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Renten: Neuemissionen prägen das Geschehen


20.01.20 10:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Staatsanleihemärkte zeigten trotz Phase I-Deal und zumeist guter Wirtschaftsdaten nur wenig Reaktion, so die Experten von Union Investment.

Die Zehnjahresrenditen im Euroraum hätten sich je nach Markt nur einige wenige Basispunkte auf- oder abwärts bewegt. Auf der deutschen Zinskurve hätten die Laufzeiten von drei Jahren an minimal hinzugewonnen, sodass die Renditen bis zu zwei Basispunkte gefallen seien.

Im Blickpunkt habe in der Berichtswoche vom 13. bis 17. Januar 2020 der Neuemissionsmarkt für Euro-Staatsanleihen gestanden. Neben Deutschland und Belgien sei von allem die Peripherie mit neuen Papieren an den Markt getreten. Es seien zumeist langlaufende Papiere begeben worden. Die Orderbücher seien mehr als gut gefüllt gewesen, die Nachfrage der Anleger zum Jahresbeginn sei immens, wie die Orderbücher in der Berichtswoche eindrücklich aufgezeigt hätten. Denn es seien hinsichtlich der Nachfrage wieder Rekorde aufgestellt worden. Nach der - das Gesamtvolumen betreffend - Rekordwoche zum Jahresauftakt habe Spanien am Dienstag auch bei einer Einzelemission einen historischen Höchstwert erzielt. Das Orderbuch für dessen Zehnjahresemission habe bei Schließung bei 53 Milliarden Euro gelegen. Eine solche Nachfrage im Euro-Segment habe es noch nie zuvor gegeben.

Darüber hinaus hätten Italien (30 Jahre) sowie Zypern (zehn und 20 Jahre) neue Papiere emittiert. Auch der europäische Rettungsfonds ESFS sei mit von der Partie gewesen und habe Anleihen mit 30 Jahren Laufzeit platziert. Alle Neuemissionen seien, mit Ausnahme der Aufstockung des Bundes, die eine Unterdeckung aufgewiesen habe, problemlos bei den Anlegern platziert worden.

Bei den Unternehmensanleihen habe das Neuemissionsvolumen in der Berichtswoche hingegen deutlich abgenommen, die Nachfrage der Anleger sei jedoch weiterhin hoch geblieben. (Ausgabe vom 17.01.2020) (20.01.2020/alc/a/a)