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Renten: Ein 30-jähriger Abwärtstrend beim Kapitalzins geht zu Ende
20.03.14 16:07
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Kapitalmarktzinsen, gemessen an den Renditen 10-jähriger Staatsanleihen, sind 30 Jahre lang im Trend gesunken, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Nach Abzug von Steuern und Teuerung würden die Renditen einem Anleger überhaupt keine Verzinsung und keinen Ausgleich für das von ihm übernommene Risiko mehr bieten.
Für Investoren an den Rentenmärkten gelte deswegen gegenwärtig die Empfehlung, keine Langläufer ins Depot, es würden Kursverluste drohen. Daraus ergebe sich zwangsläufig für Kreditnehmer und Emittenten die umgekehrte Empfehlung, Emissionsvorhaben nicht verschieben, Kredite zu den gegenwärtigen Konditionen mit möglichst langen Laufzeiten zügig abschließen. Letzteres gelte besonders für Käufer von Immobilien.
Die Geldmarktzinsen würden zwar von den führenden Zentralbanken vermutlich noch eine Zeit lang bei fast 0% gehalten, aber die mittleren und längeren Laufzeiten seien künstlich allzu tief mit Hilfe der Käufe der Notenbanken (QE) gedrückt worden. Quantitative Lockerungen (QE) hätten in den letzten Jahren an den Finanzmärkten als das "Allheilmittel" gegolten. Die Notenbanken würden Staatsanleihen und Pfandbriefe mit frisch gedrucktem Geld kaufen, auf diese Weise künstlich die Rentenrenditen drücken, die Finanzmärkte mit Liquidität überschwemmen und den Finanzministern helfen, die Neuverschuldung zu finanzieren.
Selbst wenn die US-FED ihre monatlichen Anleihenkäufe von gegenwärtig noch USD 65 Mrd. langsam weiter bis auf null zurückführe, würden die globalen Rentenmärkte frühzeitig antizipieren, dass die Notenbanken früher oder später aus der extrem lockeren Geldpolitik aussteigen würden. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) empfehle den Zentralbanken jetzt schon, am Einstieg in den Ausstieg festzuhalten.
Aus fundamental-analytischer Sicht sei eine solche Rückkehr zur "Normalität" sehr begrüßenswert, weil die Renditen wieder zu einem marktkonformen Niveau zurückkehren würden, welches die Chancen und Risiken besser bewerte. Auf dem Markt würden subjektiv gewonnene Informationen von allen Marktteilnehmern automatisch ausgetauscht und verbessert. Rationale Entscheidungen einer Vielzahl von Marktteilnehmern ohne staatliche Einflussnahme würden die Konjunkturentwicklung optimieren. Doch werde dies unweigerlich mit einem Renditenanstieg in den langen Laufzeiten verbunden sein.
Die sehr häufig kurzfristig orientierten Marktteilnehmer müssten aber erst noch überzeugt werden, dass die "Normalität" langfristig die optimale Lösung für das Wirtschaftswachstum sein werde. Wichtigste Aufgabe der Finanzmärkte sei es, mithilfe des Marktregulators Zins einen Ausgleich zu finden zwischen Kapitalangebot und -nachfrage. Dann würden die Mittel am optimalsten in produktive und langfristig Erfolg versprechende Investitionen fließen. Diese Funktion des Marktes sei jetzt aufgehoben. Die Renditen würden nicht einmal mehr einen Ausgleich für Steuern und Inflationsrate bieten, geschweige denn eine Prämie für das übernommene Risiko.
Banken könnten "faule Kredite" zum Nullzinssatz finanzieren, ohne sie abschreiben zu müssen. Wenn es so "billig" sei, neue staatliche Schulden zu finanzieren, nehme der Treasurer umso lieber den Weg des geringsten Widerstandes. Einsparungen oder Steuererhöhungen zur Sanierung des Staatshaushaltes seien politisch viel schwieriger zu erreichen. Motor des Wirtschaftswachstums seien gegenwärtig nicht Ersparnisse und Investitionen, sondern der Staatsverbrauch, der von den Notenbanken zum "Nulltarif" durch den Ankauf von Staatsanleihen (QE) finanziert werde.
Die gestern, am 19. März 2014 von FED Präsidentin Janet Yellen angekündigte Rücknahme der Anleihekäufe um 10 Mrd. USD auf noch 55 Mrd. USD pro Monat sei keine Überraschung gewesen. Die Bilanz des FED betrage mittlerweile USD 4,2 Bio., was gegenüber dem Zustand vor der Finanzkrise einer Verfünffachung entspreche. Doch auch wenn das FED diese Käufe voraussichtlich im Herbst einstelle, werde es noch geraume Zeit dauern, bis erstmals der Zins erhöht werde.
Die Fed Funds Rate werde seit Dezember 2008 zwischen 0 und 0,25% gehalten. Yellen sei gar noch etwas präziser geworden und habe die Zeit auf gut sechs Monate veranschlagt. So erwarte die Notenbank Ende 2016 im Mittel einen Leitzins von 2,25%, was deutlich unter den 4% liege, die sie als längerfristig für angemessen halte.
Ein 30-jähriger Abwärtstrend beim Kapitalzins gehe zu Ende. Ein sich selbst tragender Aufwärtstrend der Konjunkturentwicklung habe trotz umfangreicher Stimulationen nicht eingesetzt. (20.03.2014/alc/a/a)
Nach Abzug von Steuern und Teuerung würden die Renditen einem Anleger überhaupt keine Verzinsung und keinen Ausgleich für das von ihm übernommene Risiko mehr bieten.
Für Investoren an den Rentenmärkten gelte deswegen gegenwärtig die Empfehlung, keine Langläufer ins Depot, es würden Kursverluste drohen. Daraus ergebe sich zwangsläufig für Kreditnehmer und Emittenten die umgekehrte Empfehlung, Emissionsvorhaben nicht verschieben, Kredite zu den gegenwärtigen Konditionen mit möglichst langen Laufzeiten zügig abschließen. Letzteres gelte besonders für Käufer von Immobilien.
Die Geldmarktzinsen würden zwar von den führenden Zentralbanken vermutlich noch eine Zeit lang bei fast 0% gehalten, aber die mittleren und längeren Laufzeiten seien künstlich allzu tief mit Hilfe der Käufe der Notenbanken (QE) gedrückt worden. Quantitative Lockerungen (QE) hätten in den letzten Jahren an den Finanzmärkten als das "Allheilmittel" gegolten. Die Notenbanken würden Staatsanleihen und Pfandbriefe mit frisch gedrucktem Geld kaufen, auf diese Weise künstlich die Rentenrenditen drücken, die Finanzmärkte mit Liquidität überschwemmen und den Finanzministern helfen, die Neuverschuldung zu finanzieren.
Selbst wenn die US-FED ihre monatlichen Anleihenkäufe von gegenwärtig noch USD 65 Mrd. langsam weiter bis auf null zurückführe, würden die globalen Rentenmärkte frühzeitig antizipieren, dass die Notenbanken früher oder später aus der extrem lockeren Geldpolitik aussteigen würden. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) empfehle den Zentralbanken jetzt schon, am Einstieg in den Ausstieg festzuhalten.
Die sehr häufig kurzfristig orientierten Marktteilnehmer müssten aber erst noch überzeugt werden, dass die "Normalität" langfristig die optimale Lösung für das Wirtschaftswachstum sein werde. Wichtigste Aufgabe der Finanzmärkte sei es, mithilfe des Marktregulators Zins einen Ausgleich zu finden zwischen Kapitalangebot und -nachfrage. Dann würden die Mittel am optimalsten in produktive und langfristig Erfolg versprechende Investitionen fließen. Diese Funktion des Marktes sei jetzt aufgehoben. Die Renditen würden nicht einmal mehr einen Ausgleich für Steuern und Inflationsrate bieten, geschweige denn eine Prämie für das übernommene Risiko.
Banken könnten "faule Kredite" zum Nullzinssatz finanzieren, ohne sie abschreiben zu müssen. Wenn es so "billig" sei, neue staatliche Schulden zu finanzieren, nehme der Treasurer umso lieber den Weg des geringsten Widerstandes. Einsparungen oder Steuererhöhungen zur Sanierung des Staatshaushaltes seien politisch viel schwieriger zu erreichen. Motor des Wirtschaftswachstums seien gegenwärtig nicht Ersparnisse und Investitionen, sondern der Staatsverbrauch, der von den Notenbanken zum "Nulltarif" durch den Ankauf von Staatsanleihen (QE) finanziert werde.
Die gestern, am 19. März 2014 von FED Präsidentin Janet Yellen angekündigte Rücknahme der Anleihekäufe um 10 Mrd. USD auf noch 55 Mrd. USD pro Monat sei keine Überraschung gewesen. Die Bilanz des FED betrage mittlerweile USD 4,2 Bio., was gegenüber dem Zustand vor der Finanzkrise einer Verfünffachung entspreche. Doch auch wenn das FED diese Käufe voraussichtlich im Herbst einstelle, werde es noch geraume Zeit dauern, bis erstmals der Zins erhöht werde.
Die Fed Funds Rate werde seit Dezember 2008 zwischen 0 und 0,25% gehalten. Yellen sei gar noch etwas präziser geworden und habe die Zeit auf gut sechs Monate veranschlagt. So erwarte die Notenbank Ende 2016 im Mittel einen Leitzins von 2,25%, was deutlich unter den 4% liege, die sie als längerfristig für angemessen halte.
Ein 30-jähriger Abwärtstrend beim Kapitalzins gehe zu Ende. Ein sich selbst tragender Aufwärtstrend der Konjunkturentwicklung habe trotz umfangreicher Stimulationen nicht eingesetzt. (20.03.2014/alc/a/a)


