Notenbanken sammeln im Rahmen des CSPP 1,538 Mrd. EUR ein


15.08.17 08:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Nachdem sich die Aktivitäten der sechs für die Ankäufe im Rahmen des CSPP autorisierten nationalen Notenbanken zuletzt zwei Wochen in Folge in der Range von EUR 700 bis 800 Mio. bewegt und damit sehr deutlich unter dem wöchentlichen Durchschnitt gelegen hatten, wurden in der Vorwoche immerhin EUR 1,538 Mrd. eingesammelt, berichten die Analysten der Nord LB.

Als Vergleichswert dazu sei beispielsweise das Volumen des PSPP um knapp EUR 12 Mrd. auf EUR 1.671 Mrd. angehoben worden. Gestern Vormittag habe Deutschland EUR 1,4 Mrd. mit einer Durchschnittsrendite von -0,6963% an Geldmarkttiteln zugeteilt; Frankreich habe bis zu EUR 5,7 Mrd. in drei Laufzeiten angekündigt. Mitte der Woche würden dann Spanien und Portugal ebenfalls mit Bills um die Gunst der Anleger werben. Erst am 23. August werde sich dann die Finanzagentur wieder mit einer 10J Bundesanleihe (ISIN DE0001102424 / WKN 110242) zeigen, um 3 Milliarden einzusammeln. In Deutschland und Frankreich seien gut 15% der ausstehenden Papiere innerhalb eines Jahres fällig und eine fortlaufende Refinanzierung völlig problemlos möglich.

In Griechenland liege dieser Wert aktuell bei über 27 Prozent, und allein die Tragfähigkeit der Zinsen mache dort schon Sorgen. Insgesamt liege die Staatsverschuldung dort bei etwa EUR 330 Mrd. Griechenland habe dabei eine gewichtete Restlaufzeit seiner Papiere von fast 27 Jahren, während Deutschlands Durchschnittslaufzeit zwanzig Jahre kürzer liege. Erst im September sei allgemein wieder eine erhöhte Emissionstätigkeit zu erwarten. Größten Einfluss darauf werde aber die Kommunikation Mario Draghis auf der Konferenz am 23. oder ab 24. in Jackson Hole haben.

Beim Blick über den Atlantik erscheine der Gedanke, dass Schulden nicht bedient würden, ähnlich unwahrscheinlich wie in Deutschland. Die durchschnittliche Laufzeit der Staatspapiere sei dort noch etwas kürzer als die der Bundespapiere (knapp sechs Jahre), und gut ein Viertel der insgesamt fast USD 16.349 Mrd. stehe innerhalb eines Jahres aus. Inzwischen habe das erratische Verhalten Trumps aber dazu geführt, dass sich manche Investoren - zumindest kurzfristig - von US-Treasuries fernhalten würden. Die (Anpassung der) Verschuldungsgrenze in den USA (derzeit bei USD 19,8 Billionen) habe in den vergangenen Jahren immer wieder zu Verwerfungen geführt. Das Schatzamt der USA schulde am 2. Oktober beispielsweise USD 7 Mrd. an Zinsen, und angesichts des nicht auszuschließenden Risikos, dass die Schulden nicht bedient würden, seien tatsächlich schon Umschichtungen in spätere Fälligkeiten zu beobachten, die die Renditen der kürzer fristigen Papiere steigen lassen würden. (Ausgabe vom 14.08.2017) (15.08.2017/alc/a/a)




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