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Rentenmärkte im September: Notenbanken liefern


17.10.19 09:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zu Beginn des Monats September markierten sowohl US-Staatsanleihen als auch Papiere aus dem Euroraum Rekordtiefstände und setzten ihren Trend aus den Vormonaten zunächst noch fort, so die Experten von Union Investment.

Doch schon kurze Zeit später seien erste Zweifel aufgekommen, ob sich die hohen Erwartungen an die Geldpolitik denn überhaupt erfüllen lassen würden. Darüber hinaus hätten sich einige Notenbankmitglieder zunehmend verhalten zur expansiven Geldpolitik geäußert. In diesem Umfeld sei es zu einer Korrekturbewegung mit wieder steigenden Renditen gekommen. Zur Monatsmitte hätten die Zentralbanken dann letztlich aber doch die Erwartungen der Marktteilnehmer erfüllt.

Im Euroraum habe die EZB den Einlagenzins auf -0,5 Prozent abgesenkt und ab November ein erneutes Ankaufprogramm beschlossen. Zwar möchten die Währungshüter Papiere im Gegenwert von monatlich nur 20 statt der zunächst erwarteten 30 Milliarden Euro erwerben. Dafür seien die Käufe jedoch zeitlich nicht befristet worden. Um die negativen Effekte für Banken etwas abzumildern, sei zugleich ein Staffelzinssystem (tearing) vorgestellt worden. In den USA habe die US-Notenbank ebenfalls den Leitzins gesenkt, sei sich bezüglich des weiteren geldpolitischen Kurses aber sehr uneins gewesen.

Im Handelsstreit seien China und die USA wieder aufeinander zugegangen. Es werde aber bestenfalls mit einem kleinen Deal gerechnet. Es dürfe bezweifelt werden, dass die Chinesen Donald Trump einen großen Deal feiern lassen würden. Zum Monatsende hin hätten Staatsanleihen ihre zuvor erlittenen Verluste wieder etwas aufgeholt, als sich die Erkenntnis durchgesetzt habe, dass die Renditen wohl vorerst niedrig bleiben würden. US-Papiere hätten, gemessen am J.P. Morgan Global Bond US-Index, im Monatsvergleich dennoch 0,9 Prozent eingebüßt. Euro-Staatsanleihen hätten (iBoxx Sovereigns Index) 0,4 Prozent abgegeben.

Anfängliche Aktienverluste und eine Vielzahl an neuen Anleihen hätten auf europäischen Unternehmensanleihen gelastet, die auf Indexebene um 0,8 Prozent an Wert verloren hätten. Papiere aus den aufstrebenden Volkswirtschaften hätten hingegen kaum von sinkenden US-Leitzinsen profitiert. Hartwährungsanleihen aus den Emerging Markets hätten mit den anderen Märkten ebenfalls leicht verloren und 0,5 Prozent nachgegeben. (Ausgabe vom 15.10.2019) (17.10.2019/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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