Renten: Was haben M. Draghi und E. J. Smith gemeinsam?


30.10.15 08:48
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Seit vergangenem Donnerstag hat sich nach der EZB-Ratssitzung und der anschließenden Pressekonferenz die Blasenbildung bei Anleihen verstärkt, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Mit der Andeutung von Mario Draghi, dass man seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) willens sei, alle zur Verfügung stehenden Instrumente zum Erreichen des gesteckten Inflationszieles einzusetzen, sei die Wahrscheinlichkeit für eine noch lockerere Geldpolitik gestiegen. Die Kursentwicklung an den Kapitalmärkten sei zu interpretieren als: "Wir haben verstanden. Die Nachricht ist angekommen." Sicherlich schmecke diese Art von Geldpolitik nicht jedem, aber es scheine vorerst kein Halten mehr zu geben.

In diesem Zusammenhang stelle sich allerdings auch immer wieder die Frage, wer für diesen "Wahnsinn" verantwortlich sei. Die Notenbanker oder die Politiker? Selbstverständlich würden die Beschlüsse im EZB-Rat gefasst und zwar als Reaktion auf die fehlgeschlagene Haushaltspolitik der Volksvertreter in Europa. Und somit sei die Frage nach dem "Schuldigen" nicht eindeutig zu beantworten. Doch eines sei sicher, durch das permanente Öffnen der Geldschleusen würden die Anreize einer nachhaltigen Haushaltspolitik konterkariert, und die Staaten würden ihre Schuldenlast reduzieren, indem fällige Schuldentitel zu günstigeren Konditionen prolongiert werden könnten.

Dieser Irrsinn werde die nachfolgenden Generationen in eine Sackgasse treiben und früher oder später in einem Schuldenschnitt enden. Doch bis zu diesem Zeitpunkt würden die einzelnen Notenbanken noch ihre Spielchen treiben. So habe sich die US-amerikanische Notenbank auch gestern noch geziert, die Zinsen anzuheben und zeitgleich hätten Neuseelands und Japans Notenbanker eine weitere Lockerung der Geldpolitik hinausgezögert.

Ganz anders habe am vergangenen Freitag die Notenbank Chinas, die People's Bank of China (PBoC) reagiert, und bereits zum sechsten Mal seit November 2014 die Leitzinsen gesenkt. Doch die Blicke der nicht in der EZB vereinten europäischen Notenbanken seien bereits jetzt auf die EZB-Sitzung am 3. Dezember gerichtet. So werde die Bank of England zwar unabhängig von der EZB weiterhin mit einer Zinsanhebung liebäugeln, aber die Notenbank Schwedens werde sich beispielsweise sicherlich an der Entscheidung in Frankfurt orientieren.

Somit würden momentan alle Notenbanken auf den Weltmeeren schippern und seien auf der Suche nach dem richtigen Kurs. Allein schon deshalb mache es Sinn, sich mit einem eher unbekannten Zitat von E. J. Smith, dem späteren Kapitän der Titanic, zu beschäftigen. Dieser habe vollmundig im Jahre 1907 erklärt: "In meiner ganzen Berufserfahrung habe ich kein einziges Mal ein Schiff in Seenot gesehen. In all meinen Jahren auf See bin ich niemals schiffbrüchig gewesen, und niemals war ich in einer Situation, die drohte in irgendeiner Art von Desaster zu enden."

Wir alle wissen, was fünf Jahre später passierte, und können nur hoffen, dass sich die Geschichte nicht in übertragenem Sinne im Rentenhandel (z.B. beim Euro-Bund-Future) wiederholt, so die Analysten der Baader Bank. Denn auch dort habe man den Eindruck, dass viele Anleger, aber auch Notenbanker, vom Nimbus der Unsinkbarkeit überzeugt seien.

Dass die EU-Kommission wegen der Flüchtlingskrise auf Wunsch einiger Staaten die vereinbarten europäischen Schuldenregeln lockern würde, sei bereits vergangene Woche abzusehen gewesen. Nun werde bei der Auslegung der Regeln von Fall zu Fall "eine Dosis an Flexibilität" hinzugefügt, wie es Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ausdrücke.

Einige Staaten hätten die EU-Kommission darum gebeten, dass sie sich die Ausgaben für die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen beim Defizit anrechnen lassen könnten. Laut Maastricht-Vertrag dürfe das Staatsdefizit 3% der Wirtschaftsleistung nicht überschreiten. Für die Gesamtverschuldung gelte eine Grenze von 60% des Bruttoinlandsprodukts.

Der Befürchtung, dass manchen Staaten die Flüchtlingskrise als Vorwand zu einer höheren Verschuldung dienen könnte, sei Juncker nun entgegengetreten. Es handele sich dabei nicht um einen Freibrief für das Überziehen der Grenzen, habe er klargemacht. Für Länder, die keine Extra-Anstrengung gemacht hätten und nicht nachweisen könnten, dass sie von den Kosten der Flüchtlingskrise stark betroffen seien, werde keine flexible Interpretation angewendet.

Soweit, so gut. Ein Land, das eine zentrale Rolle bei der Lösung des Flüchtlingsthemas spielen könne, sei ohne Zweifel Griechenland. Die Regierung in Athen müsse nicht nur Reformen zur Konsolidierung des defizitären Haushalts umsetzen, sondern auch noch Flüchtlinge versorgen, von denen täglich Zehntausende in Griechenland ankommen würden. Das Zusammentreffen zweier Krisen stelle das Land nun vor eine Zerreißprobe. Weil Athen bei der Umsetzung vereinbarter Reformen in Verzug geraten sei, verzögere sich eine für Oktober geplante Auszahlung neuer Hilfen in Höhe von 2 Mrd. EUR.

Gleichzeitig sei die geopolitische Lage von Hellas als Ankunftsland für Flüchtlinge von derart zentraler Bedeutung, dass eine Linderung der Schuldenlast durch die EU der Preis für eine verbesserte Erstaufnahme in der Ägäis sein dürfte. Natürlich werde die Regierung ein Vorhaben wie das, wonach auf dem ehemaligen Olympiagelände bei Athen ein Lager für 40.000 bis 50.000 Menschen entstehen könnte, so teuer wie möglich verkaufen.

Dank der Flüchtlingskrise sitze zumindest kurzfristig Griechenland am längeren Hebel. Ob allerdings ein Staat, der bisher bei jeglicher administrativer Tätigkeit versagt habe, nun die Probleme für Resteuropa lösen könne, dürfe bezweifelt werden! Der griechischen Regierung werde es egal sein, denn dadurch werde sie vom Bittsteller zum Partner aufsteigen und nur das zähle für Athen.

Rating, Arbeitslosenzahlen oder Neuwahlen - wir beginnen unser europäisches Allerlei mit Österreich, das Gefahr läuft, sein Toprating zu verlieren, so die Analysten der Baader Bank. So habe die US-Agentur Moody's den Ausblick für die Bewertung der Kreditwürdigkeit des Landes auf "Negativ" gesetzt. Damit drohe Österreich der Verlust seiner bisherigen Spitzenbewertung "Aaa". Moody's habe den Schritt mit den Wachstumsaussichten der österreichischen Wirtschaft begründet, die im laufenden Jahrzehnt schwach bleiben dürften.

Dagegen habe die US-Ratingagentur Fitch die Einstufung von Spanien und Italien mit "BBB+" bestätigt. Die Benotung von Zypern habe Fitch sogar um zwei Notches auf "B+" heraufgesetzt. Damit liege Zypern zwar immer noch im Ramschbereich, aber den Ausblick habe Fitch auf "positiv" heraufgesetzt.

Nicht das Rating, aber die Arbeitslosenzahl habe sich dagegen in Frankreich verändert. Und zwar sei diese im September überraschend stark gesunken. Knapp 3,55 Millionen Menschen seien am Monatsende ohne Arbeit gewesen, was einen Rückgang um 38.800 (-0,7%) bedeute. Fachleute hätten sogar einen Anstieg erwartet.

Im früheren Euro-Krisenland Portugal sei der konservative Ministerpräsident Pedro Passos Coelho nach der Parlamentswahl auf eine schwache Minderheitsregierung angewiesen. Sein Regierungsbündnis, das Portugal mit einem harten Spar- und Reformkurs aus der Finanzkrise befreit habe, sei aus der Parlamentswahl am 4. Oktober zwar als stärkste Kraft hervorgegangen, habe aber die absolute Mehrheit verloren. Die linken Parteien, die zusammen eine Mehrheit erhalten hätten, wollten Passos aus der Regierung drängen.

Knapp dürfte es auch bei der Parlamentswahl des Nachbarn Spanien werden, wo am 20. Dezember gewählt werde. Nach jüngsten Umfragen liege die regierende konservative Volkspartei (PP) in der Wählergunst mit weniger als 25% fast gleichauf mit den Sozialisten (PSOE). Ministerpräsident Mariano Rajoy habe bei Bekanntgabe des Wahltermins gesagt, er sei stolz darauf, dass man in den vergangenen Jahren eine "sehr heikle Situation in Rekordtempo überwunden" habe. Ob die "heikle Situation" tatsächlich als überwunden angesehen werden könne, dürfe angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Spanien freilich bezweifelt werden.

Interessante Äußerungen zum Sparverhalten der Deutschen in Zeiten des Niedrigzinses hätten dieser Tage die Bundesbank und der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) von sich gegeben. So würden einer Umfrage des DSGV zufolge 90% der Bundesbürger ihre finanzielle Situation zwar als gut bis mittelmäßig bewerten. Aber dennoch erfülle Verbandspräsident Georg Fahrenschon vor allem der Umstand mit Sorge, dass fast ein Viertel der Deutschen inzwischen überhaupt nicht mehr spare, obwohl sich das Sparverhalten der Deutschen insgesamt wieder leicht verbessert habe. Sparen sei laut Fahrenschon nicht aus der Mode gekommen - "aber auch dringend nötig".

Auf die extrem niedrigen Zinsen würden die privaten Haushalte nach Beobachtung des DSGV insgesamt sehr abgeklärt reagieren. So würden kaum mehr Kredite aufgenommen, nur weil die Konditionen günstig seien. Auf der anderen Seite würden viele Bürgerinnen und Bürger der mittleren Einkommensschicht weiterhin auf klassische Anlageformen setzen, mit denen man derzeit wenig Vermögen aufbauen könne, so Fahrenschon.

Dass die deutschen Sparer irgendwie entspannt mit der Niedrigzinsphase umgegangen seien, bestätige auch die Bundesbank. Sie habe unlängst die Debatte um das Sparen mit der These eröffnet, dass Befürchtungen, wonach sich das Sparen für die Deutschen nicht mehr lohne, unbegründet seien. Der Grund liege in dem Umstand, dass die Renditeeinbußen der Sparer gar nicht so groß seien, wie man dies erwarten könnte. Dies liege vor allem an der niedrigen Inflation. Außerdem würden laut Bundesbank viele Sparer ihr Geld nicht bloß auf Bankkonten lagern, sondern auch in Wertpapiere oder Lebensversicherungen investieren, die mehr Renditen bringen würden als Bankeinlagen.

Beim Blick auf alle Anlageformen der Haushalte komme die Bundesbank für die Zeit zwischen 2008 und 2015 auf eine durchschnittliche Rendite von 1,5%, was deutlich weniger sei als zuvor. So habe die durchschnittliche Rendite zwischen 1991 und 2007 bei 3,5% gelegen. Wenn man aber die Effekte der niedrigen Inflation und der größeren Renditen bei Wertpapieren mit ins Kalkül ziehe, dann sei die Gesamtrendite "nicht so niedrig, wie es die nominalen Zinsen auf Bankeinlagen auf den ersten Blick vermuten lassen", würden die Bundesbanker schreiben.

Und das Sparen würden sich die Deutschen auch durch die Niedrigzinsen nicht vermiesen lassen. Vielmehr würden die Haushalte weiterhin 9% ihres verfügbaren Einkommens zurücklegen. Und das sei genauso viel wie zur Jahrtausendwende, als die Zinsen noch deutlich höher gewesen seien. Vielleicht steige die Quote ja am Freitag wieder etwas an. Denn dann sei bekanntlich Weltspartag!

Noch sei der Deal nicht in trockenen Tüchern. Aber immerhin hätten sich die US-Regierung und führende Vertreter des Kongresses auf einen bis Ende Oktober 2017 geltenden Haushalt und eine Anhebung des Schuldenlimits von derzeit 18,1 Bill. US-Dollar verständigt. Wenn nun Abgeordnetenhaus und Senat ihr Plazet geben würden, wäre eine drohende Lähmung der Regierung, ein "Government Shutdown", abgewendet. Gleichzeitig bliebe die Zahlungsfähigkeit der weltgrößten Volkswirtschaft aufrechterhalten.

Bestandteil der Übereinkunft seien höhere Haushaltsausgaben von 80 Mrd. US-Dollar über zwei Jahre, die unter anderem durch Einschnitte im Bereich der Kranken- und Sozialversicherungen finanziert werden sollten. Sollte die Schuldenobergrenze nicht angehoben werden, drohe Washington bereits am kommenden Dienstag die Zahlungsunfähigkeit. Aufgrund der unklaren Situation sei am Dienstag die Emission einer zweijährigen Anleihe verschoben worden. Das Gerangel um die Schuldengrenze habe in Washington bereits mehrfach zu einem Showdown zwischen Demokraten und Republikanern geführt. Bisher sei das Limit aber stets im letzten Moment noch angehoben worden.

Unter den Republikanern, die teilweise fundamentalistische Tendenzen aufweisen würden, werde darüber gestritten, wie hart man im Gezerre um die Finanzen gegenüber der Regierung bleiben solle. Die Frage sei, ob die Partei ihrem Parlamentspräsidenten John Boehner folgen werde, der eine moderate Linie vertrete.

Am Primärmarkt bleibe den Unternehmen nur noch wenig Zeit, um ihre finanziellen Dinge zu regeln. Denn in weniger als zwei Monaten sei Weihnachten und bereits in wenigen Wochen beginne die "stade" Zeit.

Doch zuvor habe in dieser Woche der US-amerikanische Hersteller von Konsumgütern, Procter & Gamble, eine 8-jährige Anleihe (ISIN XS1314318301 / WKN A1Z9N0) im Volumen von 1,25 Mrd. EUR emittiert. Die Verzinsung von 1,125% sei bis zum Laufzeitende am 2. November 2023 fixiert und gepreist worden sei der Bond bei 99,97%, was einem Emissionsspread von +97,20 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe entsprochen habe.

Die Anleihe verfüge über ein jederzeitiges optionales Kündigungsrecht seitens des Emittenten bei +15 bps über der entsprechenden Bundesanleihe. Bemerkenswert sei in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass sich ein amerikanisches Unternehmen in Euro verschulde. Dies lasse zumindest Rückschlüsse auf die Meinung des Unternehmens bezüglich des zukünftigen Außenwertes des Euros zu!

Aber auch die Gothaer Allgemeine Versicherung habe die Gunst der Stunde genutzt und einen Bond (ISIN DE000A168478 / WKN A16847) im Volumen von lediglich 250 Mio. EUR begeben. Das Papier habe eine Laufzeit bis zum 30.10.2045 und werde in den ersten zehn Jahren mit jährlich 6% verzinst. Danach richte sich die Verzinsung nach dem zu diesem Zeitpunkt aktuellen 3-Monats-EURIBOR. Der Aufschlag von +6,042% würde bis zum Laufzeitende gelten. Der Bond sei mit +504,2 bps über Mid Swap gepreist worden, was einen Ausgabepreis von 100% ergeben habe. Allerdings habe sich Gothaer ab dem 30.10.2025 vierteljährliche Sonderkündigungstermine zu pari festschreiben lassen.

Zusätzlich für lediglich acht Jahre habe sich der deutsche Versorger Eurogrid finanzielle Mittel in Höhe von 750 Mio. EUR über den Kapitalmarkt beschafft. Die Anleihe (ISIN XS1315101011 / WKN A16864) sei mit einem jährlichen Kupon von 1,625% ausgestattet und sei mit 99,97% gepreist worden. Dies habe einem Aufschlag von +102 bps über Mid Swap entsprochen.

Bei allen beschriebenen Anleihen hätten sich die Emittenten für einen Mindestanlagebetrag von nominal 100.000 EUR entschieden.

Der Euro-Bund-Future laufe so langsam wieder zur absoluten Topform auf und setze seinen seit einiger Zeit eingeschlagenen Aufstieg beständig fort. Seit vergangenem Donnerstag und im Nachgang zur EZB-Pressekonferenz kenne das Rentenbarometer nur noch eine Richtung - nach oben.

Entsprechend sei der für die deutschen Staatsanleihen repräsentative Dezember-Kontrakt des Euro-Bund-Future innerhalb der vergangenen fünf Handelstage von 156,42% bis auf 158,60% gestiegen. So hoch habe das Sorgenbarometer zuletzt am 29.04.2015 notiert, was demnach exakt einem neuen Sechs-Monats-Hoch entspreche.

Im Gegenzug sei die Rendite für zehnjährige Bundespapiere auf 0,425% gefallen. Verantwortlich für den Anstieg sei die Aussicht auf eine zusätzliche Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB), aber auch größtenteils enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA, die im Hinblick auf die gestrige Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank wie ein Brandbeschleuniger gewirkt habe.

In welche Richtung das Pendel in den nächsten Tagen und Wochen ausschlage, sei maßgeblich von den Kommentaren führender Notenbanker abhängig. Denn das Rentenbarometer sei zu deren Spielball geworden und reagiere sehr sensibel auf jede Art der Spekulation und jeden noch so unbedeutenden Konjunkturdatensatz. Im Nachgang der diversen gestrigen Notenbankentscheidungen sei der Bund-Future heute bei 158,03% in den Handel gestartet.

In dieser Woche seien in den USA "lediglich" 57 Mrd. USD als T-Bills und 50 Mrd. USD als T-Notes mit Laufzeiten von zwei (FRN) und fünf Jahren refinanziert worden.

In Euroland hingegen seien zwar ca. 44 Mrd. EUR zur Rückzahlung fällig geworden, aber nur Neuemissionen im Wert von ca. 13 Mrd. EUR aufgelegt worden. So habe beispielsweise die Niederlande am Dienstag zwei Altemissionen (ISIN NL0009086115 / WKN A0T6PM, 2019; ISIN NL0010071189 / WKN A1G12E, 2033) aufgestockt. Aber auch Italien sei zeitgleich gewesen und heute am Kapitalmarkt in Erscheinung getreten.

Lediglich 3 Mrd. EUR habe Deutschland über die planmäßige Aufstockung der aktuellen 10-jährigen Anleihe (ISIN DE0001102382 / WKN 110238) refinanziert. Die Zuteilung der wegen 30 Mio. EUR technisch unterzeichneten Gattung sei am gestrigen Mittwoch bei einer Durchschnittsrendite von 0,44% erfolgt. Das Emissionsvolumen belaufe sich auf insgesamt 20 Mrd. EUR.

An diesem Samstag werde wieder Halloween gefeiert. Schon jetzt könne man eine Vielzahl an Jack Oldfield Laternen bewundern und bis zum Samstag würden wohl noch einige dazu kommen. Die so bezeichneten Kürbislaternen sollten mit ihren schaurigen Fratzen böse Geister abwehren.

Dem Euro hätten sie zu Beginn dieser Handelswoche jedoch keinen Schutz geboten. Mario Draghi habe die Spekulationen auf eine Ausweitung der Anleihekäufe durch die EZB genährt. Denn bei der Dezember-Sitzung der EZB solle geprüft werden, ob die aktuelle Geldpolitik die Konjunktur ausreichend anrege. Sollte dies nicht der Fall sein, sei die Notenbank bereit, ihr sämtliches Repertoire abzurufen. Die Gemeinschaftswährung sei daraufhin von 1,1325 bis auf 1,0993 USD eingebrochen.

Nach diesem Kursrutsch und vor der gestrigen FOMC-Sitzung habe die Währung der Euroländer in einer Art Angststarre verharrt und lediglich zwischen 1,0993 und 1,1078 USD gependelt. Jedoch sei der Euro nach dem gestrigen Statement der FED-Chefin Janet Yellen bis auf 1,0903 USD abgetaucht und pendele zur Stunde um die Marke von 1,0925 USD.

Stand heute scheine es, dass die Weichen für die Zukunft des Euros im Dezember gestellt würden. Die Adventszeit sei allerdings auch von der Koexistenz guter und finsterer Mächte wie etwa dem Nikolaus und dem Krampus geprägt. Zu den adventlichen Schreckgestalten gehöre allerdings auch der Sparifankerl, der hoffentlich nicht in Gestalt eines Notenbankers den Euro erschrecken werde.

Gänzlich von Geistern verschont sei der Euro vorerst gegenüber dem Russischen Rubel (RUB) geblieben. Hier habe die Gemeinschaftswährung von einer erneuten Schwäche des Ölpreises profitiert und sei von 68,2148 RUB auf 72,80 RUB gestiegen. Heute habe er allerdings wieder seine Gewinne teilweise abgeben müssen und notiere bei 70,18 RUB.

In der Hoffnung, Gespenster von ihren Depots fernzuhalten, hätten Privatanleger während dieser Handelswoche in Fremdwährungsanleihen auf Südafrikanische Rand, Türkische Lira und US-Dollar investiert.

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