Renten: Inflationsdaten aus dem Euroraum stehen im Fokus


31.08.17 08:45
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Heute Morgen wurden bereits erste Konjunkturdaten aus China veröffentlicht: Während der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im Gegensatz zu den Erwartungen leicht anzog, gab derjenige für das Dienstleistungsgewerbe rund einen Punkt ab, so die Analysten der National-Bank AG.

Letztlich würden beide zusammen keine klare Richtung vorgeben. Im weiteren Tagesverlauf stünden zahlreiche Daten und Veranstaltungen an, die die Rentenmärkte bewegen würden. Mit Blick auf Europa würden die Investoren mit Spannung auf die konkreten Reformen des französischen Arbeitsmarktes blicken, die Emmanuel Macron heute endlich präsentieren werde. Nun werde sich herausstellen, ob er den Mut habe, echte Reformen durchzuführen oder ob es sich letztlich nur um ein Reförmchen handele. Immerhin würden die Änderungen schnell wirksam werden, weil die Nationalversammlung der Regierung die Erlaubnis erteilt habe, die Reform per Dekret umzusetzen.

"Eigentlich" könne sich der französische Premier im Hinblick auf die europäischen Partner, insbesondere Deutschland, kein Reförmchen leisten. Echte Reformen müssten aber an den Besitzstand der Franzosen angreifen, was sicher nicht ohne Reaktion der Straße bleiben werde. Auch die Preisdaten aus dem Euroraum seien von Interesse: Die Daten aus Deutschland und Spanien, die gestern leicht über den Schätzungen gelegen hätten, hätten die Diskussion über den geldpolitischen Kurs der EZB entfacht. Selbst wenn die Preisdynamik im August etwas höher sein sollte, als bislang geschätzt, liege die Teuerungsrate immer noch deutlich unterhalb der 2%-Marke. Unmittelbaren Handlungsbedarf für die EZB gebe es nicht.

In den USA habe sich der US-Präsident in einer groß angekündigten Rede zur Steuerreform geäußert. Neues habe er nicht geliefert, sondern nur auf Forderungen beharrt, ohne dass er auch nur einen Hinweis auf die Gegenfinanzierung gegeben habe. Obwohl sich der republikanische Teil des Kongresses um eine Steuerreform bemühe, sollte man wenig Hoffnung haben, dass es in Bälde zustimmungsfähige Vorschläge geben werde. Es bleibe ein realistisches Szenario, dass letztlich nicht viel oder gar nichts bei der Steuerreform herauskommen werde. Außerdem habe der US-Präsident via Twitter den Konflikt mit Nordkorea verbal angeheizt, wobei die Finanzmärkte das gelassen hingenommen hätten.

Neben den europäischen würden auch die US-Daten am Nachmittag eine Rolle spielen. Die PCE-Deflatoren und der Chicagoer PMI seien hervorzuheben. Die PCE-Deflatoren dürften zeigen, dass die Inflationsdynamik immer noch gering sei, was die US-Notenbanker aber nicht davon abhalten dürfte, weiter eine Leitzinserhöhung im Dezember anzudenken ("temporär").

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte mit leichten Verlusten in den Handel starten und sich zwischen 164,25 und 165,75 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,10 und 2,25% schwanken. (31.08.2017/alc/a/a)





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