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Rentenmärkte: Richtungslos
11.01.24 14:00
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die Renditen der Staatsanleihen sind in den vergangenen Tagen tendenziell wieder gestiegen, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG.
Die zehnjährigen Bunds würden derzeit wieder deutlich über der 2%-Marke (2,19%) rentieren, nachdem sie am Jahresende noch unter 2,0% gelegen hätten. Die entsprechenden T-Notes würden mit der 4%-Marke kämpfen. Derzeit würden die Titel bei 3,99% rentieren. Die Marktteilnehmer hätten Schwierigkeiten, die Konjunkturdaten einzuordnen.
Der letzte Arbeitsmarktbericht aus den USA habe eine erneut überraschende Robustheit dokumentiert, denn mit 216.000 Personen seien mehr Jobs hinzugekommen als erwartet. Die Arbeitslosenrate sei bei 3,7% geblieben und der Lohnzuwachs sei etwas höher als erwartet gewesen. Gleichzeitig habe die Beschäftigungskomponente des ISM-Einkaufsmanagerindices für Dienstleistungen für den gleichen Monat jedoch einen massiven Rückgang gezeigt, wodurch Zweifel an der Robustheit des Arbeitsmarktes geweckt worden seien.
Für Deutschland gebe es neue Anzeichen dafür, dass das BIP auch im vierten Quartal gefallen sei. Darauf deute zumindest die Industrieproduktion hin, die im November um 0,7% gesunken sei. Für das vierte Quartal gehe das BIP Nowcast Modell der Analysten davon aus, dass die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe (-0,7%), im Dienstleistungssektor (-0,6%) und im Bausektor (-2.3) sinken werde, sodass das BIP insgesamt um 0,6% gefallen sein könnte. Deutschland befände sich dann in der Rezession. Das könnte auch auf die Eurozone zutreffen.
Das sei nicht nur das Ergebnis der Prognose der Analysten, sondern auch die Meinung von EZB-Vize de Guindos. Demnach sehe er eine hohe Wahrscheinlichkeit einer technischen Rezession (zwei Quartale in Folge rückläufiges BIP in Q3 und Q4 2023) und gleichzeitig einen temporären Wiederanstieg der Inflation zu Beginn des Jahres. Allerdings habe Frankreichs BIP im vierten Quartal unerwartet zugelegt, um 0,2%.
Heute werde auf die Inflationsdaten aus den USA zu achten sein. Hier erwarte der Reuters-Konsens einen Anstieg der Teuerungsrate von 3,1% im November auf 3,2% im Dezember. Das Nowcast-Modell der Analysten leite eine etwas höhere Inflationsrate ab. In jedem Fall könne der Anstieg der Inflation einige Investoren verunsichern, die mit einem stetigen Rückgang der Inflation gerechnet hätten.
Was stehe sonst noch auf der Agenda? Am Montag (15.01.) sei in den USA nicht nur Feiertag (Martin Luther King day), sondern auch die erste Vorwahl für die Präsidentenwahl, und zwar in Iowa. Manche Beobachter seien der Meinung, dass bereits hier eine Vorentscheidung zur Kandidatur von Donald Trump fallen könnte. Insbesondere sei darauf zu achten, wie viele Stimmen die Kandidatin und frühere UN-Botschafterin Nikki Haley bekommen werde.
Am Samstag (13.01.) würden Wahlen in Taiwan stattfinden. Hier liege die regierende DPP in den Umfragen vor der größten Oppositionspartei KMT. Die DPP sei kritischer gegenüber China eingestellt als die KMT. Ein Sieg der DPP könnte daher kurzfristig die Spannungen mit China erhöhen.
Ein weiteres wichtiges Datum sei der 19.01., denn an diesem Tag laufe der temporäre US-Haushalt aus. D.h. bis dahin müsse der Kongress einen neuen Haushalt für das laufende Fiskaljahr 2024 verabschiedet haben. In diesem Zuge würden die Analysten auch mit einer Entscheidung über die militärischen Mittel für die Ukraine rechnen. Während es für große Teile des Haushalts bereits eine Grundsatzeinigung gebe, wäre es verfrüht von einer Klärung der Angelegenheit zu sprechen. Insofern bestehe das Risiko fort, dass es zu einem Ausgabenstopp (government shutdown) komme. Zu achten sei schließlich auch auf die Berichtssaison für das vierte Quartal, die in den USA allmählich an Fahrt gewinne. (11.01.2024/alc/a/a)
Die zehnjährigen Bunds würden derzeit wieder deutlich über der 2%-Marke (2,19%) rentieren, nachdem sie am Jahresende noch unter 2,0% gelegen hätten. Die entsprechenden T-Notes würden mit der 4%-Marke kämpfen. Derzeit würden die Titel bei 3,99% rentieren. Die Marktteilnehmer hätten Schwierigkeiten, die Konjunkturdaten einzuordnen.
Der letzte Arbeitsmarktbericht aus den USA habe eine erneut überraschende Robustheit dokumentiert, denn mit 216.000 Personen seien mehr Jobs hinzugekommen als erwartet. Die Arbeitslosenrate sei bei 3,7% geblieben und der Lohnzuwachs sei etwas höher als erwartet gewesen. Gleichzeitig habe die Beschäftigungskomponente des ISM-Einkaufsmanagerindices für Dienstleistungen für den gleichen Monat jedoch einen massiven Rückgang gezeigt, wodurch Zweifel an der Robustheit des Arbeitsmarktes geweckt worden seien.
Für Deutschland gebe es neue Anzeichen dafür, dass das BIP auch im vierten Quartal gefallen sei. Darauf deute zumindest die Industrieproduktion hin, die im November um 0,7% gesunken sei. Für das vierte Quartal gehe das BIP Nowcast Modell der Analysten davon aus, dass die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe (-0,7%), im Dienstleistungssektor (-0,6%) und im Bausektor (-2.3) sinken werde, sodass das BIP insgesamt um 0,6% gefallen sein könnte. Deutschland befände sich dann in der Rezession. Das könnte auch auf die Eurozone zutreffen.
Heute werde auf die Inflationsdaten aus den USA zu achten sein. Hier erwarte der Reuters-Konsens einen Anstieg der Teuerungsrate von 3,1% im November auf 3,2% im Dezember. Das Nowcast-Modell der Analysten leite eine etwas höhere Inflationsrate ab. In jedem Fall könne der Anstieg der Inflation einige Investoren verunsichern, die mit einem stetigen Rückgang der Inflation gerechnet hätten.
Was stehe sonst noch auf der Agenda? Am Montag (15.01.) sei in den USA nicht nur Feiertag (Martin Luther King day), sondern auch die erste Vorwahl für die Präsidentenwahl, und zwar in Iowa. Manche Beobachter seien der Meinung, dass bereits hier eine Vorentscheidung zur Kandidatur von Donald Trump fallen könnte. Insbesondere sei darauf zu achten, wie viele Stimmen die Kandidatin und frühere UN-Botschafterin Nikki Haley bekommen werde.
Am Samstag (13.01.) würden Wahlen in Taiwan stattfinden. Hier liege die regierende DPP in den Umfragen vor der größten Oppositionspartei KMT. Die DPP sei kritischer gegenüber China eingestellt als die KMT. Ein Sieg der DPP könnte daher kurzfristig die Spannungen mit China erhöhen.
Ein weiteres wichtiges Datum sei der 19.01., denn an diesem Tag laufe der temporäre US-Haushalt aus. D.h. bis dahin müsse der Kongress einen neuen Haushalt für das laufende Fiskaljahr 2024 verabschiedet haben. In diesem Zuge würden die Analysten auch mit einer Entscheidung über die militärischen Mittel für die Ukraine rechnen. Während es für große Teile des Haushalts bereits eine Grundsatzeinigung gebe, wäre es verfrüht von einer Klärung der Angelegenheit zu sprechen. Insofern bestehe das Risiko fort, dass es zu einem Ausgabenstopp (government shutdown) komme. Zu achten sei schließlich auch auf die Berichtssaison für das vierte Quartal, die in den USA allmählich an Fahrt gewinne. (11.01.2024/alc/a/a)


