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Rentenmärkte: Kursanstieg bei Anleihen von EU-Peripheriestaaten, 10-jährige Bundrendite gibt nach
06.12.12 10:33
Alte Leipziger Trust
Oberursel (www.anleihencheck.de) - Die deutsche Wirtschaft konnte im 3. Quartal 2012 um 0,2% im Vergleich zum Vorquartal wachsen, so die Experten der Alte Leipziger Trust.
Da die Konjunkturindikatoren seit Monaten auf einem niedrigen Niveau notieren und auch die Auftragseingänge der Industrie deutlich unter den Werten des Vorjahres liegen würden, könne für das nächste Quartal kaum noch mit einem Wachstum gerechnet werden. Das ifo-Geschäftsklima habe immerhin nach fünf Rückgängen in Folge wieder zulegen können, der ZEW-Index habe hingegen etwas nachgegeben, eine Trendwende bei den Stimmungsindikatoren könne somit noch nicht festgestellt werden.
In der Eurozone schrumpfe die Wirtschaft bereits seit dem Jahr 2011. Im 3. Quartal habe sich ein Rückgang um 0,1% ergeben. Die Einkaufsmanagerindices für die Eurozone würden jetzt schon seit einigen Monaten auf einem rezessiven Niveau notieren. Auch wenn der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im letzten Monat zugelegt habe, sei es auch hier noch zu früh, um eine Trendwende auszurufen. Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone habe im letzten Monat mit 11,7% ein neues Allzeithoch erreicht.
Die französische Wirtschaft habe im 3. Quartal zwar um 0,2% wachsen können, Zweifel an der Reformfähigkeit des Landes würden allerdings immer lauter. Moody's habe Frankreich das AAA-Rating entzogen und den negativen Ausblick beibehalten. Der Economist habe Frankreich sogar als Zeitbombe im Kern Europas bezeichnet. Am Rentenmarkt hätten die Zweifel an der Reformfähigkeit Frankreichs allerdings noch nicht zu steigenden Risikoaufschlägen gerührt. Frankreich sei neben Deutschland der wichtigste Garantie- und Geldgeber für die europäischen Rettungsschirme eine Verschlechterung der Bonität Frankreichs könnte das Rettungsprojekt langfristig gefährden.
Der US-Immobilienmarkt sorge wieder für positive Schlagzeilen. Die Baubeginne sowie die noch nicht abgewickelten Hausverkäufe hätten abermals zugelegt. Bei den Baugenehmigungen habe es zwar einen leichten Rückgang gegeben, aber die niedrigen Zinsen in Verbindung mit gesunkenen Grundstückspreisen würden den Immobiliensektor wohl weiter stützen. Positive Impulse seien vom Arbeitsmarkt ausgegangen. Im Oktober seien 171.000 neue Stellen geschaffen worden, dies sei mehr gewesen als von den meisten Analysten erwartet. Der Beschäftigungsaufbau der beiden Vormonate sei zusätzlich nach oben revidiert worden. Der Auftragseingang für langlebige Wirtschaftsgüter sei im Oktober nicht weiter zurückgegangen, die Unterkategorie der Investitionsgüter habe sogar zulegen können.
Die Daten würden erste Hoffnungen wecken, dass die US-Unternehmen in den nächsten Monaten ihre Ausrüstungsinvestitionen erhöhen würden. Aufgrund der hohen Unsicherheit, die durch die Entwicklungen in der Eurozone und der anstehenden automatischen Ausgabenkürzungen im US-Haushalt hervorgerufen werde, hätten die Unternehmen in den letzten Monaten ihre Investitionen zurückgefahren. Nach seiner Wiederwahl bleibe Obama nicht viel Zeit, um eine Einigung mit den Republikanern zum Schuldenabbau zu erzielen.
Die Anleihen der südeuropäischen Peripheriestaaten würden sich derzeit in einer Rolle wieder finden, die vor einem Jahr noch als völlig undenkbar gegolten habe: Sie seien zu Favoriten der Investoren geworden. Zuletzt hätten sie durch die Einigung über die nächsten Griechenlandhilfen einen erneuten kräftigen Schub erhalten. Die Spreads gegenüber Bundesanleihen hätten deutlich nachgegeben. Jedoch hätten die Kurse von Bundesanleihen trotz der kräftigen Kursgewinne der Peripherie-Anleihen nicht unter dieser Entwicklung gelitten. Im Gegenteil: Im Zehnjahresbereich habe die Rendite von 1,43 Prozent auf 1,38 Prozent nachgegeben.
Gestützt würden deutsche Staatstitel durch das zwar reduzierte, aber immer noch vorhandene hohe Sicherheitsbedürfnis der Investoren, die Aussicht auf ein schwach bleibendes Wachstum in Euroland, geringe Inflationsaussichten und die Erwartung eines weiteren Zinssenkungsschritts der Europäischen Zentralbank (EZB). Die weiteren Aussichten für deutsche Staatsanleihen würden die Experten angesichts negativer Realrenditen bei zugleich bestehenden Kursrisiken tendenziell vorsichtig pessimistisch einschätzen. Sollte sich die Erwartung vieler Analysten bestätigen, nach der im kommenden Jahr einen Anstieg der 10-Jahres-Rendite auf 2,5 Prozent bevorstehe, wären Kursverluste für die Investoren unausweichlich.
Der kurzfristige Aufwärtstrend bei der Bundrendite sei im letzten Monat durchbrochen worden. Der Renditerückgang sollte aber zunächst bei einem Renditeniveau von 1,30% zum Stillstand kommen. Ein Rückgang auf die Tiefstände vom vergangenen Sommer sei nicht zu erwarten, da die Schuldenkrise an Dramatik verloren habe. Bei den Treasuries ergebe sich ein ähnliches Bild, auch hier habe der kurzfristige Aufwärtstrend nicht gehalten werden können. Spätestens ab einem Renditeniveau von 1,50% dürfte deren Renditerückgang beendet sein. (Ausgabe Dezember 2012) (06.12.2012/alc/a/a)
Da die Konjunkturindikatoren seit Monaten auf einem niedrigen Niveau notieren und auch die Auftragseingänge der Industrie deutlich unter den Werten des Vorjahres liegen würden, könne für das nächste Quartal kaum noch mit einem Wachstum gerechnet werden. Das ifo-Geschäftsklima habe immerhin nach fünf Rückgängen in Folge wieder zulegen können, der ZEW-Index habe hingegen etwas nachgegeben, eine Trendwende bei den Stimmungsindikatoren könne somit noch nicht festgestellt werden.
In der Eurozone schrumpfe die Wirtschaft bereits seit dem Jahr 2011. Im 3. Quartal habe sich ein Rückgang um 0,1% ergeben. Die Einkaufsmanagerindices für die Eurozone würden jetzt schon seit einigen Monaten auf einem rezessiven Niveau notieren. Auch wenn der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im letzten Monat zugelegt habe, sei es auch hier noch zu früh, um eine Trendwende auszurufen. Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone habe im letzten Monat mit 11,7% ein neues Allzeithoch erreicht.
Die französische Wirtschaft habe im 3. Quartal zwar um 0,2% wachsen können, Zweifel an der Reformfähigkeit des Landes würden allerdings immer lauter. Moody's habe Frankreich das AAA-Rating entzogen und den negativen Ausblick beibehalten. Der Economist habe Frankreich sogar als Zeitbombe im Kern Europas bezeichnet. Am Rentenmarkt hätten die Zweifel an der Reformfähigkeit Frankreichs allerdings noch nicht zu steigenden Risikoaufschlägen gerührt. Frankreich sei neben Deutschland der wichtigste Garantie- und Geldgeber für die europäischen Rettungsschirme eine Verschlechterung der Bonität Frankreichs könnte das Rettungsprojekt langfristig gefährden.
Die Daten würden erste Hoffnungen wecken, dass die US-Unternehmen in den nächsten Monaten ihre Ausrüstungsinvestitionen erhöhen würden. Aufgrund der hohen Unsicherheit, die durch die Entwicklungen in der Eurozone und der anstehenden automatischen Ausgabenkürzungen im US-Haushalt hervorgerufen werde, hätten die Unternehmen in den letzten Monaten ihre Investitionen zurückgefahren. Nach seiner Wiederwahl bleibe Obama nicht viel Zeit, um eine Einigung mit den Republikanern zum Schuldenabbau zu erzielen.
Die Anleihen der südeuropäischen Peripheriestaaten würden sich derzeit in einer Rolle wieder finden, die vor einem Jahr noch als völlig undenkbar gegolten habe: Sie seien zu Favoriten der Investoren geworden. Zuletzt hätten sie durch die Einigung über die nächsten Griechenlandhilfen einen erneuten kräftigen Schub erhalten. Die Spreads gegenüber Bundesanleihen hätten deutlich nachgegeben. Jedoch hätten die Kurse von Bundesanleihen trotz der kräftigen Kursgewinne der Peripherie-Anleihen nicht unter dieser Entwicklung gelitten. Im Gegenteil: Im Zehnjahresbereich habe die Rendite von 1,43 Prozent auf 1,38 Prozent nachgegeben.
Gestützt würden deutsche Staatstitel durch das zwar reduzierte, aber immer noch vorhandene hohe Sicherheitsbedürfnis der Investoren, die Aussicht auf ein schwach bleibendes Wachstum in Euroland, geringe Inflationsaussichten und die Erwartung eines weiteren Zinssenkungsschritts der Europäischen Zentralbank (EZB). Die weiteren Aussichten für deutsche Staatsanleihen würden die Experten angesichts negativer Realrenditen bei zugleich bestehenden Kursrisiken tendenziell vorsichtig pessimistisch einschätzen. Sollte sich die Erwartung vieler Analysten bestätigen, nach der im kommenden Jahr einen Anstieg der 10-Jahres-Rendite auf 2,5 Prozent bevorstehe, wären Kursverluste für die Investoren unausweichlich.
Der kurzfristige Aufwärtstrend bei der Bundrendite sei im letzten Monat durchbrochen worden. Der Renditerückgang sollte aber zunächst bei einem Renditeniveau von 1,30% zum Stillstand kommen. Ein Rückgang auf die Tiefstände vom vergangenen Sommer sei nicht zu erwarten, da die Schuldenkrise an Dramatik verloren habe. Bei den Treasuries ergebe sich ein ähnliches Bild, auch hier habe der kurzfristige Aufwärtstrend nicht gehalten werden können. Spätestens ab einem Renditeniveau von 1,50% dürfte deren Renditerückgang beendet sein. (Ausgabe Dezember 2012) (06.12.2012/alc/a/a)


