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Rentenmärkte: Jackson Hole treibt die Renditen nach oben
26.08.21 15:00
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die Renditen sind in den vergangenen Tagen wieder kräftig gestiegen, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG.
Die zehnjährigen T-Notes würden jetzt bei 1,35% rentieren, nach etwa 1,25% vor einer Woche. Die Bundrenditen lägen ebenfalls höher bei nunmehr -0,41% (Vorwoche: -0,49%). Man könnte das in der Weise interpretieren, dass die Anleger mehrheitlich auf eine Ankündigung in Jackson Hole in Richtung Tapering setzen würden. Dem stehe allerdings die Bewegung am Devisenmarkt entgegen, wo der Dollar gegenüber dem Euro an Wert verloren habe.
Heute beginne das von vielen Seiten mit großer Spannung erwartete Zentralbanktreffen in Jackson Hole. Dieses Mal finde die dreitägige Konferenz ohne internationale Beteiligung statt, obwohl das Treffen in digitaler Form abgehalten werde. Das liege schlicht daran, dass man eigentlich eine Präsenzveranstaltung habe machen wollen und allein schon wegen der Einreisebeschränkungen ausschließlich Redner aus den USA eingeladen habe. Wegen der Delta-Variante habe man dann kurzfristig auf digital umgestellt, ohne die Einladungslisten zu ändern. Insofern habe Jerome Powell das Monopol der Aufmerksamkeit sicher, wenn er morgen (27.08.) sprechen werde.
Die meisten Beobachter dürften aber enttäuscht werden, denn Powell werde aller Voraussicht nach nichts Neues in Bezug auf die Rückführung der Anleiheankäufe verkünden. Vielmehr dürfte er das wiederholen, was den meisten Marktteilnehmern schon bekannt sei, nämlich dass die Wirtschaft durchaus gut laufe, der Inflationsanstieg vorübergehend sei und man aber auch auf die Risiken durch die Delta-Variante achten sollte. Letztlich werde Powell auf den nächsten Arbeitsmarktbericht (03.09.) warten, um dann - im Fall eines robusten Ergebnisses, das die Analysten bei einem Beschäftigungszuwachs von 700.000+ ansetzen würden - die Märkte auf das Tapering konkreter vorzubereiten. Zinserhöhungen würden in Jackson Hole vermutlich keine Rolle spielen.
Anders sei das in Südkorea. Deren Zentralbank habe als erste asiatische Volkswirtschaft seit dem Ausbruch von Covid-19 ihren Leitzins angehoben. Dabei sei die Inflation mit 2,6% relativ niedrig und konjunkturell laufe es nicht sonderlich rund. Die Quote der bereits vollständig geimpften liege bei niedrigen 26% (Anteil an der Gesamtbevölkerung) und das sei vermutlich auch der Grund, warum der Inlandskonsum nicht in Fahrt komme. Hingegen profitiere das Land von dem Nachfrageboom im Elektronikbereich, insbesondere bei den Mikrochips. Das habe den Export beflügelt. Vor allem aber scheine sich die Zentralbank Sorgen um die Finanzstabilität zu machen. So sei ein Boom am Immobilienmarkt zu beobachten und die Verschuldung der privaten Haushalte habe deutlich zugelegt.
Zinserhöhungen würden auch in anderen Ländern stattfinden. Dazu würden Brasilien und Russland und kleinere Länder wie Peru und Chile gehören. Aber man müsse feststellen, dass viele dieser Länder nicht wegen einer guten Konjunkturlage die Zinsen anheben würden, sondern zum einen weil die Inflation dort durch externe Faktoren besonders gestiegen sei und zum anderen weil sie fürchten würden, dass zu viel Kapital abfließe, wenn man auf Zinserhöhungen verzichte. Die Straffung der Geldpolitik geschehe also eher aus einer Position der Schwäche heraus. Das Risiko einer Emerging Markets-Krise sei in den vergangenen Monaten gestiegen.
Datenseitig sei in den kommenden Tagen auf die PCE-Kerninflation in den USA für den Monat Juli zu achten (27.08.) sowie auf die Inflationsdaten aus Deutschland für August. Im Juli habe der HVPI bei 3,1% YoY gelegen. Am Ende nächster Woche (03.09.) stünden die US-Arbeitsmarktdaten für August auf der Agenda, wo man nicht nur auf die Beschäftigung, sondern auch auf die Arbeitslosenrate und die Lohnentwicklung schauen sollte. Letzteres könne Aufschluss darüber geben, ob die Inflation nachhaltig anziehe. Auch aus Deutschland (August) und Frankreich (Quartalsdaten, Q2) würden Arbeitsmarktdaten (beide am 31.08.) kommen. Außerdem würden am 01.09. die PMI-Indikatoren für das Verarbeitende Gewerbe publiziert, bei denen für die Eurozone bereits Schnellschätzungen vorlägen. (26.08.2021/alc/a/a)
Die zehnjährigen T-Notes würden jetzt bei 1,35% rentieren, nach etwa 1,25% vor einer Woche. Die Bundrenditen lägen ebenfalls höher bei nunmehr -0,41% (Vorwoche: -0,49%). Man könnte das in der Weise interpretieren, dass die Anleger mehrheitlich auf eine Ankündigung in Jackson Hole in Richtung Tapering setzen würden. Dem stehe allerdings die Bewegung am Devisenmarkt entgegen, wo der Dollar gegenüber dem Euro an Wert verloren habe.
Heute beginne das von vielen Seiten mit großer Spannung erwartete Zentralbanktreffen in Jackson Hole. Dieses Mal finde die dreitägige Konferenz ohne internationale Beteiligung statt, obwohl das Treffen in digitaler Form abgehalten werde. Das liege schlicht daran, dass man eigentlich eine Präsenzveranstaltung habe machen wollen und allein schon wegen der Einreisebeschränkungen ausschließlich Redner aus den USA eingeladen habe. Wegen der Delta-Variante habe man dann kurzfristig auf digital umgestellt, ohne die Einladungslisten zu ändern. Insofern habe Jerome Powell das Monopol der Aufmerksamkeit sicher, wenn er morgen (27.08.) sprechen werde.
Anders sei das in Südkorea. Deren Zentralbank habe als erste asiatische Volkswirtschaft seit dem Ausbruch von Covid-19 ihren Leitzins angehoben. Dabei sei die Inflation mit 2,6% relativ niedrig und konjunkturell laufe es nicht sonderlich rund. Die Quote der bereits vollständig geimpften liege bei niedrigen 26% (Anteil an der Gesamtbevölkerung) und das sei vermutlich auch der Grund, warum der Inlandskonsum nicht in Fahrt komme. Hingegen profitiere das Land von dem Nachfrageboom im Elektronikbereich, insbesondere bei den Mikrochips. Das habe den Export beflügelt. Vor allem aber scheine sich die Zentralbank Sorgen um die Finanzstabilität zu machen. So sei ein Boom am Immobilienmarkt zu beobachten und die Verschuldung der privaten Haushalte habe deutlich zugelegt.
Zinserhöhungen würden auch in anderen Ländern stattfinden. Dazu würden Brasilien und Russland und kleinere Länder wie Peru und Chile gehören. Aber man müsse feststellen, dass viele dieser Länder nicht wegen einer guten Konjunkturlage die Zinsen anheben würden, sondern zum einen weil die Inflation dort durch externe Faktoren besonders gestiegen sei und zum anderen weil sie fürchten würden, dass zu viel Kapital abfließe, wenn man auf Zinserhöhungen verzichte. Die Straffung der Geldpolitik geschehe also eher aus einer Position der Schwäche heraus. Das Risiko einer Emerging Markets-Krise sei in den vergangenen Monaten gestiegen.
Datenseitig sei in den kommenden Tagen auf die PCE-Kerninflation in den USA für den Monat Juli zu achten (27.08.) sowie auf die Inflationsdaten aus Deutschland für August. Im Juli habe der HVPI bei 3,1% YoY gelegen. Am Ende nächster Woche (03.09.) stünden die US-Arbeitsmarktdaten für August auf der Agenda, wo man nicht nur auf die Beschäftigung, sondern auch auf die Arbeitslosenrate und die Lohnentwicklung schauen sollte. Letzteres könne Aufschluss darüber geben, ob die Inflation nachhaltig anziehe. Auch aus Deutschland (August) und Frankreich (Quartalsdaten, Q2) würden Arbeitsmarktdaten (beide am 31.08.) kommen. Außerdem würden am 01.09. die PMI-Indikatoren für das Verarbeitende Gewerbe publiziert, bei denen für die Eurozone bereits Schnellschätzungen vorlägen. (26.08.2021/alc/a/a)


