Erweiterte Funktionen
Renditen im freien Fall - Notenbankensitzungen sorgen für heftigen Marktumschwung
22.12.23 11:52
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - Als wenn das Jahr 2023 einfach nicht genug von extremen Ereignissen bekommen könnte: Nach dem immer weiter laufenden Anstieg der Renditen am Rentenmarkt in den ersten neun Monaten des Jahres fallen diese nun im Abschlussmonat Dezember in rasendem Tempo, so Jens Herdack, CEFA, CIIA der Weberbank.
Renditen im freien Fall
Wer gedacht habe, dass das Jahr 2023 schon genügend historisch herausragende Ereignisse mit sich gebracht habe und nun in einen besinnlichen Weihnachts-Modus übergehen würde, der habe sich schwer getäuscht. "Nicht mit mir!", höre man ganz laut das Jahr 2023 sagen, "ich habe da noch mehr im Köcher!" Nachdem die Renditen 10-jähriger Bundesanleihen bis Oktober auf die 3 Prozentmarke geklettert seien, folge nun ein jäher Absturz. So seien die Renditen in Erwartung möglicher Zinssenkungen der Notenbanken im nächsten Jahr bereits im November auf 2,5 Prozent zurückgegangen. Der Dezember habe nun allerdings nochmals Schwung in diese Bewegung gebracht und per gestern sei sogar die 2-Prozent-Marke unterschritten worden. Mithin seien die Renditen also in zwei Monaten um 1/3 ihres im Oktober noch erreichten Hochs abgeschmolzen.
Notenbankensitzungen würden für heftigen Marktumschwung sorgen
Doch warum würden die Renditen plötzlich einen so steilen Rückwärtsgang einlegen? Die Gründe seien in den jüngsten Notenbanksitzungen der US-amerikanischen Zentralbank (FED) und der Europäischen Notenbank (EZB) zu sehen. Beide hätten erkennen lassen, dass sie dem Rückgang der Inflationsraten nun mehr Vertrauen entgegenbringen würden und damit ein dementsprechendes Signal der Bereitschaft zu früheren Leitzinssenkungen gesendet. Gleichzeitig hätten sie sich bezüglich der Wirtschaftsentwicklung etwas skeptischer präsentiert. So erwarte die EZB nun nur noch ein Wachstum in der Eurozone von 0,8% für das Jahr 2024. Nach diesen Aussagen würden die Rentenmärkte nun bereits eine erste Leitzinssenkung in Europa im März nächsten Jahres einpreisen. Und seit diesem Stimmungsumschwung bei den Marktteilnehmern seien die Renditen immer weiter gefallen, so dass gestern die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen in der Spitze nur noch bei 1,94 Prozent notiert habe. Dass die Notenbanken einen solch kräftigen Umschwung der Erwartungen offensichtlich nicht hätten verursachen wollen, könne man erahnen, wenn man sich die Statements einzelner EZB-Vertreter in dieser Woche anschaue. Hier sei dann verbal eher wieder zurückgerudert worden. Beispielsweise hätten die vielen im ersten Halbjahr 2024 anstehenden Tarifabschlüsse Erwähnung gefunden, die zunächst beobachtet werden sollten, um abschließend über die weitere Entwicklung der Inflation urteilen zu können.
Skeptischer Konjunkturausblick und Jahresendrally
Der skeptischere Konjunkturausblick der Notenbanken sei durch die jüngsten Veröffentlichungen von Frühindikatoren untermauert worden. So habe sich der bekannte ifo-Index wieder schwächer gezeigt und auch die gerne als Frühindikator verwendeten Einkaufsmanagerindices der Eurozonen-Länder hätten nicht zu überzeugen gewusst. Trotzdem hätten die Aktienmärkte zum Jahresausklang nochmal eine Rally hingelegt. So sei der Deutsche Aktienindex DAX (ISIN: DE0008469008, WKN: 846900) auf ein neues Allzeithoch über 17.000 Punkte gestiegen und auch die US-Indices seien mit Blick auf die nun früher erwarteten Leitzinssenkungen haussiert. Per gestern habe der DAX ein Jahresergebnis von fast 20 Prozent ausweisen können, der US-amerikanische S&P 500 Index (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0) liege in Euro gerechnet sogar noch zwei Prozentpunkte darüber. Dank des Booms in der KI und damit der Kurse der beteiligten Firmen habe der Technologieindex NASDAQ 100 (ISIN: US6311011026, WKN: A0AE1X) in Euro gerechnet sogar um fast 50 Prozent zulegen und damit eines seiner besten Jahre hinlegen können. (22.12.2023/alc/a/a)
Renditen im freien Fall
Wer gedacht habe, dass das Jahr 2023 schon genügend historisch herausragende Ereignisse mit sich gebracht habe und nun in einen besinnlichen Weihnachts-Modus übergehen würde, der habe sich schwer getäuscht. "Nicht mit mir!", höre man ganz laut das Jahr 2023 sagen, "ich habe da noch mehr im Köcher!" Nachdem die Renditen 10-jähriger Bundesanleihen bis Oktober auf die 3 Prozentmarke geklettert seien, folge nun ein jäher Absturz. So seien die Renditen in Erwartung möglicher Zinssenkungen der Notenbanken im nächsten Jahr bereits im November auf 2,5 Prozent zurückgegangen. Der Dezember habe nun allerdings nochmals Schwung in diese Bewegung gebracht und per gestern sei sogar die 2-Prozent-Marke unterschritten worden. Mithin seien die Renditen also in zwei Monaten um 1/3 ihres im Oktober noch erreichten Hochs abgeschmolzen.
Doch warum würden die Renditen plötzlich einen so steilen Rückwärtsgang einlegen? Die Gründe seien in den jüngsten Notenbanksitzungen der US-amerikanischen Zentralbank (FED) und der Europäischen Notenbank (EZB) zu sehen. Beide hätten erkennen lassen, dass sie dem Rückgang der Inflationsraten nun mehr Vertrauen entgegenbringen würden und damit ein dementsprechendes Signal der Bereitschaft zu früheren Leitzinssenkungen gesendet. Gleichzeitig hätten sie sich bezüglich der Wirtschaftsentwicklung etwas skeptischer präsentiert. So erwarte die EZB nun nur noch ein Wachstum in der Eurozone von 0,8% für das Jahr 2024. Nach diesen Aussagen würden die Rentenmärkte nun bereits eine erste Leitzinssenkung in Europa im März nächsten Jahres einpreisen. Und seit diesem Stimmungsumschwung bei den Marktteilnehmern seien die Renditen immer weiter gefallen, so dass gestern die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen in der Spitze nur noch bei 1,94 Prozent notiert habe. Dass die Notenbanken einen solch kräftigen Umschwung der Erwartungen offensichtlich nicht hätten verursachen wollen, könne man erahnen, wenn man sich die Statements einzelner EZB-Vertreter in dieser Woche anschaue. Hier sei dann verbal eher wieder zurückgerudert worden. Beispielsweise hätten die vielen im ersten Halbjahr 2024 anstehenden Tarifabschlüsse Erwähnung gefunden, die zunächst beobachtet werden sollten, um abschließend über die weitere Entwicklung der Inflation urteilen zu können.
Skeptischer Konjunkturausblick und Jahresendrally
Der skeptischere Konjunkturausblick der Notenbanken sei durch die jüngsten Veröffentlichungen von Frühindikatoren untermauert worden. So habe sich der bekannte ifo-Index wieder schwächer gezeigt und auch die gerne als Frühindikator verwendeten Einkaufsmanagerindices der Eurozonen-Länder hätten nicht zu überzeugen gewusst. Trotzdem hätten die Aktienmärkte zum Jahresausklang nochmal eine Rally hingelegt. So sei der Deutsche Aktienindex DAX (ISIN: DE0008469008, WKN: 846900) auf ein neues Allzeithoch über 17.000 Punkte gestiegen und auch die US-Indices seien mit Blick auf die nun früher erwarteten Leitzinssenkungen haussiert. Per gestern habe der DAX ein Jahresergebnis von fast 20 Prozent ausweisen können, der US-amerikanische S&P 500 Index (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0) liege in Euro gerechnet sogar noch zwei Prozentpunkte darüber. Dank des Booms in der KI und damit der Kurse der beteiligten Firmen habe der Technologieindex NASDAQ 100 (ISIN: US6311011026, WKN: A0AE1X) in Euro gerechnet sogar um fast 50 Prozent zulegen und damit eines seiner besten Jahre hinlegen können. (22.12.2023/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 24.150,54 - | 24.066,7 - | 83,84 - | +0,35% | 01.01./00:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0008469008 | 846900 | 25.509 | 21.042 | |
Werte im Artikel



