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Russische Anleihen legten im April kräftig zu


14.05.13 13:21
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.anleihencheck.de) - Russlands Wirtschaftsaussichten haben sich in den vergangenen Monaten kräftig eingetrübt, so die Experten von Raiffeisen Capital Management (RCM) in ihrem aktuellen "emreport".

Die Regierung gehe dennoch bis 2020 von jährlichen Wachstumsraten um 6% und darüber aus. Die Notenbank sehe sich angesichts dessen verstärkt mit Forderungen nach Zinssenkungen konfrontiert und zeige sich von der Stärke der wirtschaftlichen Abschwächung seit Jahresbeginn überrascht. Zinssenkungen stehe jedoch eine weiterhin zu hohe Inflation im Weg. Die Zentralbank habe den Leitzins daher trotz der zunehmenden Konjunktursorgen erwartungsgemäß noch unverändert belassen.

Zugleich sei der angekündigte Wechsel an der Spitze der Notenbank erfolgt. Neue Zentralbankchefin sei Präsident Putins Wunschkandidatin, Elvira Nabiullina. Es sei jedoch nicht zu erwarten, dass die Zentralbankpolitik eine abrupte Änderung erfahre. Die längerfristige Entwicklung in Richtung Inflationssteuerung dürfte weitergehen, allerdings mit einer stärkeren Berücksichtigung etwaiger Wachstumsankurbelung.

Russische Anleihen hätten im April von der positiven Investorenstimmung profitiert und kräftig zugelegt. Der RUB (Russischer Rubel) habe im Fahrwasser fallender Ölpreise starken Schwankungen unterlegen und sei insgesamt schwächer gewesen. Der Aktienmarkt habe zunächst stark nachgegeben - die scharfen Einbrüche bei den Rohstoffpreisen hätten ebenso wie teilweise enttäuschende Unternehmensergebnisse belastet. Zum Monatsende habe jedoch eine Erholung eingesetzt. Per Saldo habe der MICEX-Index noch ein Minus von rund 3,5% verbucht. Vor allem Stahlproduzenten und Minenwerte hätten zu den Verlierern gezählt. (Ausgabe Mai 2013) (14.05.2013/alc/a/a)