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Die Rückkehr der Volatilität


23.03.18 08:15
StarCapital

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach dem 18-monatigen Anstieg der globalen Aktienmärkte bei ausbleibender Volatilität und einer Sharpe-Ratio des US-Aktienindex S&P 500 auf historischen Höchstwerten, fragt Dr. Manfred Schlumberger, Vorstand und Co-Leiter des Portfoliomanagements beim Asset-Manager StarCapital, im aktuellen Marktkommentar "StarInvest", ob die lang ersehnte Korrekturphase schon beendet sei.

Um dies einschätzen zu können, beleuchte der Experte die Themen Löhne und Demografie, Rohstoffpreise und Inflation sowie Notenbanken und Zinsen etwas genauer.

Zwar seien die US-Löhne nach dem Anstieg zu Jahresbeginn bereits wieder auf 2,6% zurückgegangen, jedoch sei mit einem weiteren Anziehen der Löhne zu rechnen, da die Generation der Baby Boomer in wenigen Jahren in Rente gehe. Eine ähnliche demografische Entwicklung sehe der StarCapital-Vorstand in den Ländern Nordeuropas, in Japan und China und zitiere eine UN-Studie, nach der Anteil der arbeitsfähigen Weltbevölkerung in wenigen Jahren sinke und nur Afrika und Indien eine Ausnahme bilden würden. Schlumberger rechne zudem mit weiteren Preissteigerungen; den Grund dafür sehe er im Ende der "Megabaisse" der Rohstoffpreise, die bereits vor 18 Monaten eingesetzt habe.

"Das moderate, aber nachhaltige Comeback der Inflation bedeutet, dass die Zinswende bereits hinter uns liegt. Der Abbau der Anleihekäufe durch die wichtigsten Notenbanken und der weitere Anstieg der globalen Staatsverschuldung verstärken zusätzlich den Trend steigender Zinsen", so der Experte Schlumberger. Er prognostiziere ein weiteres Steigen der Zinsen in den meisten Industrieländern, das nur von kurzen Erholungsbewegungen unterbrochen werde. Seiner Einschätzung nach könne man mit Short-Positionen in Zins-Futures und inflationsindexierten Anleihen von dieser Entwicklung profitieren.

Gleichzeitig warne Schlumberger vor dem Hochzinsanleihebereich: "Steigende Zinsen kombiniert mit einem leichten Rückgang der wirtschaftlichen Dynamik könnten angesichts der niedrigen Liquidität in diesem Bereich zur Katastrophe führen", resümiere Schlumberger. Der Oberurseler Antizykliker nehme hier die Notenbanken in die Pflicht den Zinsanstieg zu überwachen und sehe - trotz anziehender Inflation - 3% und nicht 6% Zinsen als das "New Normal" an.

Für die Aktienmärkte sehe Schlumberger indes kein großes Problem in moderatem Zinsanstieg bei anhaltend guter Konjunktur und Gewinnsteigerungen der Unternehmen. Man müsse sich nur auf eine höhere Volatilität einstellen, die in der Regel steigende Zinsen begleiten würden. Volatilität würde auch von der aktuellen Trump-Politik ausgelöst. Zwar sei von den angekündigten "Schutzzöllen" nur 1,5% der US-Importe betroffen, jedoch könnten Eskalationen gegenseitiger Zölle erneute Irritationen an den Aktienmärkten auslösen.

Die StarCapital sehe mit ihrem antizyklischen Investmentansatz gute Chancen in temporären Kursrückgängen an den Aktienmärkten. Schlumberger halte ein Fallen des DAX auf unter 11.000 Punkte dabei nicht für unwahrscheinlich und halte mit seinen Kollegen trotz selektiver Neukäufe in den vergangenen zwei Monaten weiterhin Kasse vor. Die besten Einstiegsmöglichkeiten sehe der Asset-Manager zudem in den Emerging Markets: "Eine faire Bewertung, Unterinvestition der internationalen Großanleger, ein günstiges monetäres Umfeld sowie eher unterbewertete Währungen machen diese Länder außerordentlich attraktiv", resümiere Schlumberger. Der Trend zu Reflation und Zinsanstieg biete den Value-Investoren Rückenwind. (Ausgabe vom 22.03.2018) (23.03.2018/alc/a/a)