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Rentenmarkt: Wie weit steigen die Renditen?


10.07.13 17:30
fairesearch

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Mit seinem Hinweis, bei einer wie geplant guten Konjunkturentwicklung würde die FED mit der Rückführung von QE3 noch in diesem Jahr beginnen, hat Ben Bernanke den Finanzmärkten einen gehörigen Schrecken eingejagt, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

In der ganzen Welt seien die Rentenrenditen in den letzten vier Wochen kräftig gestiegen. Die Märkte hätten die Nachricht aufgenommen, als würde in naher Zukunft eine restriktive Notenbankpolitik eingeleitet. Das aber sei eine Fehlinterpretation. Weder in den USA noch in Europa, weder in Japan noch in China.

Die Verschuldung in den 18 führenden Wirtschaftsländern sei seit 2007 um USD 33 Billionen gestiegen (Quelle: BIZ). Die Schulden der US-Regierung würden in diesem Fiskaljahr USD 16,9 Billionen erreichen und bis 2023 auf rund USD 25 Billionen (Quelle: CBO) steigen. Die Lücke zwischen Ausgaben (outlays) und Einnahmen (revenues) der US-Regierung vermindere sich bis 2023 nicht. Das unabhängige Budgetbüro des US-Kongresses (CBO) nehme an, dass die Renditen der 10-j Treasuries bis 2018 auf 5,2% ansteigen würden. Die US-Bundesregierung zahle dieses Jahr Soll-Zinsen in Höhe von USD 220 Mrd. und 2023 solche von 823 Mrd.

Bei nüchterner Betrachtung dieser Daten könne man nicht an einen sich selbst tragenden Aufschwung mit einer solchen Kraft glauben, die diese Belastungen schultere. Die Regierungen würden die Notenbanken dazu brauchen. Doch was könnten diese tun? Die Zinsen steigen lassen und die Geldmenge kontrollieren oder den Zinsanstieg drosseln und dafür die Geldmenge steigern, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch". Sie würden den Weg des geringsten Widerstandes gehen, die Leitzinsen noch lange bei 0% lassen und die Rentenrenditen durch noch viele QE bremsen.

Die Geldmengen würden zunehmend außer Kontrolle geraten. Ein marktkonformer Renditenanstieg würde schnell in den Ruin führen. Mit einem stärkeren Geldmengenwachstum würden die Notenbanken Zeit gewinnen, aber ständig steigende Stabilitätsrisiken eingehen. Am Ende werde unser gesamtes Finanzsystem infrage gestellt, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch". Vorsorge sei langfristig angebracht. (10.07.2013/alc/a/a)