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Renditen zehnjähriger US-Treasuries auf 2,5% gestiegen


03.07.13 15:16
Pioneer Investments Austria

Wien (www.anleihencheck.de) - Der US-Treasury-Markt reagierte negativ auf die Kommentare von US-Notenbankchef Ben Bernanke, so die Experten von Pioneer Investments Austria.

Die Renditen zehnjähriger US-Treasuries seien innerhalb von zwei Monaten von 1,7% auf 2,5% gestiegen, der US-Treasury-Markt (alle Laufzeiten) weise somit seit Jahresanfang ein Minus von 2,5% auf. Die Euro-Staatsanleihenmärkte hätten sich diesen negativen Vorgaben nicht entziehen können. Alle Euroländer seien im Juni gefallen, das Schlusslicht hätten Portugal (-3,3%) und Irland (-2,2%) gebildet, Deutschland sei nur um 1,1% gefallen. Seit Jahresanfang lägen Euro-Staatsanleihen damit mit nur mehr +0,1% im Plus. Unternehmensanleihen seien 2013 bisher um 0,04% (Non-Financials) gefallen bzw. seien um 0,4% (Financials) gestiegen. Euro High Yield-Anleihen hätten ihre Outperformance mit einem Plus von +2,1% 2013 fortgesetzt.

Die Experten würden untergewichtet in Staatsanleihen der Kernländer und weiterhin übergewichtet in Euro-Unternehmensanleihen bleiben, hätten dort allerdings die Übergewichtung etwas reduziert.

Konjunktur-Vorlaufindikatoren würden auf eine Stabilisierung der Wirtschaftsaktivität in der Eurozone hinweisen, allerdings mit deutlich unterschiedlicher geographischer Ausprägung. Die politischen Risiken würden als Folge der ökonomischen Belastungen zunehmen. Die amerikanische Notenbank kommuniziere einen klaren aber bedingten Pfad für die Reduzierung des Ankaufs von Anleihen. Die FED reagiere dadurch auf ein verändertes Risiko-Nutzen-Verhältnis dieses Werkzeugs. Risiken würden in der Bildung von einer erneuten Blase am Immobilienmarkt gesehen. Die damit verbundene Abnahme der Überschussliquidität (bzw. deren Erwartung) lasse Risikoprämien auf Laufzeit, Liquidität und Kredit steigen.

Die Unterauslastung der Kapazitäten in der Eurozone lasse keinen Preisdruck erwarten, die jährliche Inflationsrate sollte sich bis Jahresende bei nur knapp über 1% bewegen. Die EZB stelle über mengenunbeschränkte mittelfristige Fixzins-Finanzierungen allen Banken bis Mitte 2014 Liquidität zur Verfügung. Eine evtl. Reduktion der Stimulation der US-Geldpolitik sollte die EZB zu verstärktem Eingreifen veranlassen. Aufgrund der niedrigen Inflation und des stagnierenden Wachstums sei eine weitere EZB-Zinssenkung denkbar. (Ausgabe Juli 2013) (03.07.2013/alc/a/a)