Renten: Nichts Neues von den US-Notenbankern


24.03.17 09:45
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die erste "echte" Bewährungsprobe für die US-Administration wurde auf den heutigen Tag verschoben, denn das Repräsentantenhaus stimmt nach zähen Verhandlungen und auf Wunsch (Druck?) des US-Präsidenten über den Ersatz von Obamacare, dem "American Health Act", ab, so die Analysten der National-Bank AG.

Der Gesetzesentwurf sei zwar noch einmal geändert und vor allem den Wünschen der erzkonservativen Republikaner angepasst worden. Doch gelte es bis dato als unsicher, ob die Regierung die notwendigen 216 "ja"-Stimmen erhalten werde. Sollte es keine Zustimmung geben, so werde es laut Aussagen von Trump bei Obamacare bleiben. Politisch leisten könne sich das der US-Präsident "eigentlich" nicht, denn dann ständen bereits der Rest seiner politischen Agenda und seine Fähigkeit als "deal maker" zu Beginn seiner Amtszeit zur Disposition. Dementsprechend werde die Abstimmung also das den Handelstag beherrschende Thema bleiben.

Allerdings sollte man am Vormittag durchaus einmal nach Europa schauen. Schließlich würden hierzulande die vorläufigen Werte für die Markit Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitenden und das Dienstleistungsgewerbe für einige Euroländer veröffentlicht. Die vorläufigen Daten würden bestätigen, dass sich der Aufschwung fortsetze.

Mit der 60 Jahrfeier der Römischen Verträge am Sonntag werfe ein weiteres Großereignis seine Schatten voraus. Zum Eklat werde es bei Unterzeichnung der Abschlusserklärung nicht kommen, denn die griechische Regierung solle eingelenkt haben. Ob das bei den Verhandlungen im Zuge des laufenden Prüfprozesses helfe, dürfe bezweifelt werden. Es werde zwar immer wieder von Fortschritten in den Gesprächen zwischen griechischen Vertretern und Vertretern der Geldgeber gesprochen. Doch das sei man ja inzwischen gewohnt. Und ohne finanzielle Beteiligung des IWF werde es vermutlich keinen deal mit den Griechen geben können.

Am Nachmittag seien die Auftragseingänge für langlebige US-Wirtschaftsgüter zu beachten. Sie dürften im Monatsvergleich angezogen sein, vermutlich aber weniger stark als geschätzt. Außerdem würden sich zahlreiche US-Notenbanker zu Wort melden. Als Kernthema würden sie sich nun auf den Abbau der FED-Bilanz zu konzentrieren scheinen, ohne dazu zusätzliche Details preiszugeben. Obwohl sich die FED-Chefin gestern nicht zur Geldpolitik geäußert habe, sei es sehr wahrscheinlich, dass an den konkreten Plänen gearbeitet werde. Details über einen mehrstufigen Plan könnten sich in der Erklärung nach der nächsten FOMC-Tagung finden lassen. Auf einen Zeitplan würden die Investoren vergeblich warten. Dazu würden sich die US-Notenbanker nicht in die Karten schauen lassen.

Die Anleger würden sich heute erneut in Zurückhaltung üben und auf das Repräsentantenhaus schauen. Erst wenn es Klarheit gebe, ob der American Health Act das Repräsentantenhaus erfolgreich oder nicht erfolgreich passiert habe, dürfte die Aktivität zunehmen.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte jedenfalls erst einmal mit leichten Verlusten in den Tag starten. An den Rentenmärkten des Euroraums könnten durchaus die Auswirkungen der starken Inanspruchnahmen des letzten TLTRO2 zu spüren sein. Der Bund-Future dürfte sich im Tagesverlauf zwischen 159,35 und 160,55 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,37 und 2,50% schwanken. (24.03.2017/alc/a/a)





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