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Rentenausblick 2026 - Geduld und Präzision werden belohnt
12.12.25 12:22
Wellington Management
London (www.anleihencheck.de) - "Wir erleben derzeit eine bedeutende Vertiefung der Credit-Märkte mit neuen Emittenten und innovativen Finanzierungsstrukturen", schreiben Derek Hynes (Fixed Income Portfolio Manager), Konstantin Leidman (CFA, Fixed Income Portfolio Manager) und Will Prentis (Investment Spezialist) von Wellington Management in ihrem Fixed-Income-Ausblick auf das Jahr 2026.
Getrieben werde dies unter anderem durch den Anstieg an Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) und verwandte Sektoren.
Während diese Entwicklung sowohl Chancen als auch Risiken mit sich bringe, würden sie das Umfeld für Credit-Anlagen weiterhin als attraktiv bewerten: "Wir gehen davon aus, dass 2026 ein weiteres Jahr mit insgesamt positiven Gesamterträgen sein wird." Grund hierfür sei ebenfalls die hartnäckige Inflation, die den Rahmen für Zinssenkungen seitens der Zentralbanken stark einschränke und die Renditen hoch halte.
Angesichts zukünftiger Marktverwerfungen und geopolitischer Spannungen würden die Wellington-Experten jedoch zur Vorsicht mahnen: Geduld, Präzision und ein kritischer Blick würden belohnt werden. Daher starte Wellington mit einem klaren Fokus ins Jahr 2026: "Wir werden nach Anlagen mit beständigem Wertschöpfungspotenzial suchen, Risiken umsichtig steuern und im weiteren Zyklusverlauf flexibel agieren."
Credit-Anleger sähen sich mit einem Dilemma konfrontiert. Einerseits bleibe das Umfeld für Credit-Anlagen dank günstiger fiskalpolitischer Rahmenbedingungen, einer expansiven Zentralbankpolitik sowie einer starken Nachfrage nach dieser Anlageklasse attraktiv.
Andererseits seien die Bewertungen in den meisten Sektoren inzwischen hoch, während die Volatilität auffallend niedrig sei. Credit-Anlagen seien nach wie vor anfällig für eine mögliche Neubewertung. Auch wenn Anleger für das Halten von Credit-Anlagen weiter großzügig belohnt würden, seien die "einfachen" Chancen nun weitgehend ausgeschöpft. Die "Beta-Welle" (während der der gesamte Markt eine gute Entwicklung gezeigt habe) liege hinter uns.
2026 könnte ein weiteres Jahr mit insgesamt positiven Gesamterträgen werden. Das Dilemma sei jedoch real. Nach Erachten der Analysten sei eine größere Selektivität und Disziplin bei der Optimierung des Engagements in dieser Anlageklasse nötig.
Das Verhalten der Unternehmen müsse genau beobachtet werden
Mit zunehmender Reife des Zyklus gewännen die Nuancen des Unternehmensverhaltens und der Bilanzdisziplin noch stärker an Bedeutung. Solide Bilanzen und ein einfacher Zugang zu Kapital könnten Managementteams zunehmend dazu verleiten, aggressivere Kapitalallokationstechniken anzuwenden, sei es durch Fusionen und Übernahmen, Rückkäufe oder eine höhere Verschuldung. Dies würde wiederum im Zuge der Finanzierung von Transaktionen durch die Unternehmen zu umfangreicheren Anleiheemissionen führen.
Die Experten würden das Potenzial für ein aggressiveres Bilanzmanagement aufmerksam beobachten, insbesondere bei Emittenten mit höherer Bonität. Angesichts der Bewertungsniveaus hätten sie kein Problem damit, ihr Engagement bei diesen Emittenten zu reduzieren und ihre Positionen bei attraktiveren Einstiegsmöglichkeiten wieder aufzustocken.
Auch die zunehmende Streuung über Sektoren und Regionen hinweg unterstreiche die Bedeutung der Titelauswahl in diesem Umfeld. Die Experten seien davon überzeugt, dass detaillierte Fundamentalanalysen und ein disziplinierter Ansatz entscheidend seien, um das investierte Kapital zu schützen und im Verlauf des Zyklus relatives Wertschöpfungspotenzial zu erschließen.
Chancen im sich verändernden Marktumfeld entdecken
Der Anstieg der KI-getriebenen Investitionsausgaben verändere nicht nur die Realwirtschaft, sondern auch das globale Credit-Umfeld. Wir würden derzeit eine bedeutende Vertiefung der Credit-Märkte mit neuen Emittenten und innovativen Finanzierungsstrukturen erleben. Die Zusammensetzung des Anlageuniversums verändere sich rasant: Die Finanzierung umfangreicher Infrastruktur- und Technologieinvestitionen erfolge immer häufiger über öffentliche und private Kredite. Dieser Trend verwische die Grenzen zwischen Unternehmens- und Projektfinanzierung und führe zu neuen Komplexitäten bei der Kreditanalyse.
Diese Entwicklungen würden zweifellos neue Risiken mit sich bringen. Dazu würden beispielsweise der Mangel an Klarheit hinsichtlich der Nachhaltigkeit von KI-bezogenen Investitionen sowie die vielen Herausforderungen zählen, die mit neuartigen Transaktionsstrukturen verbunden seien. Sie schüfen jedoch auch ein breiteres und reichhaltigeres Chancenspektrum für aktive, researchorientierte Anleger. Sie würden über die anlageklassenübergreifende Expertise verfügen, um diese zunehmende Komplexität bei Anleihen zu entschlüsseln. Sie könnten erkennen, welche Projekte und Emittenten wahrscheinlich beständige Cashflows liefern würden und bei welchen es im Laufe des Zyklus möglicherweise zu Schwierigkeiten kommen würde.
Bislang seien die Märkte für Investment-Grade-Anleihen (IG) eine wichtige Finanzierungsquelle gewesen, während globale Wandelanleihen und Private-Credit-Anlagen die beiden anderen Hauptfinanzierungswege darstellen würden. Demgegenüber liege der Anteil der KI-Emissionen am US-High-Yield-Markt bei lediglich etwa 2 Prozent. Die Experten seien derzeit gegenüber vielen dieser Emittenten vorsichtig, da sie der Meinung seien, dass der schnelle Kapazitätsaufbau zu einem Überangebot, Herabstufungen und potenziellen Zahlungsausfällen führen könnte. Eine solche Welle von "Fallen Angels" könnte sowohl für Investment-Grade- als auch High-Yield-Anleger letztendlich die Chance bieten, durch eine sorgfältige Titelauswahl Alpha zu generieren.
Für makroökonomische Veränderungen und Streuung positionieren
Das Zusammenspiel von Konjunktur- und Kreditzyklen dürfte das kommende Jahr prägen. Auch wenn die Experten noch nicht von einer Wende im Kreditzyklus sprechen würden, könnten unterschiedliche geldpolitische Kurse, Bedenken hinsichtlich der Tragfähigkeit von Staatsfinanzen sowie eine erneute Fokussierung auf Kreditvergabestandards zu vereinzelten Volatilitätsspitzen und Neubewertungen an den öffentlichen Credit-Märkten führen. Die Zentralbanken könnten sich als Quelle erheblicher Volatilität herausstellen. Sollten die politischen Entscheidungsträger die Zinsen trotz anhaltender Inflation und starken nominalen Wachstums weiter senken, könnte es zu einer abrupten Neubewertung am Markt kommen, wenn die Anleger höhere Risikoaufschläge verlangen würden.
Angesichts dieser Risiken für den Konjunkturzyklus seien sich die Experten darüber im Klaren, dass bestimmte Bereiche des Credit-Marktes nur begrenzt eine Entschädigung bieten würden. Beispielsweise würden sie weiterhin einen Mangel an Streuung bei der Bewertung von zyklischen gegenüber nicht-zyklischen Emittenten beobachten. Angesichts der minimalen bis gar nicht vorhandenen Spread-Einbußen hätten die Experten ihre Portfolios in Bereiche des Marktes umgeschichtet, von denen sie stärker überzeugt seien. Innerhalb ihrer IG-Portfolios würden sie nach wie vor Sektoren und Emittenten mit robusten Fundamentaldaten und erkennbaren positiven Impulsen bevorzugen. Dazu würden beispielsweise europäische REITs, ausgewählte Versorger und die großen Geschäftsbanken zählen. Bei den High-Yield-Portfolios würden die Experten gegenüber Emittenten mit starken Wettbewerbsbarrieren in Sektoren und Ländern, in denen sie kein erhöhtes Ausfallrisiko sehen würden, positiv eingestellt bleiben. Dazu würden beispielsweise Verpackungsunternehmen und Software-Dienstleister zählen.
Für Anleger werde es entscheidend sein, wachsam zu bleiben – sowohl bei der Beobachtung des übergeordneten makroökonomischen Umfelds als auch bei der Einschätzung, welche Auswirkungen diese Kräfte auf die Kreditfundamentaldaten und die finanziellen Rahmenbedingungen haben könnten. Flexibilität und die Bereitschaft, Allokationen schnell anzupassen, würden entscheidend sein, um Phasen mit Marktverwerfungen zu bewältigen und sich bietende Chancen zu nutzen.
Konkrete Umsetzung der Erkenntnisse:
Für Investment-Grade-Anleger biete das aktuelle Umfeld eine attraktive Kombination aus soliden Unternehmensfundamentaldaten, robuster technischer Unterstützung und immer noch erhöhten Renditeniveaus. Die überzeugendsten Chancen sähen die Experten in Sektoren mit soliden Bilanzen oder positiven Impulsen, die sich noch nicht in den Marktpreisen widerspiegeln würden. Gleichzeitig würden sie in Bereichen, in denen die Bewertungen überhöht seien oder in denen sie Potenzial für eine aggressivere Kapitalallokation sehen würden, vorsichtig bleiben.
Für High-Yield-Anleger mache die Kombination aus attraktiven Renditen und einem strukturell niedrigen Zinsänderungsrisiko High-Yield-Anleihen besonders attraktiv, wenn sie das Zinsrisiko steuern oder eine Aktienallokation reduzieren möchten. Innerhalb der Anlageklasse würden europäische High-Yield-Anleihen nach wie vor mit einem Abschlag gegenüber ihren Pendants aus den USA gehandelt. Darüber hinaus habe sich die Qualität des europäischen High-Yield-Marktes seit der Staatsschuldenkrise verbessert, und die Fundamentaldaten blieben solide.
Für diejenigen, die über eine größere Flexibilität verfügten, sähen die Experten Wertschöpfungspotenzial in flexiblen oder sektorübergreifenden Ansätzen. Anleger, die das gesamte Chancenspektrum bei Anleihen durchforsteten und ihre Allokationen schnell und dynamisch anpassen könnten, könnten gut positioniert sein, um von Marktverwerfungen zu profitieren, sobald diese auftreten würden.
Fazit
Die Experten seien der Meinung, dass 2026 am Credit-Markt Geduld, Präzision und ein kritischer Blick belohnt würden. Auch wenn die allgemeinen Bewertungen auf den ersten Blick weniger überzeugend erscheinen mögen, würden sich durch disziplinierte Analysen weiterhin attraktive Chancen aufdecken lassen. Strukturelle Positivfaktoren dürften für ein relativ stabiles Umfeld sorgen, während sich das Anlageuniversum durch KI-bezogene Finanzierungen vergrößere. Angesichts der hohen Bewertungen und der makroökonomischen Unsicherheit seien jedoch Disziplin und Vorsicht geboten. "Wir starten mit einem klaren Fokus ins Jahr 2026: Wir werden nach Anlagen mit beständigem Wertschöpfungspotenzial suchen, Risiken umsichtig steuern und im weiteren Zyklusverlauf flexibel agieren", so die Experten von Wellington Management. (12.12.2025/alc/a/a)
Getrieben werde dies unter anderem durch den Anstieg an Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) und verwandte Sektoren.
Während diese Entwicklung sowohl Chancen als auch Risiken mit sich bringe, würden sie das Umfeld für Credit-Anlagen weiterhin als attraktiv bewerten: "Wir gehen davon aus, dass 2026 ein weiteres Jahr mit insgesamt positiven Gesamterträgen sein wird." Grund hierfür sei ebenfalls die hartnäckige Inflation, die den Rahmen für Zinssenkungen seitens der Zentralbanken stark einschränke und die Renditen hoch halte.
Angesichts zukünftiger Marktverwerfungen und geopolitischer Spannungen würden die Wellington-Experten jedoch zur Vorsicht mahnen: Geduld, Präzision und ein kritischer Blick würden belohnt werden. Daher starte Wellington mit einem klaren Fokus ins Jahr 2026: "Wir werden nach Anlagen mit beständigem Wertschöpfungspotenzial suchen, Risiken umsichtig steuern und im weiteren Zyklusverlauf flexibel agieren."
Credit-Anleger sähen sich mit einem Dilemma konfrontiert. Einerseits bleibe das Umfeld für Credit-Anlagen dank günstiger fiskalpolitischer Rahmenbedingungen, einer expansiven Zentralbankpolitik sowie einer starken Nachfrage nach dieser Anlageklasse attraktiv.
Andererseits seien die Bewertungen in den meisten Sektoren inzwischen hoch, während die Volatilität auffallend niedrig sei. Credit-Anlagen seien nach wie vor anfällig für eine mögliche Neubewertung. Auch wenn Anleger für das Halten von Credit-Anlagen weiter großzügig belohnt würden, seien die "einfachen" Chancen nun weitgehend ausgeschöpft. Die "Beta-Welle" (während der der gesamte Markt eine gute Entwicklung gezeigt habe) liege hinter uns.
2026 könnte ein weiteres Jahr mit insgesamt positiven Gesamterträgen werden. Das Dilemma sei jedoch real. Nach Erachten der Analysten sei eine größere Selektivität und Disziplin bei der Optimierung des Engagements in dieser Anlageklasse nötig.
Das Verhalten der Unternehmen müsse genau beobachtet werden
Mit zunehmender Reife des Zyklus gewännen die Nuancen des Unternehmensverhaltens und der Bilanzdisziplin noch stärker an Bedeutung. Solide Bilanzen und ein einfacher Zugang zu Kapital könnten Managementteams zunehmend dazu verleiten, aggressivere Kapitalallokationstechniken anzuwenden, sei es durch Fusionen und Übernahmen, Rückkäufe oder eine höhere Verschuldung. Dies würde wiederum im Zuge der Finanzierung von Transaktionen durch die Unternehmen zu umfangreicheren Anleiheemissionen führen.
Die Experten würden das Potenzial für ein aggressiveres Bilanzmanagement aufmerksam beobachten, insbesondere bei Emittenten mit höherer Bonität. Angesichts der Bewertungsniveaus hätten sie kein Problem damit, ihr Engagement bei diesen Emittenten zu reduzieren und ihre Positionen bei attraktiveren Einstiegsmöglichkeiten wieder aufzustocken.
Auch die zunehmende Streuung über Sektoren und Regionen hinweg unterstreiche die Bedeutung der Titelauswahl in diesem Umfeld. Die Experten seien davon überzeugt, dass detaillierte Fundamentalanalysen und ein disziplinierter Ansatz entscheidend seien, um das investierte Kapital zu schützen und im Verlauf des Zyklus relatives Wertschöpfungspotenzial zu erschließen.
Chancen im sich verändernden Marktumfeld entdecken
Diese Entwicklungen würden zweifellos neue Risiken mit sich bringen. Dazu würden beispielsweise der Mangel an Klarheit hinsichtlich der Nachhaltigkeit von KI-bezogenen Investitionen sowie die vielen Herausforderungen zählen, die mit neuartigen Transaktionsstrukturen verbunden seien. Sie schüfen jedoch auch ein breiteres und reichhaltigeres Chancenspektrum für aktive, researchorientierte Anleger. Sie würden über die anlageklassenübergreifende Expertise verfügen, um diese zunehmende Komplexität bei Anleihen zu entschlüsseln. Sie könnten erkennen, welche Projekte und Emittenten wahrscheinlich beständige Cashflows liefern würden und bei welchen es im Laufe des Zyklus möglicherweise zu Schwierigkeiten kommen würde.
Bislang seien die Märkte für Investment-Grade-Anleihen (IG) eine wichtige Finanzierungsquelle gewesen, während globale Wandelanleihen und Private-Credit-Anlagen die beiden anderen Hauptfinanzierungswege darstellen würden. Demgegenüber liege der Anteil der KI-Emissionen am US-High-Yield-Markt bei lediglich etwa 2 Prozent. Die Experten seien derzeit gegenüber vielen dieser Emittenten vorsichtig, da sie der Meinung seien, dass der schnelle Kapazitätsaufbau zu einem Überangebot, Herabstufungen und potenziellen Zahlungsausfällen führen könnte. Eine solche Welle von "Fallen Angels" könnte sowohl für Investment-Grade- als auch High-Yield-Anleger letztendlich die Chance bieten, durch eine sorgfältige Titelauswahl Alpha zu generieren.
Für makroökonomische Veränderungen und Streuung positionieren
Das Zusammenspiel von Konjunktur- und Kreditzyklen dürfte das kommende Jahr prägen. Auch wenn die Experten noch nicht von einer Wende im Kreditzyklus sprechen würden, könnten unterschiedliche geldpolitische Kurse, Bedenken hinsichtlich der Tragfähigkeit von Staatsfinanzen sowie eine erneute Fokussierung auf Kreditvergabestandards zu vereinzelten Volatilitätsspitzen und Neubewertungen an den öffentlichen Credit-Märkten führen. Die Zentralbanken könnten sich als Quelle erheblicher Volatilität herausstellen. Sollten die politischen Entscheidungsträger die Zinsen trotz anhaltender Inflation und starken nominalen Wachstums weiter senken, könnte es zu einer abrupten Neubewertung am Markt kommen, wenn die Anleger höhere Risikoaufschläge verlangen würden.
Angesichts dieser Risiken für den Konjunkturzyklus seien sich die Experten darüber im Klaren, dass bestimmte Bereiche des Credit-Marktes nur begrenzt eine Entschädigung bieten würden. Beispielsweise würden sie weiterhin einen Mangel an Streuung bei der Bewertung von zyklischen gegenüber nicht-zyklischen Emittenten beobachten. Angesichts der minimalen bis gar nicht vorhandenen Spread-Einbußen hätten die Experten ihre Portfolios in Bereiche des Marktes umgeschichtet, von denen sie stärker überzeugt seien. Innerhalb ihrer IG-Portfolios würden sie nach wie vor Sektoren und Emittenten mit robusten Fundamentaldaten und erkennbaren positiven Impulsen bevorzugen. Dazu würden beispielsweise europäische REITs, ausgewählte Versorger und die großen Geschäftsbanken zählen. Bei den High-Yield-Portfolios würden die Experten gegenüber Emittenten mit starken Wettbewerbsbarrieren in Sektoren und Ländern, in denen sie kein erhöhtes Ausfallrisiko sehen würden, positiv eingestellt bleiben. Dazu würden beispielsweise Verpackungsunternehmen und Software-Dienstleister zählen.
Für Anleger werde es entscheidend sein, wachsam zu bleiben – sowohl bei der Beobachtung des übergeordneten makroökonomischen Umfelds als auch bei der Einschätzung, welche Auswirkungen diese Kräfte auf die Kreditfundamentaldaten und die finanziellen Rahmenbedingungen haben könnten. Flexibilität und die Bereitschaft, Allokationen schnell anzupassen, würden entscheidend sein, um Phasen mit Marktverwerfungen zu bewältigen und sich bietende Chancen zu nutzen.
Konkrete Umsetzung der Erkenntnisse:
Für Investment-Grade-Anleger biete das aktuelle Umfeld eine attraktive Kombination aus soliden Unternehmensfundamentaldaten, robuster technischer Unterstützung und immer noch erhöhten Renditeniveaus. Die überzeugendsten Chancen sähen die Experten in Sektoren mit soliden Bilanzen oder positiven Impulsen, die sich noch nicht in den Marktpreisen widerspiegeln würden. Gleichzeitig würden sie in Bereichen, in denen die Bewertungen überhöht seien oder in denen sie Potenzial für eine aggressivere Kapitalallokation sehen würden, vorsichtig bleiben.
Für High-Yield-Anleger mache die Kombination aus attraktiven Renditen und einem strukturell niedrigen Zinsänderungsrisiko High-Yield-Anleihen besonders attraktiv, wenn sie das Zinsrisiko steuern oder eine Aktienallokation reduzieren möchten. Innerhalb der Anlageklasse würden europäische High-Yield-Anleihen nach wie vor mit einem Abschlag gegenüber ihren Pendants aus den USA gehandelt. Darüber hinaus habe sich die Qualität des europäischen High-Yield-Marktes seit der Staatsschuldenkrise verbessert, und die Fundamentaldaten blieben solide.
Für diejenigen, die über eine größere Flexibilität verfügten, sähen die Experten Wertschöpfungspotenzial in flexiblen oder sektorübergreifenden Ansätzen. Anleger, die das gesamte Chancenspektrum bei Anleihen durchforsteten und ihre Allokationen schnell und dynamisch anpassen könnten, könnten gut positioniert sein, um von Marktverwerfungen zu profitieren, sobald diese auftreten würden.
Fazit
Die Experten seien der Meinung, dass 2026 am Credit-Markt Geduld, Präzision und ein kritischer Blick belohnt würden. Auch wenn die allgemeinen Bewertungen auf den ersten Blick weniger überzeugend erscheinen mögen, würden sich durch disziplinierte Analysen weiterhin attraktive Chancen aufdecken lassen. Strukturelle Positivfaktoren dürften für ein relativ stabiles Umfeld sorgen, während sich das Anlageuniversum durch KI-bezogene Finanzierungen vergrößere. Angesichts der hohen Bewertungen und der makroökonomischen Unsicherheit seien jedoch Disziplin und Vorsicht geboten. "Wir starten mit einem klaren Fokus ins Jahr 2026: Wir werden nach Anlagen mit beständigem Wertschöpfungspotenzial suchen, Risiken umsichtig steuern und im weiteren Zyklusverlauf flexibel agieren", so die Experten von Wellington Management. (12.12.2025/alc/a/a)


