Peugeot-Anleihe: Damit wechseln Anleger auf die Überholspur


11.06.12 14:59
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst Sven Krupp von Anleihencheck Research hält die Anleihe (ISIN FR0011233451 / WKN A1G3LV) von Peugeot für eine interessante Anlagealternative für den europäischen Corporate Bonds-Sektor.

Die Anleihe sei mit einem attraktiven Kupon von 5,625% ausgestattet, laufe noch bis zum 11.07.2017 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 EUR auf. Bei einem aktuellen Kurs von 100,36% biete die Anleihe eine jährliche Rendite von 5,56%. Das Rating für die Anleihe durch die Agentur Moody's laute "Ba1", was eine Stufe unter Investment-Grade-Bereich liege.

PSA zähle zu den führenden Automobilherstellern Europas. Die bekanntesten Marken, die unter dem Konzerndach vertrieben würden, seien Peugeot und Citroen. Der PSA-Konzern unterhalte aktuell Kooperationen mit BMW, Ford und Mitsubishi. Erst im Frühjahr 2012 sei eine Zusammenarbeit mit General Motors vereinbart worden, von der sich Peugeot und der Markt viel versprächen.

Im ersten Quartal 2012 sei es bei Peugeot zu einem Umsatzrückgang um 7% von 15,41 Mrd. Euro auf 14,29 Mrd. Euro gekommen. Dies sei vor allem auf eine schwache Entwicklung in Südeuropa zurückzuführen.

Für das Gesamtjahr 2012 gehe der Konzern von einer Marktkontraktion um 5% aus, wobei der Markt in Frankreich um 10% schrumpfen dürfte. Dagegen erwarte man klare Wachstumsraten in China, Lateinamerika und Russland. Die Konzernverbindlichkeiten sollten sich vor diesem Hintergrund deutlich reduzieren. Der Kostensenkungsplan im Volumen von 1 Mrd. Euro befinde sich zurzeit in der Umsetzung, während das Programm zum Verkauf von Assets im Volumen von 1,5 Mrd. Euro im ersten Quartal fast zur Hälfte habe abgeschlossen werden können.

Nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research sind die publizierten Zahlen wie erwartet schwach ausgefallen. An ihnen werde die zu geringe Positionierung des Automobilkonzerns in den wachstumsstarken Schwellenländern ersichtlich, um die schwächere Entwicklung in (Süd-)Europa zu kompensieren. Daher würden sie die zunehmende Internationalisierung des PSA-Konzerns begrüßen. Hier sei jedoch erst mittelfristig (ab 2013) mit nennenswerten positiven Effekten zu rechnen. Auch die Zusammenarbeit mit General Motors werde begrüßt. Im Zuge der Kooperation werde sich General Motors mit 7% an Peugeot beteiligen und damit der zweitgrößte Aktionär nach der Peugeot-Familie. Durch die Zusammenarbeit möchten die beiden Konzerne ihre Europa-Geschäfte wieder profitabel machen. Doch auch die Kooperation mit GM dürfte erst mittelfristig zu ersten Erfolgen führen. Somit dürfte 2012 ein Übergangsjahr für den französischen Automobilkonzern werden.

Das Eigenkapital per 31.12.2011 belaufe sich auf rund 14,5 Mrd. Euro, womit die Eigenkapitalquote bei gut 25% liege. 2012 dürfte zwar für die PSA-Gruppe aufgrund eines schwächer zu erwartenden europäischen Automobilmarktes herausfordernd werden, doch die zunehmende Internationalisierungsstrategie sowie die Kooperationen mit anderen Automobilkonzernen sollten mittelfristig zu einer stabilen Geschäftsentwicklung beitragen.

Auch der Anleihenmarkt scheine von der Strategie des PSA-Konzerns überzeugt zu sein. Immerhin notiere die o.a. Anleihe über Pari und der Handel in dem Papier sei hoch. Möglicherweise gelinge dem Konzern ein Upgrade auf Investment-Grade-Status, womit die Renditen für Peugeot-Anleihen weiter sinken dürften.

Die Analysten von Anleihencheck Research halten die o.a. Anleihe von Peugeot für eine interessante Alternative gegenüber anderen Unternehmensanleihen und das Ausfallrisiko erscheint trotz der schwachen Geschäftsentwicklung sehr gering. (Analyse vom 11.06.2012) (11.06.2012/alc/a/a)


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