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Renten: Unsicherheit lässt Renditen fallen


05.08.19 09:20
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der US-Rentenmarkt reagierte auf die FED-Entscheidung am Mittwoch mit nur geringen Kursausschlägen, so die Experten von Union Investment.

US-Schatzanweisungen mit kurzen Laufzeiten hätten etwas nachgegeben. Über den damit einhergehenden Renditeanstieg habe zunächst die US−Zinskurve verflacht. Erst mit der Zollankündigung durch die US-Regierung und der damit einhergehenden Unsicherheit unter den Anlegern sei es zu größeren Kursbewegungen gekommen. Im Zehnjahresbereich sei die Rendite bis Freitagmittag deutlich um 20 Basispunkte in Richtung 1,85 Prozent gefallen. Auf diesem Renditeniveau seien US-Treasuries zuletzt im Herbst/Winter 2016 gehandelt worden. Der Renditerückgang habe alle Laufzeitbereiche umfasst, die amerikanische Zinskurve habe sich im Vergleich zum Vorwochenschluss deutlich nach unten verschoben.

Am europäischen Rentenmarkt seien, parallel zu den US-Staatsanleihen, die Renditen ebenfalls mehrheitlich gefallen. Nach einer zunächst ausgeprägten Seitwärtsbewegung hätten sich deutsche Zehnjahrespapiere am Freitag mit minus 0,49 Prozent auf einem historischen Tief verzinst. Deutlich abwärts sei es auch bei den Langläufern gegangen. Die Rendite 30-jähriger Bundesanleihen habe am Freitag zeitweise sogar die Nulllinie unterschritten und damit 20 Basispunkte tiefer als in der Vorwoche gelegen. Die deutsche Zinsstrukturkurve habe letztlich flacher tendiert. Je länger die Laufzeit umso ausgeprägter sei der Renditerückgang gewesen. In der Peripherie sei der Renditeabschwung weniger ausgeprägt gewesen. Griechische Papiere hätten auf der Stelle getreten, in Italien habe die Verzinsung nach etwas besser als erwarteten Wirtschaftsdaten und der Spekulation auf Neuwahlen hingegen etwas angezogen.

Konjunkturseitig zeige sich der Rentenmarkt weiterhin unterstützt. Mit einem geringen BIP-Zuwachs in Höhe von 0,2 Prozent im zweiten Quartal und weiterhin schwachen Stimmungs- und Frühindikatoren dürfte sich die Europäische Zentralbank (EZB) mit der geplanten Lockerung ihrer Geldpolitik auf dem richtigen Weg sehen. Auch habe der in der Berichtswoche veröffentlichte Economic Sentiment Indicator (ESI) der EU-Kommission im Juli 0,6 Punkte auf 102,7 Zähler verloren und sei damit auf den tiefsten Stand seit März 2016 gefallen. Zudem spreche die jüngste Teuerungsrate im Euroraum für Juli, die insgesamt von 1,3 auf 1,1 Prozent und im Kern von 1,1 auf 0,9 Prozent zurückgefallen sei, für die nun im September erwarteten EZB-Maßnahmen. (Ausgabe vom 02.08.2019) (05.08.2019/alc/a/a)