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Russland: Überraschend starke Zinssenkung
17.05.17 09:15
Raiffeisen Capital Management
Wien (www.anleihencheck.de) - Russlands Industrieproduktion wuchs im März weniger stark als erwartet (0,8% statt 1,1%); dafür fielen aber die Einzelhandelsumsätze etwas besser aus als von den Analysten prognostiziert, so die Experten von Raiffeisen Capital Management (RCM).
Die Einkaufsmanagerindices für Produktion und Dienstleistungen lägen weit über der 50er Schwelle und würden damit eine gute Konjunkturdynamik signalisieren. In den Himmel würden Russlands Konjunkturbäume dennoch nicht so bald wachsen. Angesichts vielfältiger struktureller Herausforderungen würden Notenbank und Wirtschaftsministerium lediglich 1 bis 2% jährliches Wachstum in den kommenden drei Jahren erwarten.
Die Inflationsrate sei unterdessen weiter zurückgegangen. Mit aktuell 4,3% p.a. liege sie nur noch knapp über dem Notenbankziel von rund 4%. Die Russische Zentralbank habe die Märkte mit einer unerwartet kräftigen Zinssenkung um 0,50% auf nunmehr 9,25% überrascht. Ein Ziel der Maßnahme dürfte ein schwächerer Rubelkurs sein. Verbale Interventionen sowie Käufe ausländischer Währungen seitens der Notenbank hätten bislang vergleichsweise wenig Wirkung gezeigt. Der Rubel habe im Monatsvergleich um rund ein Prozent nachgegeben, er liege gegenüber dem US-Dollar seit Jahresbeginn aber noch immer rund 8% im Plus.
Premier Medwedew habe unterdessen das Ziel formuliert, dass langfristig rund die Hälfte der russischen Wirtschaftsleistung von kleinen und mittleren Unternehmen stammen solle, wie in vielen anderen entwickelten Industrienationen. Gegenwärtig liege der Anteil nur bei rund 20%. Möglicherweise könnte der Staat hier künftig unter anderem mit Steueranreizen kleinere Unternehmen fördern.
Finanzminister Siluanow strebe langfristig ein Wachstum der russischen Volkswirtschaft um 3 bis 3,5% p.a. an. Da dies fast ausschließlich über gesteigerte Produktivität erfolgen müsse, seien dafür allerdings erhebliche strukturelle Reformen in Wirtschaft, Justiz und Steuersystem erforderlich. Ebenso müsste die umfangreiche Schattenwirtschaft eingedämmt und die Eintreibung von Steuern verbessert werden. Russlands Aktienmarkt habe trotz eines rückläufigen Ölpreises im April einen leichten Zuwachs von rund 1% verbucht. (Ausgabe Mai 2017) (17.05.2017/alc/a/a)
Die Einkaufsmanagerindices für Produktion und Dienstleistungen lägen weit über der 50er Schwelle und würden damit eine gute Konjunkturdynamik signalisieren. In den Himmel würden Russlands Konjunkturbäume dennoch nicht so bald wachsen. Angesichts vielfältiger struktureller Herausforderungen würden Notenbank und Wirtschaftsministerium lediglich 1 bis 2% jährliches Wachstum in den kommenden drei Jahren erwarten.
Premier Medwedew habe unterdessen das Ziel formuliert, dass langfristig rund die Hälfte der russischen Wirtschaftsleistung von kleinen und mittleren Unternehmen stammen solle, wie in vielen anderen entwickelten Industrienationen. Gegenwärtig liege der Anteil nur bei rund 20%. Möglicherweise könnte der Staat hier künftig unter anderem mit Steueranreizen kleinere Unternehmen fördern.
Finanzminister Siluanow strebe langfristig ein Wachstum der russischen Volkswirtschaft um 3 bis 3,5% p.a. an. Da dies fast ausschließlich über gesteigerte Produktivität erfolgen müsse, seien dafür allerdings erhebliche strukturelle Reformen in Wirtschaft, Justiz und Steuersystem erforderlich. Ebenso müsste die umfangreiche Schattenwirtschaft eingedämmt und die Eintreibung von Steuern verbessert werden. Russlands Aktienmarkt habe trotz eines rückläufigen Ölpreises im April einen leichten Zuwachs von rund 1% verbucht. (Ausgabe Mai 2017) (17.05.2017/alc/a/a)


