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Renten: Weitere FED-Zinssenkung 2019? US-Treasuries gesucht


07.10.19 09:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Am Rentenmarkt war der Trend erst unklar, so die Experten von Union Investment.

Am japanischen Staatsanleihemarkt sei die Zehnjahresrendite zum Wochenauftakt (Zeitraum vom 30. September bis 4. Oktober 2019) zunächst deutlich angestiegen (im negativen Renditebereich). Mutmaßungen über geringere Ankäufe durch die Japanische Zentralbank und auch der ungünstige Verlauf einer Auktion neuer zehnjähriger japanischer Staatsanleihen hätten die Anleihenotierungen entsprechend unter Druck gebracht. Dies habe zunächst auch den Handel mit Bundesanleihen und US-Treasuries verunsichert. Die dann veröffentlichten schlechten Konjunkturdaten hätten als Einflussfaktoren jedoch recht schnell die Oberhand gewonnen. In der Folge seien aufgrund des einsetzenden Kaufinteresses der Anleger die Renditen gefallen. Der Markt für deutsche Bundesanleihen habe sich aber per Saldo in der Berichtswoche kaum verändert gezeigt. Im Vergleich zum Vorwochenschluss habe sich die Rendite im Laufzeitbereich von zwei bis zehn Jahren moderat um 2 bis 3 Basispunkte vermindert. Die langen Laufzeiten seien unverändert geblieben. Letzteres sei auch in der Peripherie der Fall gewesen, sodass der Gesamtmarkt im Euroraum (iBoxx Sovereigns) bis Freitagmittag auf der Stelle getreten sei.

Am US-Staatsanleihemarkt habe die Zinskurve steiler tendiert. Kurze bis mittlere Laufzeiten hätten fest tendiert und bis zu 25 Renditestellen abgegeben. Im richtungsweisenden Zehnjahresbereich sei die Verzinsung um 15 Basispunkte gefallen. Die 30-jährigen Papiere hätten 10 Basispunkte tiefer rentiert. Aufgrund der zuletzt schwachen US-Konjunkturdaten scheine sich wohl unter den Marktteilnehmern zusehends die Erkenntnis durchzusetzen, dass die FED hinsichtlich ihrer Geldpolitik mit der jüngsten Zinssenkung noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen sei. Um der konjunkturellen Negativentwicklung entgegenzuwirken, dürfte ein weiterer Zinsschritt der US-Notenbanker noch im laufenden Jahr, wahrscheinlich im Dezember, durchaus realistisch sein. Nach dem jüngsten Zinsschritt der FED im September schien es nahe liegend, dass diese nun vorerst eine abwartende Haltung einnimmt, so die Experten von Union Investment. Die aktuelle Entwicklung habe die FED aber nunmehr schneller als erwartet eingeholt.

Unternehmensanleihen und Rentenpapiere aus den Schwellenländern hätten sich dem schlechten makroökonomischen Stimmungsbild nicht entziehen können, es sei zu leichten Spreadausweitungen gekommen. Die Primärmarktaktivität sei im Verlauf der Handelswoche rückläufig gewesen. (Ausgabe vom 04.10.2019) (07.10.2019/alc/a/a)