Erweiterte Funktionen

Rentenmarkt: Erstmals wieder 3 Prozent Rendite


04.05.18 12:30
Weberbank

Berlin (www.anleihencheck.de) - Nur einen Monat Frist für die EU, um mit den USA eine Einigung im Handel mit Aluminium und Stahl zu erzielen, so Jan Gengel, CIIA, CEFA bei der Weberbank.

Dennoch sei die Erleichterung groß. Würden die drohenden Strafzölle doch als erste Eskalationsstufe in einem möglicherweise unbeherrschbaren Handelskonflikt gelten. Gerade für Deutschland wären die Auswirkungen fatal. Dass in diesem Umfeld die ohnehin zu hohen Vorlaufindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung nachgeben würden, wie beispielsweise der viel beachtete ifo-Index, sollte niemanden verwundern. Dass jedoch gleichzeitig die Daten zu Auftragseingängen, Industrieproduktion und zum Konsum in Europa ebenfalls schwächer gewesen seien, schüre Unsicherheit.

Aus unserer Sicht besteht derzeit aber noch keine Gefahr einer merklichen Wachstumsabkühlung, so die Analysten der Weberbank. So seien die zuletzt gemeldeten Daten durch zahlreiche Faktoren ins Negative verzerrt gewesen. Und ein gesamtwirtschaftliches Plus der Eurozone von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr im ersten Quartal sei kein Beinbruch. Im Gegenteil, so gebe der solide Aufschwung der EZB genügend Luft für ein behutsames Vorgehen bei der geldpolitischen Neuausrichtung. Und genau dies habe sie auf ihrer Sitzung am 26. April auch gezeigt. So seien noch keine Signale über ein Ende der Anleihenkäufe im September gegeben worden, und an der Nullzinspolitik sei festgehalten worden. Aus Sicht der Analysten der Weberbank ist vor 2019 nicht mit einer Zinserhöhung zu rechnen.

Anders sehe es in den USA aus. Auch die amerikanische Notenbank (FED) habe keine Maßnahme ergriffen, jedoch würden die zuletzt gemeldeten Daten genügend Spielraum für weitere Straffungen geben.

Drei Prozent Rendite - leider seien damit nur die Erträge für zehn Jahre laufende amerikanische Staatsanleihen gemeint. Ein vergleichbares Niveau sei zuletzt im Jahr 2014 markiert worden. Jedoch nur kurzzeitig, und dies könnte sich nun ändern. Mit der Normalisierung der Geldpolitik in den USA dürften die Erträge für verzinsliche Anlagen auch über einen längeren Zeitraum attraktiv bleiben oder gar noch höher werden. Da unsere heimischen Renditen noch nicht signifikant gestiegen sind, ist der Unterschied zwischen beiden Ländern auf ein Dekadenhoch gewachsen, so die Analysten der Weberbank. Aus unserer Sicht verstärkt dies den Druck bei Bundesanleihen und könnte zu weiteren Kursverlusten führen, so die Analysten der Weberbank. Dabei gelte: Je länger die Laufzeit, desto größer der mögliche Schaden. Eine defensive Laufzeitenstruktur bei erstklassigen europäischen Anleihen und damit eine geringe Abhängigkeit gegenüber Renditenanstiegen seien weiterhin empfehlenswert.

Mit der Verabschiedung der Steuerreform in den USA seien die Hoffnungen auf eine glorreiche Berichtssaison für das erste Quartal in die Höhe geschnellt. Aber dass die Unternehmen mit einem Gewinnwachstum von rund 22% aufwarten und alle Erwartungen nochmals überflügeln würden, grenze schon an ein kleines Wunder. Solche Ergebnisse in die Zukunft fortzuschreiben, fällt uns zwar schwer, aber auszuschließen ist es nicht, so die Analysten der Weberbank. Und das decke sich derzeit recht gut mit den Erwartungen seitens der Analysten. So würden auch für die kommenden Quartale zweistellige Zuwachsraten geschätzt, aber eben nicht mehr neue Rekordniveaus. Der Markt hat dies aus unserer Sicht nicht ausreichend goutiert, so die Analysten der Weberbank. Weitere Kurszuwächse sollten möglich sein.

Ein wenig verhaltener sähen auf den ersten Blick die Daten aus Europa und Deutschland aus. Zahlreiche Unternehmen hätten unter dem starken Euro im ersten Quartal gelitten. Vor allem diejenigen, die über ein hohes Auslandsgeschäft verfügen würden. Klassischerweise seien dies die großen deutschen Werte. Allerdings relativiere sich durch den Währungseffekt das magere Plus recht schnell. Da die Analysten der Weberbank nicht davon ausgehen, dass der Euro weiterhin zur Stärke gegenüber dem US-Dollar neigt, bestehen gute Chancen für erfreulichere Zahlen in den kommenden Quartalen. Damit verbunden gehen die Analysten der Weberbank von einem möglichen Aufholpotenzial europäischer Aktien gegenüber ihren amerikanischen Pendants aus. (04.05.2018/alc/a/a)