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Renten: Die Bank of England bereitet Leitzinsanhebungen vor
29.06.17 10:45
National-Bank AG
Essen (www.anleihencheck.de) - Wie gestern Morgen bereits vermutet, wurden die Aussagen von Mario Draghi, die er vorgestern getätigt hatte, von vielen Investoren falsch interpretiert, so die Analysten der National-Bank AG.
Es sei in die Äußerungen mehr hineininterpretiert worden, als er tatsächlich habe sagen wollen. Das hätten EZB-Kreise gestern richtig gestellt. Er habe lediglich auf die robuste konjunkturelle Entwicklung hinweisen wollen. Daraus abzuleiten, die weitere Reduzierung des QE-Volumens könne bereits im laufenden Jahr durchgeführt werden, habe er nicht zum Ausdruck bringen wollen. Die meisten Investoren hätten die Aussagen, wonach die Geldpolitik die Wirtschaft weiterhin unterstützen müsse, überhört.
Die vorläufigen deutschen Preisdaten, die heute veröffentlicht würden, sollten durchaus Nahrung für die vorsichtige Haltung geben. Schließlich sei es sehr wahrscheinlich, dass sich die Preisdynamik auf Jahresbasis erneut verlangsamt habe. Ein nachhaltiger Trend in Richtung der 2%-Marke lasse sich selbst in Deutschland nicht erkennen, obwohl die Konjunktur laufe und aller Voraussicht nach in den kommenden Monaten sehr robust bleiben werde.
Da die Investoren hinsichtlich der Interpretation von Aussagen Mario Draghis nicht das erste Mal über das Ziel hinausschießen würden, könnte sich die EZB durchaus mit der Frage auseinandersetzen, ob die eingeschlagene Kommunikationspolitik geändert werden müsse, obwohl diese ohne Zweifel für sehr viel Transparenz und Berechenbarkeit gesorgt habe. Immerhin sei ein kleiner Teil des deutlichen Renditeanstiegs gestern korrigiert worden.
Dass der Renditerückgang nicht deutlicher ausgefallen sei, dürfte auf die Aussagen des britischen Notenbankchefs zurückzuführen sein. Er habe schließlich deutlich gemacht, dass sich die Bank of England demnächst mit dem Thema Leitzinserhöhung auseinandersetzen werde. Nach der letzten Abstimmung im MPC dürfte die Leitzinsanhebung durch die BoE trotz der unbekannten Auswirkungen des Brexit vor der Tür stehen. Insgesamt würden immer mehr Notenbanken dem Beispiel der FED folgen. Sie würden die Wende in der Geldpolitik vorbereiten.
Den Konjunkturdaten werde heute durchaus Beachtung zu schenken sein. Die endgültigen Werte der Stimmungsindikatoren der Europäischen Kommission sollten in etwa auf dem Niveau der Schätzungen liegen. Die europäische Wirtschaft bleibe also dynamisch. Die deutschen Preisdaten seien im Hinblick auf die Geldpolitik der EZB zu beachten. Am wenigsten Einfluss würden die Q1 BIP-Daten aus den USA haben. Größere Änderungen seien nicht zu erwarten.
Obwohl die EZB die Aussagen von Mario Draghi nicht unerwartet in das richtige Licht gerückt habe, stünden die Zeichen an den Rentenmärkten auf Verluste. Der gestiegene Ölpreis sowie die Genehmigung der US-Regulierer, wonach die US-Banken ihre Pläne zu Aktienrückkäufen und Dividendenzahlungen in die Tat umsetzen dürften, würden für eine Fortsetzung von risk on sprechen. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sollte den Tag daher mit leichten Verlusten beginnen. Der Abwärtsdruck auf die Rentenkurse dürfte den ganzen Tag über anhalten. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 162,45 und 163,95 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,15 und 2,30% schwanken. (29.06.2017/alc/a/a)
Es sei in die Äußerungen mehr hineininterpretiert worden, als er tatsächlich habe sagen wollen. Das hätten EZB-Kreise gestern richtig gestellt. Er habe lediglich auf die robuste konjunkturelle Entwicklung hinweisen wollen. Daraus abzuleiten, die weitere Reduzierung des QE-Volumens könne bereits im laufenden Jahr durchgeführt werden, habe er nicht zum Ausdruck bringen wollen. Die meisten Investoren hätten die Aussagen, wonach die Geldpolitik die Wirtschaft weiterhin unterstützen müsse, überhört.
Die vorläufigen deutschen Preisdaten, die heute veröffentlicht würden, sollten durchaus Nahrung für die vorsichtige Haltung geben. Schließlich sei es sehr wahrscheinlich, dass sich die Preisdynamik auf Jahresbasis erneut verlangsamt habe. Ein nachhaltiger Trend in Richtung der 2%-Marke lasse sich selbst in Deutschland nicht erkennen, obwohl die Konjunktur laufe und aller Voraussicht nach in den kommenden Monaten sehr robust bleiben werde.
Dass der Renditerückgang nicht deutlicher ausgefallen sei, dürfte auf die Aussagen des britischen Notenbankchefs zurückzuführen sein. Er habe schließlich deutlich gemacht, dass sich die Bank of England demnächst mit dem Thema Leitzinserhöhung auseinandersetzen werde. Nach der letzten Abstimmung im MPC dürfte die Leitzinsanhebung durch die BoE trotz der unbekannten Auswirkungen des Brexit vor der Tür stehen. Insgesamt würden immer mehr Notenbanken dem Beispiel der FED folgen. Sie würden die Wende in der Geldpolitik vorbereiten.
Den Konjunkturdaten werde heute durchaus Beachtung zu schenken sein. Die endgültigen Werte der Stimmungsindikatoren der Europäischen Kommission sollten in etwa auf dem Niveau der Schätzungen liegen. Die europäische Wirtschaft bleibe also dynamisch. Die deutschen Preisdaten seien im Hinblick auf die Geldpolitik der EZB zu beachten. Am wenigsten Einfluss würden die Q1 BIP-Daten aus den USA haben. Größere Änderungen seien nicht zu erwarten.
Obwohl die EZB die Aussagen von Mario Draghi nicht unerwartet in das richtige Licht gerückt habe, stünden die Zeichen an den Rentenmärkten auf Verluste. Der gestiegene Ölpreis sowie die Genehmigung der US-Regulierer, wonach die US-Banken ihre Pläne zu Aktienrückkäufen und Dividendenzahlungen in die Tat umsetzen dürften, würden für eine Fortsetzung von risk on sprechen. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sollte den Tag daher mit leichten Verlusten beginnen. Der Abwärtsdruck auf die Rentenkurse dürfte den ganzen Tag über anhalten. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 162,45 und 163,95 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,15 und 2,30% schwanken. (29.06.2017/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,717 € | 125,3577 € | 0,3593 € | +0,29% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 131,95 € | 124,26 € | |


