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Ruhe an den Märkten wird nicht lange anhalten
14.04.23 10:45
RBC BlueBay Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - Die Märkte verhielten sich in der Feiertagsbedingt kurzen Woche relativ ruhig, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay, RBC BlueBay Asset Management.
Die Renditen der wichtigsten Staatsanleihen seien ihre Abwärtstendenz nach einem soliden US-Arbeitsmarktbericht am vergangenen Freitag umgekehrt. Risikoanlagen hätten gleichzeitig eine gewisse Stabilität gezeigt, da die Sorgen um den Bankensektor weiter abgenommen hätten. In Washington seien politischen Entscheidungsträger in dieser Woche in großer Zahl unterwegs gewesen, denn die IWF-Sitzungen hätten die Zentralbanker zu wichtigen Themen zusammengebracht.
Darüber hinaus habe die FED das Protokoll ihrer FOMC-Sitzung vom März veröffentlicht, in dem die Mitglieder ihre Besorgnis über mögliche Konsequenzen strengerer Kreditvergabestandards und restriktiverer Finanzbedingungen im Bankensektor zum Ausdruck gebracht hätten. Dies dürfte die Wirtschaftstätigkeit in den kommenden Quartalen bremsen. RBC BlueBay Asset Management erwarte gegen Ende des Jahres eine relativ milde Rezession auf beiden Seiten des Atlantiks.
In den USA bleibe die Wirtschaftstätigkeit stabil, obwohl die jüngsten Daten gemischte Signale geliefert hätten. Die Unsicherheit sei nach wie vor groß, was angesichts der gegensätzlichen Strömungen in der US-Wirtschaft nicht überrasche. Der Inflationsbericht dieser Woche habe eine gewisse Hoffnung geboten, dass der Preisdruck allmählich nachlasse. Der Verbraucherpreis-Gesamtindex (VPI) habe bei 5 Prozent gelegen und damit auf dem niedrigsten Stand seit Mai 2021.
Es wäre jedoch verfrüht, die Fortschritte bei der Wiederherstellung der Preisstabilität überzubewerten, da sich die zugrunde liegenden Inflationskomponenten vorerst weiter seitwärts bewegen würden und die Rohstoffpreise im vergangenen Monat wieder nach oben tendiert hätten. In dieser Hinsicht spiele der Arbeitsmarkt nach wie vor eine wichtige Rolle, da die Lohninflation aufgrund der aktuellen strukturellen Anspannung des Arbeitsmarkts weiterhin eine Gefahr darstelle.
RBC BlueBay Asset Management sei zuversichtlich, dass die Kerninflation nicht so stark nachlasse, dass die FED bei der nächsten Sitzung eine Pause einlegen müsse und sei weiterhin der Ansicht, dass die FED die Zinsen im Mai um 0,25 Prozent anheben werde, bevor sie auf die Pausentaste drücke.
Zudem bleibe RBC BlueBay Asset Management skeptisch, dass sich Inflation und Wachstum ausreichend abschwächen würden, um die Zinssenkungen zu rechtfertigen, die derzeit in den Markterwartungen ab September eingepreist seien (zweimal 0,25 Prozent bis Jahresende). Angesichts dieser Einschätzung sei RBC BlueBay Asset Management weiterhin der Meinung, dass die Renditen am vorderen Ende der US-Staatsanleihenkurve ein erhebliches Aufwärtspotenzial hätten.
Auf den europäischen Staatsanleihemärkten herrsche nach wie vor eine gewisse Ruhe, doch angesichts der jüngsten Geschichte würden diese Momente selten allzu lange anhalten.
Das letzte Woche von der deutschen Regierung veröffentlichte Papier zu den neuen EU-Fiskalregeln, die nach einer Covid-Pause wieder in Kraft gesetzt werden sollten, habe eine Reihe strengerer Vorschläge als die derzeitigen Diskussionen in Brüssel enthalten - was möglicherweise zu einer weiteren Debatte zwischen den Sparsamen und dem Rest Europas führen könnte.
Abgesehen von den fiskalischen Aspekten würden die jüngsten Äußerungen der politischen Entscheidungsträger darauf hindeuten, dass die Inflation in der Eurozone noch einige Zeit über 4 Prozent liegen könnte. Da weitere Straffungen anstünden, gehe RBC BlueBay Asset Managementdavon aus, dass der Zyklus seinen Höhepunkt bei 3,75 Prozent erreichen werde. Daraus ergebe sich, dass wir uns an einem Punkt im Zyklus befinden würden, an dem die EZB noch immer einen größeren Bedarf an Straffung habe als dies bei der FOMC der Fall sei. Die Risiken im Bankensektor in der Eurozone würden wahrscheinlich ein weniger dauerhaftes Problem darstellen, als dies möglicherweise in den USA der Fall sei.
Die relativ günstigen Inflationszahlen dürften kurzfristig die Volatilität dämpfen, aber RBC BlueBay Asset Management sei der Ansicht, dass die Ruhe nicht lange anhalten werde. Wenn man die Fakten betrachte, seien die aktuellen Marktbedingungen nicht einfach zu handhaben, da die Daten uneinheitlich und volatil seien.
Wenn dann noch die Ungewissheit über die Verschärfung der Kreditbedingungen hinzukomme, die sich letztlich aus der Krise im Bankensektor ergeben würden, sei es schwierig, aktuell mit großer Überzeugung makroökonomische Richtungsszenarien zu verfolgen. (14.04.2023/alc/a/a)
Die Renditen der wichtigsten Staatsanleihen seien ihre Abwärtstendenz nach einem soliden US-Arbeitsmarktbericht am vergangenen Freitag umgekehrt. Risikoanlagen hätten gleichzeitig eine gewisse Stabilität gezeigt, da die Sorgen um den Bankensektor weiter abgenommen hätten. In Washington seien politischen Entscheidungsträger in dieser Woche in großer Zahl unterwegs gewesen, denn die IWF-Sitzungen hätten die Zentralbanker zu wichtigen Themen zusammengebracht.
Darüber hinaus habe die FED das Protokoll ihrer FOMC-Sitzung vom März veröffentlicht, in dem die Mitglieder ihre Besorgnis über mögliche Konsequenzen strengerer Kreditvergabestandards und restriktiverer Finanzbedingungen im Bankensektor zum Ausdruck gebracht hätten. Dies dürfte die Wirtschaftstätigkeit in den kommenden Quartalen bremsen. RBC BlueBay Asset Management erwarte gegen Ende des Jahres eine relativ milde Rezession auf beiden Seiten des Atlantiks.
In den USA bleibe die Wirtschaftstätigkeit stabil, obwohl die jüngsten Daten gemischte Signale geliefert hätten. Die Unsicherheit sei nach wie vor groß, was angesichts der gegensätzlichen Strömungen in der US-Wirtschaft nicht überrasche. Der Inflationsbericht dieser Woche habe eine gewisse Hoffnung geboten, dass der Preisdruck allmählich nachlasse. Der Verbraucherpreis-Gesamtindex (VPI) habe bei 5 Prozent gelegen und damit auf dem niedrigsten Stand seit Mai 2021.
Es wäre jedoch verfrüht, die Fortschritte bei der Wiederherstellung der Preisstabilität überzubewerten, da sich die zugrunde liegenden Inflationskomponenten vorerst weiter seitwärts bewegen würden und die Rohstoffpreise im vergangenen Monat wieder nach oben tendiert hätten. In dieser Hinsicht spiele der Arbeitsmarkt nach wie vor eine wichtige Rolle, da die Lohninflation aufgrund der aktuellen strukturellen Anspannung des Arbeitsmarkts weiterhin eine Gefahr darstelle.
Zudem bleibe RBC BlueBay Asset Management skeptisch, dass sich Inflation und Wachstum ausreichend abschwächen würden, um die Zinssenkungen zu rechtfertigen, die derzeit in den Markterwartungen ab September eingepreist seien (zweimal 0,25 Prozent bis Jahresende). Angesichts dieser Einschätzung sei RBC BlueBay Asset Management weiterhin der Meinung, dass die Renditen am vorderen Ende der US-Staatsanleihenkurve ein erhebliches Aufwärtspotenzial hätten.
Auf den europäischen Staatsanleihemärkten herrsche nach wie vor eine gewisse Ruhe, doch angesichts der jüngsten Geschichte würden diese Momente selten allzu lange anhalten.
Das letzte Woche von der deutschen Regierung veröffentlichte Papier zu den neuen EU-Fiskalregeln, die nach einer Covid-Pause wieder in Kraft gesetzt werden sollten, habe eine Reihe strengerer Vorschläge als die derzeitigen Diskussionen in Brüssel enthalten - was möglicherweise zu einer weiteren Debatte zwischen den Sparsamen und dem Rest Europas führen könnte.
Abgesehen von den fiskalischen Aspekten würden die jüngsten Äußerungen der politischen Entscheidungsträger darauf hindeuten, dass die Inflation in der Eurozone noch einige Zeit über 4 Prozent liegen könnte. Da weitere Straffungen anstünden, gehe RBC BlueBay Asset Managementdavon aus, dass der Zyklus seinen Höhepunkt bei 3,75 Prozent erreichen werde. Daraus ergebe sich, dass wir uns an einem Punkt im Zyklus befinden würden, an dem die EZB noch immer einen größeren Bedarf an Straffung habe als dies bei der FOMC der Fall sei. Die Risiken im Bankensektor in der Eurozone würden wahrscheinlich ein weniger dauerhaftes Problem darstellen, als dies möglicherweise in den USA der Fall sei.
Die relativ günstigen Inflationszahlen dürften kurzfristig die Volatilität dämpfen, aber RBC BlueBay Asset Management sei der Ansicht, dass die Ruhe nicht lange anhalten werde. Wenn man die Fakten betrachte, seien die aktuellen Marktbedingungen nicht einfach zu handhaben, da die Daten uneinheitlich und volatil seien.
Wenn dann noch die Ungewissheit über die Verschärfung der Kreditbedingungen hinzukomme, die sich letztlich aus der Krise im Bankensektor ergeben würden, sei es schwierig, aktuell mit großer Überzeugung makroökonomische Richtungsszenarien zu verfolgen. (14.04.2023/alc/a/a)


