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Q1/2019-Ausblick für Unternehmensanleihen: Anfang einer neuen Ära mit höherer Volatilität


21.12.18 14:00
Robeco Deutschland

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Trotz unserer wiederholt geäußerten Sorge über die hohe Verschuldung von Unternehmen und eine zu große Risikobereitschaft reagieren die Unternehmensanleihemärkte erst jetzt allmählich auf die Verlangsamung der Weltwirtschaft, so die Experten von Robeco Deutschland.

Hinzu komme: Es werde offen über die nächste Rezession gesprochen.

Der Absturz von General Electric und die Vielzahl von zu hoch eingestuften Unternehmen mit BBB-Rating würden die für das zu Ende gehende Jahr prägende Fehlallokation von Kapital deutlich machen. Die beiden Leiter des Robeco-Teams für Unternehmensanleihen, Victor Verberk und Sander Bus, würden denken, dass 2019 einen Wendepunkt für die Märkte bringen werde.

Der Wendepunkt werde sich in zweierlei Hinsicht bemerkbar machen. "Wir gehen davon aus, dass die Fundamentaldaten 2019 wichtiger werden als technische Indikatoren. Bei Unternehmensanleihen herrscht bereits seit neun Monaten ein Bärenmarkt und der sollte normalerweise nicht länger als weitere sechs Monate dauern", erwarte Sander Bus. "Obwohl das Bewertungsniveau inzwischen günstiger ist, ist die gegenwärtige Korrektur noch nicht breit genug angelegt."

Verberk erwarte, dass die Notenbanken 2019 in der Geldpolitik einen anderen Kurs einschlagen würden. "Durch die Bilanzverkürzung der US-Notenbank Federal Reserve (FED), die Beendigung der Quantitative-Easing-Maßnahmen in Europa und durch höhere Kreditrisikoaufschläge haben sich die geldpolitischen Rahmenbedingungen inzwischen deutlich verschärft. Die Notenbanken werden ihren Kurs ändern und zu einer neutraleren Haltung übergehen müssen. Man sollte also nicht überrascht sein, wenn es im Zinserhöhungszyklus bald eine Pause geben wird." (Ausgabe vom 20.12.2018) (21.12.2018/alc/a/a)