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Rentenmarkt: Unternehmensanleihen bevorzugt


28.03.13 15:22
Swisscanto

Zürich (www.anleihencheck.de) - Das Zypern-Rettungspaket dürfte kaum das letzte für dieses Land gewesen sein, so die Experten von Swisscanto.

Die Kreditkrise in Europa bleibe ein Unsicherheitsfaktor. Deshalb würden sich die Experten etwas defensiver positionieren. Aktien würden favorisiert bleiben, das Übergewicht werde jedoch selektiv abgebaut.

Die im letzten Moment beschlossene Finanzhilfe für Zypern habe unterschiedliche Signale ausgesendet. Ein negatives Signal sei die Tatsache, dass gewöhnliche Bankguthaben in der EU nicht grundsätzlich vor staatlichem Zugriff zwecks Sanierung von Banken und Staatsfinanzen geschützt seien, auch wenn in diesem Fall kleinere Vermögen verschont worden seien. Eine positiv zu wertende präventive Wirkung habe die harte Haltung der europäischen Verhandlungsführer. Diese signalisiere, dass künftige Rettungsmaßnahmen für die Geretteten einen hohen Preis haben würden.

Nun sei eine etwas vorsichtigere Gangart angesagt, die die Experten mit einer Reduktion des Aktienübergewichts in den Portfolios umsetzen würden. Dennoch würden sie damit rechnen, dass sich die Aktienmärkte aus den bekannten Gründen wie der Verbesserung der US-Konjunktur oder der lockeren Geldpolitik weiterhin in einem Aufwärtstrend befinden würden.

Die Rally am Schweizer Aktienmarkt während der vergangenen Monate habe dazu geführt, dass die Bewertung nun nicht mehr attraktiv, sondern im internationalen Vergleich eher teuer sei. Aus diesem Grund würden Schweizer Aktien nur noch neutral gewichtet. Nach wie vor ein Übergewicht, wenn auch weniger stark als im Vormonat, würden die Experten bei europäischen Aktien halten. In Anbetracht der zuletzt rasanten Entwicklung der Börsen würden sie nun Gewinnmitnahmen einleiten und dafür den Anteil der liquiden Mittel erhöhen. Auf Sektorebene würden sie Medien, Automobile/Komponenten, Investitionsgüter sowie Technologie/Software bevorzugen.

Bei den Anleihen gelte weiterhin: Staatspapiere erster Qualität würden das Risiko bergen, dass die Rendite nicht einmal die Teuerung abdecken könne. Aus diesem Grund würden die Experten Unternehmensanleihen bevorzugen. Sie würden aber gleichzeitig die noch konservativere Ausrichtung ihrer Portfolios fortführen, und das auch im Bereich High Yield, wo das Renditepotenzial etwas gesunken sei.

Bei den Rohstoffen würden die Experten die Rollerträge an den Märkten momentan als attraktiv beurteilen. Kontrakte auf Energierohstoffe wie Erdöl oder Erdgas würden von einer Konjunkturerholung, aber auch von einer Verschärfung der Nahost-Krise oder des Iran-Konflikts profitieren. Hedgefonds hätten die Experten leicht übergewichtet. In der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass diese in Phasen steigender Zinsen positive Renditen hätten erzielen können. Mit dem Engagement in Hedgefonds zulasten von Staatsanleihen würden sich die Experten somit für den Fall eines möglichen Zinsanstiegs absichern.

Bei den Währungen seien die Experten der Meinung, dass die Abwertung des JPY zu stark ausgefallen sei. Deshalb würden sie die JPY-Short-Position durch eine Euro-Short-Position ersetzen. (28.03.2013/alc/a/a)