. Er erwarte eine Rückkehr der Schweizer Wirtschaft zum Wachstum im zweiten Halbjahr.
Dass die Exporte unter dem teuren Franken leiden würden, müsse nicht extra hervorgehoben werden. Die Ausfuhren hätten im Juli um 1,7% M/M abgenommen. Die Importe seien allerdings noch stärker geschrumpft, mit 2,5% M/M, womit sich der Handelsbilanzsaldo ausgeweitet habe. Besonders große Einbußen hätten im Juli die Schweizer Uhrenhersteller hinnehmen müssen. Der Rückgang um 9,3% Y/Y sei der größte seit 2009.
Insbesondere China habe für diesen Einbruch verantwortlich gezeichnet, mit einem Rückgang von 40% im Jahresvergleich. Allerdings müsse auch festgehalten werden, dass die Uhren-Ausfuhren im letzten Jahr sehr hoch gewesen seien. Am aktuellen Rand dürften den Schweizern zusätzlich auch die Smartwatches Kopfzerbrechen bereiten. (Ausgabe September 2015) (24.08.2015/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,15 % | 2,15 % | - % | 0,00% | 31.05./17:30 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XFARIV001614 | 2,65 % | 2,15 % | ||


