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Razzia bei der Deutschen Lichtmiete: Staatsanwaltschaft ermittelt
10.12.21 11:30
FONDS professionell
Wien (www.anleihencheck.de) - Im Zuge staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen gegen den LED-Leuchten-Produzenten und Investmentanbieter Deutsche Lichtmiete kam es zu einer Razzia, so die Experten von "FONDS professionell".
Vier Verantwortliche würden des gemeinschaftlichen Betrugs verdächtigt. Die Kurse der Anleihen würden einbrechen.
Die Staatsanwaltschaft Oldenburg habe am Mittwoch (7.12.) Geschäftsräume der in Oldenburg ansässigen Unternehmensgruppe Deutsche Lichtmiete und Privaträume von vier Verantwortlichen durchsucht. Sie würden beschuldigt, auch dann noch Anlegergeld in dreistelliger Millionenhöhe eingeworben zu haben, als ihnen bereits klar gewesen sei, "dass das von ihnen betriebene lnvestorenmodell nicht tragfähig und ungeeignet war, um die Bezahlung der fälligen und künftig fälligen Forderungen der Anleger aus den Einnahmen der vermieteten technischen Einrichtungen zu generieren", habe die Staatsanwaltschaft nach der Razzia mitgeteilt.
Bei den "technischen Einrichtungen" handele es sich um LED-Beleuchtungssysteme, die das Unternehmen zur Miete anbiete. So würden Gewerbetreibende und öffentliche Einrichtungen hohe Investitionskosten und durch die höhere Energieeffizienz der LED-Technik auch bis zu 70 Prozent CO2-Emissionen einsparen können, werbe die Deutsche Lichtmiete.
Ab 2016 habe die Deutsche Lichtmiete Direktinvestments angeboten. Anleger hätten LED-Beleuchtungskörper erworben, die die Deutsche Lichtmiete zu fixen Konditionen gemietet habe, verbunden mit der Zusage, sie nach Laufzeitende zurückzukaufen. Seit 2018 habe das Unternehmen vier Anleihen begeben, die letzte noch Anfang dieses Jahres. Allein mit den Anleihen habe die Deutsche Lichtmiete 140 Millionen Euro eingesammelt. Die Kurse der börsennotierten Papiere seien regelrecht eingebrochen: Am Freitagmorgen (10.12.) hätten sie nur noch bei 6,5 bis 8,5 Prozent ihres Nominalwertes notiert.
In einer Unternehmensmitteilung vom Donnerstagabend (9.12.) bestätige Alexander Hahn, Vorstand der Deutschen Lichtmiete, die Hausdurchsuchung. "Die Deutsche Lichtmiete kooperiert vollumfänglich mit den ermittelnden Behörden", lasse er sich zitieren. "Wir werden im Interesse unserer Mitarbeiter, Investoren und der weiteren Beteiligten aktiv dazu beitragen, die Vorwürfe schnellstmöglich aufzuklären."
Marktbeobachter Stefan Loipfinger, der das Portal "Investmentcheck.de" betreibe, habe bereits im vergangenen Jahr bei einer Auswertung von Unterlagen zu einer 2018 vorgenommenen Kapitalerhöhung der Deutschen Lichtmiete eine systematische Mietunterdeckung festgestellt. Weil die Mieteinnahmen von Dritten in den Jahren 2016 und 2017 weniger als zehn Prozent der Mietzahlungsverpflichtungen gegenüber den Anlegern ausgemacht hätten, seien umfangreiche Querfinanzierungen zwischen Konzernunternehmen notwendig geworden, so Loipfinger. (10.12.2021/alc/a/a)
Vier Verantwortliche würden des gemeinschaftlichen Betrugs verdächtigt. Die Kurse der Anleihen würden einbrechen.
Die Staatsanwaltschaft Oldenburg habe am Mittwoch (7.12.) Geschäftsräume der in Oldenburg ansässigen Unternehmensgruppe Deutsche Lichtmiete und Privaträume von vier Verantwortlichen durchsucht. Sie würden beschuldigt, auch dann noch Anlegergeld in dreistelliger Millionenhöhe eingeworben zu haben, als ihnen bereits klar gewesen sei, "dass das von ihnen betriebene lnvestorenmodell nicht tragfähig und ungeeignet war, um die Bezahlung der fälligen und künftig fälligen Forderungen der Anleger aus den Einnahmen der vermieteten technischen Einrichtungen zu generieren", habe die Staatsanwaltschaft nach der Razzia mitgeteilt.
Ab 2016 habe die Deutsche Lichtmiete Direktinvestments angeboten. Anleger hätten LED-Beleuchtungskörper erworben, die die Deutsche Lichtmiete zu fixen Konditionen gemietet habe, verbunden mit der Zusage, sie nach Laufzeitende zurückzukaufen. Seit 2018 habe das Unternehmen vier Anleihen begeben, die letzte noch Anfang dieses Jahres. Allein mit den Anleihen habe die Deutsche Lichtmiete 140 Millionen Euro eingesammelt. Die Kurse der börsennotierten Papiere seien regelrecht eingebrochen: Am Freitagmorgen (10.12.) hätten sie nur noch bei 6,5 bis 8,5 Prozent ihres Nominalwertes notiert.
In einer Unternehmensmitteilung vom Donnerstagabend (9.12.) bestätige Alexander Hahn, Vorstand der Deutschen Lichtmiete, die Hausdurchsuchung. "Die Deutsche Lichtmiete kooperiert vollumfänglich mit den ermittelnden Behörden", lasse er sich zitieren. "Wir werden im Interesse unserer Mitarbeiter, Investoren und der weiteren Beteiligten aktiv dazu beitragen, die Vorwürfe schnellstmöglich aufzuklären."
Marktbeobachter Stefan Loipfinger, der das Portal "Investmentcheck.de" betreibe, habe bereits im vergangenen Jahr bei einer Auswertung von Unterlagen zu einer 2018 vorgenommenen Kapitalerhöhung der Deutschen Lichtmiete eine systematische Mietunterdeckung festgestellt. Weil die Mieteinnahmen von Dritten in den Jahren 2016 und 2017 weniger als zehn Prozent der Mietzahlungsverpflichtungen gegenüber den Anlegern ausgemacht hätten, seien umfangreiche Querfinanzierungen zwischen Konzernunternehmen notwendig geworden, so Loipfinger. (10.12.2021/alc/a/a)


