Erweiterte Funktionen

Renditeanstieg legt Pause ein


16.03.12 09:46
BayernLB

München (www.anleihencheck.de) - Gestern konnten die Bund- und Treasury-Renditen ihre Renditeanstiegsbewegung der Vortage nicht fortsetzen, trotz guter US-Konjunkturdaten (Arbeitsmarkt besser, Empire State besser) und trotz weiter steigender Aktienkurse, so die Analysten der BayernLB.

Je nach Messzeitpunkt hätten sie +/-1 bis 2 BP um den Vortageswert gelegen. Die Freigabe des 28 Mrd. Euro Hilfspakets für Griechenland durch den IMF und der Troika-Bericht seien dagegen ohne Wirkung auf die Spreads gewesen. Die Auktion Frankreichs sei zufrieden stellend verlaufen. Spanien habe dagegen noch einmal die Renditen und Bid/Cover-Ratios gegenüber der letzten Auktion verbessern können. Heute würden die Renditen vermutlich wieder nach oben tendieren, getrieben von positiven Konjunkturdaten.

Der hohe Ölpreis belaste gerade die Februar-US-Inflation, u. a. auch gestern die Produzentenpreise, sodass man mit einem deutlichen Anstieg rechne. Auch die Jahresraten dürften erstmals wieder leicht steigen. Die Industrieproduktion profitiere vom gestiegenen Verarbeitenden Gewerbe, wie die Arbeitsmarktdaten suggerieren würden, nicht aber vom Energie-Sektor.

Der EZB-Monatsbericht gestern habe keine Überraschungen gebracht, lediglich eine Bestätigung der bereits bekannten Projektionen. Finnlands Liikanen habe gestern indirekt Weidmann widersprochen, indem er trotz etwas gestiegener Inflationsprognosen die Preisrisiken ausgeglichen sehe. Seine Zentralbank sehe im Monatsbericht sogar noch Raum für Zinssenkungen. Weidmann betone dagegen, dass die EZB bereits bei einem Anstieg der Inflation - wie auch immer er das gerade definiert - handeln sollte. Aber auch Liikanen habe explizit genannt, dass Instrumente für einen kontrollierten Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik bereitstünden.

Der Ende Mai ausscheidende EZB-Präsidiumsmitgliede Gonzalez-Paramo habe noch einmal die Bedeutung von enger wirtschaftlicher und fiskalischer "Union" der Mitgliedstaaten hervorgehoben, als Ausgleich für fehlende zentrale staatliche "Institutionen". Heute stehe die Rede von Gonzalez-Paramo um 11:00 Uhr an. (16.03.2012/alc/a/a)