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Schweiz: Der Fels in der Brandung


06.12.24 11:00
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Die Schweiz gilt als Fels in der Brandung, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Für das Jahr 2024 werde mit einem soliden Wachstum von 1,5% gerechnet. Die BIP-Prognosen für 2025 seien durchwegs positiv und lägen im Bereich von +1,5% bis +1,7%. In Anbetracht des geopolitischen Umfeldes und der globalen wirtschaftlichen Herausforderungen falle hier die Schweiz positiv auf. Der Arbeitsmarkt könne mit Werten von 2,6% (2,7% im Oktober) ebenfalls überzeugen. Unter diesen Vorzeichen solle man mit einer steigenden Inflation rechnen. Aber das Gegenteil sei der Fall. Die jüngsten Daten zur Preisentwicklung seien mit +0,7% sehr niedrig ausgefallen.

Der starke Franken verbillige die Energiekosten in der Schweiz, speziell die Transportkosten würden positiv in der Inflationsstatistik auffallen. Die Schweizer Nationalbank habe bereits mit Zinsanpassungen auf die Preisentwicklung reagiert. Aktuell liege der Leitzins bei 1%, und das Inflationsziel definiere die SNB mit einer Range von 0% bis 2%. Am 12.12.2024 stehe die nächste Leitzinsentscheidung an. Eine erneute Senkung auf 0,75% werde allgemein erwartet.

Solange die Wachstumsaussichten positiv blieben, werde die Schweizer Notenbank von Interventionen absehen und die Stärke des Frankens tolerieren. Das niedrige Leitzinsniveau könnte jedoch auf Sicht den Franken abschwächen und das Währungspaar EUR/CHF in Richtung 0,9500 steigen lassen. Schließlich sei die Differenz zum EZB-Leitzins gut 2% und mache den Euro - bezogen auf den Zinsabstand - attraktiv. Deswegen sei die jetzige Situation eine gute Gelegenheit, um Schweizer Franken zu verkaufen. (06.12.2024/alc/a/a)