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Renten: Peripherieanleihen stark gesucht


17.02.20 09:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - An den als sicher geltenden Kern-Staatsanleihemärkten tat sich wenig, so die Experten von Union Investment.

Die Renditebewegung bei US-Treasuries und deutschen Bundesanleihen sei in der Berichtswoche verhalten gewesen. Deren Zinsstrukturkurven hätten nahezu unverändert gelegen. Dafür seien andere Anleihesegments in den Blickpunkt gerückt. So seien etwa Staatspapiere aus der europäischen Peripherie gefragt gewesen. In Griechenland habe sich der Renditeabschwung fortgesetzt. Dortige Zehnjahrespapiere hätten mit nur noch 91 Basispunkten rentiert.

Eine Auktion italienischer Staatstitel (15 Jahre Laufzeit) im Umfang von neun Milliarden Euro habe ein enormes Interesse hervorgerufen. Die Nachfrage im Orderbuch habe zuletzt bei 50 Milliarden Euro gelegen, ein Rekord für italienische Papiere. Passend hierzu auch, dass der Spread zwischen deutschen und italienischen Staatsanleihen in der Berichtswoche auf ein neues Tief gefallen sei. Die Emissionsrendite einer neuen portugiesischen Anleihe mit Laufzeit 2026 habe sogar mit minus 0,06 Prozent im negativen Bereich gelegen. Angesichts der erfreulichen Entwicklung sei es teils auch zu Gewinnmitnahmen gekommen. Dem Gesamtmarkt (iBoxx - Sovereigns) sei bis Donnerstagabend ein Zugewinn in Höhe von 0,2 Prozent verblieben.

Die positive Anlegerstimmung gegenüber Papieren der Deutschen Bank habe sich auch am Anleihemarkt bemerkbar gemacht. Das Finanzinstitut habe in der Berichtswoche eine Nachranganleihe (Contingent Capital Bond, CoCo-Bond) emittiert, die unter aufsichtsrechtlichen Aspekten das Eigenkapital des Unternehmens stärke. 1,25 Milliarden Euro seien letztlich platziert worden, nachdem die Nachfrage auf 14 Milliarden Euro angezogen sei. Der im aktuellen Niedrigzinsumfeld attraktive Kupon in Höhe von sechs Prozent und das wohl zunehmende Vertrauen in die Bank habe die auf solche Anlageinstrumente spezialisierten Investoren entsprechend zugreifen lassen.

Insgesamt habe der Neuemissionsboom an den Anleihemärkten, vor allem im Unternehmensanleihesektor, jüngst wieder nachgelassen. Die überwiegende Mehrheit neu angebotener Papiere bleibe aber weiterhin gut nachgefragt. (Ausgabe vom 14.02.2020) (17.02.2020/alc/a/a)