Renten: Die Inflation in den USA kommt nicht recht in Schwung


14.08.17 09:30
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Auch wenn die meisten asiatischen Aktienmärkte heute Morgen aufgrund der steigenden Kurse Entspannung signalisieren und sich zahlreiche Vertreter verschiedener Länder darum bemühen, mäßigend auf die USA und auf Nordkorea einzuwirken, ist das kein Garant für den Erfolg, so die Analysten der National-Bank AG.

Man sollte nämlich nicht vergessen, dass die Aussagen des nordkoreanischen Machthabers hinsichtlich des Tests weiterer Raketen immer noch im Raum stünden. Und es sei trotz der internationalen Interventionen zu befürchten, dass diese Tests in die Tat umgesetzt würden. Von einer Entspannung der Situation zwischen den USA und Nordkorea könne also keine Rede sein. Dementsprechend würden die Investoren die Entwicklungen in der Region weiterhin mit großer Sorge verfolgen müssen, was immer wieder die Flucht in sichere Anlagen auslösen könne.

Die Wirtschaftsdaten seien fast zur Nebensache geraten. So seien die US-Konsumentenpreise, sowohl Kern- als auch Gesamtrate, etwas weniger stark angestiegen, als es geschätzt worden sei. Auf Jahresbasis lägen sie leicht unterhalb der 2%-Marke. Erneut habe das einige US-Notenbanker auf den Plan gerufen, die mit der nächsten Leitzinsanhebung lieber warten möchten. Erst in dem Fall, in dem die Preisdynamik stärker werde, wollten sie handeln. Ob das jedoch tatsächlich mehrheitsfähig im FOMC sei, dürfe zurzeit bezweifelt werden.

Nach wie vor dürften die meisten US-Notenbanker davon ausgehen, dass die schwache Preisentwicklung temporären Charakter habe. Die Leitzinserhöhung im Dezember werde nach wie vor nicht vom Tisch sein, zumal sich die US-Notenbanker einig hinsichtlich der Notwendigkeit der Reduzierung der Bilanzsumme seien. Heute stünden zwar keine Aussagen von FED-Vertretern an. In den kommenden Tagen sollte ihnen jedoch immer wieder Beachtung geschenkt werden.

Der Konjunkturdatenkalender sei weitestgehend leer. In den frühen Morgenstunden seien einige Konjunkturinformationen aus China veröffentlicht worden, die etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien. Es sehe danach aus, als ob die chinesische Wirtschaft mit etwas weniger Dynamik in das Q3 gestartet sei. Allerdings bleibe das Land auf Wachstumskurs. Die einzigen zu beachtende Konjunkturdaten aus dem Euroraum seien die Daten zur Industrieproduktion im Juni. Viel Potenzial, die Märkte zu bewegen, hätten sie jedoch nicht. Impulse würden ansonsten eher Mangelware sein. Hinsichtlich der Strukturreformen, die der französische Präsident anstrebe, gebe es keine Neuigkeiten.

Obwohl die Investoren zurzeit Entspannung signalisieren würden, sollte man gerade hinsichtlich der Beurteilung der verbalen Auseinandersetzung zwischen den USA und Nordkorea weiterhin sehr vorsichtig sein, da sich echte Zeichen einer Beruhigung nicht abzeichnen würden. Hier werde sich zeigen, inwieweit China als "Schutzmacht" für Nordkorea noch Einfluss auf das Land nehmen könne.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte nach dem freundlichen Wochenausklang am Freitag heute erst einmal Verluste hinnehmen, die sich im Handelsverlauf durchaus noch ausweiten könnten. Im Tagesverlauf sollte er sich 163,75 und 165,25 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,15 und 2,28% schwanken. (14.08.2017/alc/a/a)





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