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Rentenmarkt: Euphorie, die Renditen deutlich fallen ließ, scheint rasch verflogen
18.07.12 10:46
AXA Investment Managers
Köln (www.anleihencheck.de) - Nicht nur der warme Wind aus Afrika, sondern auch die anhaltende Rezession spricht für einen weiteren langen und heißen Sommer in den Mittelmeerländern, so Mark Allan, Eric Chaney, Manolis Davradakis und Franz Wenzel, Investmentstrategen bei AXA Investment Managers.
Die anfängliche Euphorie, die die Renditen nach dem Euro-Gipfeltreffen deutlich habe fallen lassen, scheine rasch verflogen, und zwar aus drei Gründen: Wegen der merkwürdigen Äußerungen einiger Regierungsvertreter, dass die Ergebnisse des Gipfeltreffens von den Märkte zu positiv aufgenommen worden seien und dem Mangel an Klarheit über die Umsetzung, wegen der Weigerung der EZB, eine aktivere Geldpolitik zu verfolgen und aufgrund der enttäuschenden Zahlen zu den spanischen und italienischen Staatsfinanzen im ersten Quartal.
Die langfristige Bewertung der klassischen sicheren Häfen (amerikanische und deutsche Staatsanleihen) liege zugegebenermaßen deutlich über dem fairen Wert. Dennoch würden die taktischen Modelle der Experten noch immer für Long-Positionen in beiden Assetklassen sprechen.
In volatilen Zeiten sollte man aber auch die Bedeutung der Diversifikation nicht unterschätzen. Ein angemessenes Engagement in Peripherieländeranleihen könnte daher die risikoadjustierte Portfolioperformance steigern. Begrenzen lassen hätten sich die Risiken, indem man sich auf Kurzläufer beschränke, deren Laufzeiten die Dauer der langfristigen Refinanzierungsgeschäfte der EZB nicht überschreiten würden. Wenn die existenziellen Risiken allmählich nachlassen würden, seien aber durchaus offensivere Strategien denkbar.
Die Daten aus den USA würden nichts an dem Eindruck ändern, dass die Beschäftigung nur moderat wachse und dies nicht ausreiche, um die Arbeitslosigkeit zu verringern. Am 20. Juni habe die FED ihre Operation Twist bis zum Jahresende verlängert. Dennoch könnte die zweite Jahreshälfte 2012 enttäuschend verlaufen. All dies habe eine weitere Runde Quantitative Easing wahrscheinlicher gemacht.
Seit Jahresbeginn hätten Unternehmensanleihen Staatsanleihen hinter sich gelassen, in den USA wie im Euroraum. Trotz der weiteren Abschwächung der Weltwirtschaft, die neue Risiken und mehr Volatilität am Unternehmensanleihemarkt bedeute, würden die Experten dabei bleiben, dass die derzeitigen Spreads von 170 Basispunkten bei europäischen und 115 Basispunkten bei amerikanischen Investmentgrade-Unternehmensanleihen ein ausreichender Puffer seien. Außerdem würden sich die Emittenten in recht guter Verfassung befinden - obwohl sowohl für die USA als auch für Europa in diesem Jahr nur ein mageres Gewinnwachstum zu erwarten sei. In Europa dürften die Gewinne sogar zurückgehen. (Ausgabe Juli 2012) (18.07.2012/alc/a/a)
Die anfängliche Euphorie, die die Renditen nach dem Euro-Gipfeltreffen deutlich habe fallen lassen, scheine rasch verflogen, und zwar aus drei Gründen: Wegen der merkwürdigen Äußerungen einiger Regierungsvertreter, dass die Ergebnisse des Gipfeltreffens von den Märkte zu positiv aufgenommen worden seien und dem Mangel an Klarheit über die Umsetzung, wegen der Weigerung der EZB, eine aktivere Geldpolitik zu verfolgen und aufgrund der enttäuschenden Zahlen zu den spanischen und italienischen Staatsfinanzen im ersten Quartal.
In volatilen Zeiten sollte man aber auch die Bedeutung der Diversifikation nicht unterschätzen. Ein angemessenes Engagement in Peripherieländeranleihen könnte daher die risikoadjustierte Portfolioperformance steigern. Begrenzen lassen hätten sich die Risiken, indem man sich auf Kurzläufer beschränke, deren Laufzeiten die Dauer der langfristigen Refinanzierungsgeschäfte der EZB nicht überschreiten würden. Wenn die existenziellen Risiken allmählich nachlassen würden, seien aber durchaus offensivere Strategien denkbar.
Die Daten aus den USA würden nichts an dem Eindruck ändern, dass die Beschäftigung nur moderat wachse und dies nicht ausreiche, um die Arbeitslosigkeit zu verringern. Am 20. Juni habe die FED ihre Operation Twist bis zum Jahresende verlängert. Dennoch könnte die zweite Jahreshälfte 2012 enttäuschend verlaufen. All dies habe eine weitere Runde Quantitative Easing wahrscheinlicher gemacht.
Seit Jahresbeginn hätten Unternehmensanleihen Staatsanleihen hinter sich gelassen, in den USA wie im Euroraum. Trotz der weiteren Abschwächung der Weltwirtschaft, die neue Risiken und mehr Volatilität am Unternehmensanleihemarkt bedeute, würden die Experten dabei bleiben, dass die derzeitigen Spreads von 170 Basispunkten bei europäischen und 115 Basispunkten bei amerikanischen Investmentgrade-Unternehmensanleihen ein ausreichender Puffer seien. Außerdem würden sich die Emittenten in recht guter Verfassung befinden - obwohl sowohl für die USA als auch für Europa in diesem Jahr nur ein mageres Gewinnwachstum zu erwarten sei. In Europa dürften die Gewinne sogar zurückgehen. (Ausgabe Juli 2012) (18.07.2012/alc/a/a)


