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Rentenmärkte: Transatlantikspread verringert sich wieder


12.05.21 10:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In den vergangenen Monaten waren stets die guten Konjunkturdaten und die positiven Nachrichten zur Pandemiebekämpfung ein Treiber für die sukzessiv steigenden Renditen bei US-Staatsanleihen so die Experten von Union Investment.

In den letzten Wochen habe die wirtschaftliche Entwicklung zwar abermals überzeugen können. Zudem seien inzwischen viele Amerikaner geimpft, knapp 30 Prozent von ihnen sogar vollständig. Eine einseitige Positionierung der Investoren habe jedoch zu Gewinnmitnahmen geführt. Darüber hinaus sei das absolute Niveau gerade für ausländische Buy-and-Hold-Investoren wieder attraktiv geworden, sodass diese wieder als Käufer aufgetreten seien. Zum Monatsende hin hätten die Renditen wieder leicht angezogen, weshalb ein Teil der zuvor erzielten Gewinne wieder verloren gegangen sei. Gemessen am J.P. Morgan Global Bond US-Index sei für US-Staatsanleihen im April ein Zuwachs von 0,8 Prozent verblieben.

Im Euroraum habe sich der Renditeanstieg hingegen fortgesetzt. Sowohl Staatsanleihen aus den Kernmärkten als auch den Peripherieländern hätten daher Kursverluste hinnehmen müssen. Auch wenn die Wirtschaftsdaten im Euroraum noch nicht an die gute Entwicklung in den USA herangereicht hätten, so habe doch das Prinzip Hoffnung gegriffen. Die Impfkampagnen hätten zunehmend an Fahrt gewonnen und damit die Perspektiven für kommende Lockerungsschritte eröffnet.

Dies sei auch den Notenbankern der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht entgangen. Auf ihrer Sitzung trat die EZB zwar geschlossen auf, doch innerhalb des Gremiums schien es zunehmend unterschiedliche Ansichten zu geben, so die Experten von Union Investment. Schon seit einiger Zeit würden die "Falken" im EZB-Rat, also die Vertreter einer straffen Geldpolitik, ihre Chance wittern, jetzt die Weichen für den Beginn der Wende zu stellen. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index hätten Euro-Staatsanleihen im April einen Verlust von 1,1 Prozent verbucht.

Rückläufige Risikoaufschläge von europäischen Unternehmensanleihen hätten den Zinsanstieg kompensiert. Der ICE BofA Euro Corporate-Index (ER00) sei bis auf die zweite Nachkommastelle (0,00 Prozent) auf der Stelle getreten. Sinkende US-Renditen und ein schwächerer US-Dollar hätten Anleihen aus den Schwellenländern (J.P. Morgan EMBI Global Div. Index) im April um 2,2 Prozent steigen lassen. (Ausgabe vom 11.05.2021) (12.05.2021/alc/a/a)