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Rentenmärkte USA: FED gelingt Spagat zwischen Tapering und möglichen Zinsschritten


16.09.21 12:35
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - US-Staatsanleihen unterschritten anfänglich noch die Renditemarke von 1,2 Prozent für zehnjährige Papiere und setzten damit den freundlichen Trend aus den Vormonaten zunächst fort, so die Experten von Union Investment.

Weiterhin hohe Teuerungsraten könnten den Renditeabwärtstrend, der sich ab April herausgebildet habe, nun aber womöglich beendet haben. Denn mit ihnen sei der Druck auf die Notenbanken gestiegen und viele Marktteilnehmer hätten sich die Frage gestellt, ob die Währungshüter womöglich schon im September mit einer Reduzierung ihrer Anleihekäufe (Tapering) beginnen könnten. Das Ergebnis seien wieder steigende Renditen in Richtung von 1,4 Prozent gewesen. Damit verknüpft sei die Sorge gewesen, dass die Notenbanken dann auch bald an der Zinsschraube drehen könnten.

Mit großer Spannung sei daher die Rede von FED-Chef Powell auf der alljährlichen Notenbankkonferenz in Jackson Hole, im US-Bundestaat Wyoming, erwartet worden. Powell sei es gelungen, die Tapering-Debatte von den Überlegungen hinsichtlich des zukünftigen Zinspfads zu trennen. Demnach sei es kein notwendiger Schritt, sofort die Leitzinsen anzuheben, sobald die Anleihekäufe beendet wären. Mit einem Zinsschritt wolle man zudem noch warten, weil die Währungshüter erst noch weitere Verbesserungen am Arbeitsmarkt sehen wollten.

Die hohe Inflationsrate sei zudem nicht von langer Dauer und bedürfe zum jetzigen Zeitpunkt noch keines Zinsschritts. Im Nachgang sei die Erleichterung bei den Marktteilnehmer spürbar gewesen. Mit Blick auf das Wachstums- und Inflationsbild erscheinen uns die Renditen dennoch etwas zu niedrig, sodass wir mit weiterhin leicht steigenden Renditen in den kommenden Monaten rechnen, so die Experten von Union Investment.

Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index hätten US-Staatsanleihen im August leicht an Wert verloren und gegenüber dem Vormonat 0,1 Prozent eingebüßt. Zehnjährige US-Papiere hätten damit zum Monatsende bei 1,31 Prozent rentiert. Das seien neun Basispunkte mehr als noch Ende Juli. Seit Jahresbeginn hätten US-Staatsanleihen rund 1,7 Prozent eingebüßt. (Ausgabe vom 15.09.2021) (16.09.2021/alc/a/a)