Erweiterte Funktionen

Pattsituation im EZB-Rat?


13.10.23 10:45
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Bei ihrer Ratssitzung am 14. September hat die EZB die Leitzinsen nochmals um 25 Bp angehoben, dabei aber auch signalisiert, dass der Zenit wahrscheinlich erreicht sei, so die Analysten der DekaBank.

Das Leitmotiv ihrer Entscheidungen sei weiterhin der Wunsch der Notenbanker, die Inflation spätestens bis zum Jahr 2025 auf 2% zu begrenzen. Vor diesem Hintergrund dürfte die Unsicherheit über den mittelfristigen Inflationsausblick zu einer Pattsituation im EZB-Rat führen, die einerseits weitere Leitzinserhöhungen wenig wahrscheinlich mache, andererseits aber vorerst auch keine Senkungen zulasse.

Deren Beginn würden die Analysten erst in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres erwarten. Der Rückgang der Überschussreserven rufe weiterhin keine erkennbaren Spannungen im Bankensystem hervor, sodass die laufenden Refinanzierungsgeschäfte der EZB kaum in Anspruch genommen würden. Entsprechend sollten sich die €STR- und EURIBOR-Sätze vorerst weiterhin am Einlagensatz orientieren. In den kommenden Monaten dürfte sich die EZB verstärkt mit der operativen Ausgestaltung ihrer Geldmarktsteuerung befassen. (Ausgabe Oktober 2023) (13.10.2023/alc/a/a)