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Renten: Weiter auf Richtungssuche
07.02.25 13:00
Helaba
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im Dezember und Januar stiegen die Renditen diesseits und jenseits des Atlantiks steil an, so die Analysten der Helaba.
Nun entspanne sich die Lage - zumindest etwas. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sei von 2,6% auf 2,4% gesunken, wobei die positiven Impulse sowohl vom US-Rentenmarkt als auch von den wieder etwas ausgeprägteren Zinssenkungserwartungen im Euroraum ausgegangen seien.
Betrachten wir zunächst die Entwicklung am nach wie vor größten Anleihenmarkt der Welt, so die Analysten der Helaba. Dieser habe in den letzten fünf Jahren, infolge der deutlich gestiegenen Verschuldung der USA, um fast 70% an Volumen zugelegt. Diese Angebotsausweitung begrenze naturgemäß das Kurspotenzial.
Ob ein vergleichbares Renditetief wie 2024 im Bereich von 3,6% für 10-jährige US-Treasuries erreicht werde, sei daher fraglich. Es sei denn, die Zinssenkungsfantasie in den USA werde spürbar reaktiviert. Immerhin seien die Leitzinserwartungen am Tiefpunkt des vergangenen Jahres um einen Prozentpunkt niedriger gewesen als zuletzt. Donald Trump versuche hier Einfluss zu nehmen und dränge auf kräftige Zinssenkungen. Sowohl der Wachstums- als auch der Inflationsausblick - Letzteren hätten die Analysten der Helaba für die USA zuletzt sogar leicht angehoben - würden jedoch dagegen sprechen.
Anders sehe es im Euroraum aus. Insbesondere in Deutschland seien die Wachstumsaussichten mit vielen Fragezeichen versehen und das Damoklesschwert höherer Zölle schwebe weiterhin über der Konjunktur. Die Inflation sei im Januar im Rahmen der Erwartungen geblieben und dürfte im Jahresverlauf tendenziell sinken. Das gebe der EZB den erhofften Spielraum, denn die Währungshüter dürften ein großes Interesse daran haben, die Euro-Wirtschaft so gut wie möglich zu stützen.
Europa, so sei jedenfalls die Wahrnehmung, sei nicht nur militärisch, sondern zunehmend auch wirtschaftlich gefordert. Niedrigere Zinsen könnten der angeschlagenen Eurozone mehr Stabilität verleihen. Voraussetzung sei allerdings, dass die Inflationserwartungen unter Kontrolle seien. Dies sei der Fall, zuletzt hätten sich die Annahmen der Investoren, ablesbar an den Terminmärkten, wieder zurückgebildet und lägen im Bereich von knapp über 2%. Zumindest das kürzere Ende der Zinsstrukturkurve für Bundesanleihen sollte daher relativ fest verankert bleiben. Die Entwicklung der längeren Laufzeiten und damit die Steilheit der Zinskurve hänge naturgemäß stärker von der Entwicklung in den USA ab. (07.02.2025/alc/a/a)
Nun entspanne sich die Lage - zumindest etwas. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sei von 2,6% auf 2,4% gesunken, wobei die positiven Impulse sowohl vom US-Rentenmarkt als auch von den wieder etwas ausgeprägteren Zinssenkungserwartungen im Euroraum ausgegangen seien.
Ob ein vergleichbares Renditetief wie 2024 im Bereich von 3,6% für 10-jährige US-Treasuries erreicht werde, sei daher fraglich. Es sei denn, die Zinssenkungsfantasie in den USA werde spürbar reaktiviert. Immerhin seien die Leitzinserwartungen am Tiefpunkt des vergangenen Jahres um einen Prozentpunkt niedriger gewesen als zuletzt. Donald Trump versuche hier Einfluss zu nehmen und dränge auf kräftige Zinssenkungen. Sowohl der Wachstums- als auch der Inflationsausblick - Letzteren hätten die Analysten der Helaba für die USA zuletzt sogar leicht angehoben - würden jedoch dagegen sprechen.
Anders sehe es im Euroraum aus. Insbesondere in Deutschland seien die Wachstumsaussichten mit vielen Fragezeichen versehen und das Damoklesschwert höherer Zölle schwebe weiterhin über der Konjunktur. Die Inflation sei im Januar im Rahmen der Erwartungen geblieben und dürfte im Jahresverlauf tendenziell sinken. Das gebe der EZB den erhofften Spielraum, denn die Währungshüter dürften ein großes Interesse daran haben, die Euro-Wirtschaft so gut wie möglich zu stützen.
Europa, so sei jedenfalls die Wahrnehmung, sei nicht nur militärisch, sondern zunehmend auch wirtschaftlich gefordert. Niedrigere Zinsen könnten der angeschlagenen Eurozone mehr Stabilität verleihen. Voraussetzung sei allerdings, dass die Inflationserwartungen unter Kontrolle seien. Dies sei der Fall, zuletzt hätten sich die Annahmen der Investoren, ablesbar an den Terminmärkten, wieder zurückgebildet und lägen im Bereich von knapp über 2%. Zumindest das kürzere Ende der Zinsstrukturkurve für Bundesanleihen sollte daher relativ fest verankert bleiben. Die Entwicklung der längeren Laufzeiten und damit die Steilheit der Zinskurve hänge naturgemäß stärker von der Entwicklung in den USA ab. (07.02.2025/alc/a/a)


