Notenbanken beherrschen die Finanzmärkte


03.11.16 12:38
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Das wird am 8. November bei der US-Präsidentschaftswahl eine ganz knappe Kiste werden, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Die jüngsten Umfragen würden auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hindeuten. Doch nur ein eindeutiger Sieg berge die Möglichkeit, das gespaltene Land wieder zu vereinen, und danach sehe es nicht aus. Beide Kandidaten würden nur von der Schwäche des anderen und nicht von den eigenen Stärken leben. Somit könne die Bevölkerung der USA nur zwischen Pest und Cholera wählen. Seit dem überraschenden Votum der Briten für einen Ausstieg aus der Europäischen Union am 23. Juni 2016 würden Börsianer nichts mehr für unmöglich halten - auch nicht einen unberechenbaren Präsidenten Donald Trump.

Für die Weltwirtschaft, so sei zu befürchten, würde ein US-Präsident Trump den Protektionismus wiederbeleben. Während die USA aufgrund ihres enormen Binnenmarktes von einer solchen Politik kurzfristig sogar profitieren könnten, würde eine exportorientierte Volkswirtschaft wie Deutschland sehr darunter leiden. Bei einem Wahlsieg von Trump gäbe es zumindest für die amerikanische Rohstoffindustrie einen Grund zum Jubeln, setze der republikanische Kandidat doch auf die alten Energieträger Kohle und Öl. Ebenso hoffe die Fracking-Industrie auf Trump, weil er der Branche weniger Auflagen in Aussicht gestellt habe. Seine Rivalin Hillary Clinton dagegen möchte die USA auch bei erneuerbaren Energien voranbringen.

Gemein sei beiden Kandidaten, dass sie im Falle eines Wahlsieges in Infrastruktur investieren möchten. Während hierbei Trump aber insbesondere den klassischen Straßenbau im Sinn habe, setze die demokratische Kandidatin verstärkt auf den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Kein Wunder also, dass die IT-Branche der USA nahezu ausnahmslos hinter Clinton stehe. Und die Baubranche, die wiederum von einem Wahlsieg Trumps profitieren könnte, würde als "alte Industrie" eher schlecht bezahlte Jobs schaffen.

Doch die Trendwende in der Geldpolitik werde kommen, so oder so - egal, wer Präsident/in werde. Denn bei den Notenbanken habe bereits ein Umdenken eingesetzt, das auf einen Einstieg in den Ausstieg aus der Nullzinspolitik hinauslaufen werde. Das Ausmaß und der Zeitpunkt der Entscheidungen dürften sich aber unterschiedlich gestalten - je nachdem, wer das Rennen mache.

Die Chefin der US-Notenbank FED, Janet Yellen, die bei einem Wahlsieg Clintons bleiben dürfte, habe bereits durchblicken lassen, dass die Leitzinsen nach der Wahl stärker erhöht werden könnten, als dies den Aktienmärkten lieb sein dürfte. Und auch die gestrige 8:2-Entscheidung die Zinsen unverändert zu belassen, lasse keine Zweifel aufkommen, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis die "Zins-Zügel" wieder angezogen würden.

Mache Trump das Rennen, dürfte eine Zinserhöhung heftiger ausfallen, allein schon deshalb, weil im Falle seiner Wahl mit einem Kapitalabfluss aus den USA und einer Schwächung des US-Dollar zu rechnen sei. Bis zur nächsten FED-Sitzung am 14. Dezember sei allerdings für die Mannen um die FED-Präsidentin noch genügend Zeit, um die dann notwendige geldpolitische Entscheidung zu treffen.

Die Skepsis gegenüber dem europäischen Schuldensünder Italien sei unter Anlegern ausgeprägter als gegenüber Griechenland. So würden Investoren laut einer Umfrage der Investmentberatung sentix einen Euro-Austritt Italiens für wahrscheinlicher als einen Grexit halten. Etwa jeder zehnte Investor von rund 1.000 Befragten gehe demnach davon aus, dass Italien in den nächsten zwölf Monaten aus dem Euroraum ausscheide.

Damit stehe die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone stärker im Blickpunkt der Finanzmärkte als das seit Jahren kriselnde Griechenland. Als Gründe würden die kritische Lage der italienischen Banken und die Unsicherheiten um das Verfassungsreferendum Anfang Dezember sowie das jahrelange konjunkturelle Siechtum genannt. Aber auch die seit Jahren angespannte Haushaltslage, die infolge der Flüchtlingskrise und der jüngsten Erdbebenschäden nicht kleiner geworden sei, trage zum politischen Widerspruch seitens des italienischen Ministerpräsidenten bei. Bereits jetzt hätten die italienischen Politiker im Parlament beschlossen, dass sie haushaltspolitisch sich nicht dem "Brüsseler Diktat" unterwerfen würden. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass bereits vor Jahren für Frankreich eine Ausnahmeregelung getroffen worden sei, die Italien jetzt für sich beanspruche.

Indessen plane Griechenland im kommenden Jahr wieder an die Finanzmärkte zurückzukehren, nachdem dies in jüngster Vergangenheit zweimal gescheitert sei. Diesmal halte der Chef des Euro-Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, eine Rückkehr Griechenlands sogar für möglich. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass Athen die wirtschaftlichen Reformen fortsetze, habe er gesagt. Athen habe bereits signalisiert, den Markt mit der Ausgabe von ein oder zwei kleineren Anleihen testen zu wollen. In diesem Zusammenhang werde es interessant sein zu beobachten, wie die EZB diese Anleihen beurteile.

In der vergangenen Handelswoche hätten sich viele Investoren von den als sicher geltenden Staatsanleihen getrennt und so zwischenzeitlich den Eindruck eines Ausverkaufs vermittelt. Insbesondere die Angst vor einem Kurswechsel der Notenbanken habe die Kurse fallen lassen. Gleichzeitig sei die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen deutschen Bundesanleihen am vergangenen Freitag kurzzeitig bis auf +0,213% angestiegen, um sich infolge zunehmender Marktverunsicherung nur drei Handelstage später wieder auf ein Niveau von +0,14% einzupendeln. Anfang Juli habe die Rendite für zehnjährige Bunds mit -0,181% noch einen Tiefpunkt markiert.

Sei es einerseits die nach dem gescheiterten CETA-Abkommen schwache Gemeinschaftswährung und andererseits das schlechte äußere Erscheinungsbild der 28 Staaten gewesen, so hätten auch die Andeutungen des EZB-Notenbanker Yves Mersch bezüglich der Nebenwirkungen der Niedrigzinspolitik dazu beigetragen, diesen Druck im Oktober zu erzeugen.

Eine Leitzinserhöhung seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) sei angesichts der niedrigen Inflation in Euroland noch reine Zukunftsmusik, obwohl die Teuerungsrate in Deutschland in den vergangenen beiden Monaten etwas gestiegen sei und auch in der Eurozone ein weiterer Anstieg der Verbraucherpreise erwartet werde. Die Gefahr einer weiteren Umschichtung raus aus Staatsanleihen, vor allem europäischen, sei also latent vorhanden. Auch wenn Investoren zu einem gewissen Grad weiterhin auf Investments in Staatsanleihen angewiesen sein würden.

Dennoch habe sich ein kleiner, aber nicht unbedeutender Meinungswechsel in Bezug auf deutsche Staatsanleihen eingestellt. So sei man bisher stets davon ausgegangen, dass jede Schwäche in Europa und insbesondere in der Eurozone Deutschland zum Vorteil gereiche. Doch inzwischen kristallisiere sich heraus, dass Investoren die Eurozone als Ganzes wahrnehmen und Deutschland in "Sippenhaft" nehmen würden. An diese neue Konstellation werde man sich erst noch gewöhnen müssen.

Bis zur nächsten geldpolitischen Sitzung des EZB-Rats müsse man sich zwar noch etwas gedulden (8. Dezember), aber schon in dieser Woche hätten viele Konsultationen führender Notenbanker u.a. der Bank of Japan (BoJ), der amerikanischen Notenbank (FED) und der Bank of England (BoE) die Handelsaktivitäten beeinflusst.

So habe die BoJ ihr Inflationsziel zum wiederholten Mal verschoben. Ungeachtet ihrer jahrelang betriebenen ultralockeren Geldpolitik, rechne die BoJ inzwischen damit, dass sich die Teuerungsrate frühestens Ende 2018, wahrscheinlich aber erst Anfang 2019 dem gesetzten Ziel von 2% nähern werde. Bisher sei die Zentralbank in Tokio davon ausgegangen, dass die Inflationsmarke von 2% Anfang 2017 erreicht werde. Im Grunde bescheinige sich die BoJ damit, dass ihre Geldpolitik einem Kampf gegen Windmühlen gleiche. Bereits seit Jahren versuche man mit massiven Anleihen-Ankäufen eine Belebung der Wirtschaft zu erreichen. Dies habe lediglich die Renditen der langlaufenden japanischen Staatsanleihen deutlich ins Minus gedrückt. Um diese Entwicklung zu bremsen, werde die BoJ künftig verstärkt Wertpapiere mit kürzeren Laufzeiten oder Indexfonds auf Aktien (ETFs) kaufen.

Welche Risiken Ankaufprogramme zuweilen in sich bergen würden, davon könne die EZB momentan ein "Liedchen" singen. Habe man bis vor kurzem noch Corporate Bonds des Düngemittelkonzerns K+S erworben, so stelle sich nun - nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit auf Ramschniveau - die Frage, wie man zukünftig mit diesen Altbeständen umgehen werde. Ein weiterer Ankauf dieser Gattungen sei allerdings nicht mehr möglich.

Bevor nun am heutigen Donnerstag der geldpolitische Ausschuss der BoE über das weitere Vorgehen beschließen und aufgrund der guten Wirtschaftsdaten wohl auf eine Zinssenkung verzichten werde, hätten gestern Abend die amerikanischen Währungshüter über ihre zukünftige geldpolitische Ausrichtung beraten. Nur "notorische Berufsoptimisten" hätten mit einer Zinsanhebung noch vor der US-Präsidentschaftswahl gerechnet. Doch diese würden jetzt wissen, dass sie sich zumindest bis zum 14. Dezember werden gedulden müssten. Ob es dann tatsächlich zu diesem Schritt kommen werde, hänge insbesondere vom Ausgang der US-Wahl am 8. November ab. Nur wenn sich der Rauch über dem politischen Schlachtfeld gelüftet haben sollte, werde die ins Auge gefasste geldpolitische Straffung umsetzbar sein.

Doch auch der Präsident der schweizerischen Notenbank (SNB) Jordan mache sich so seine Gedanken zur weiteren Geldpolitik. Seines Erachtens sei der Schweizer Franken immer noch überbewertet und daher sei man gewillt, die beiden Eckpfeiler "Negativzins" und "Devisenmarkt-Interventionen" einzusetzen.

Unterm Strich könne konstatiert werden, dass zwar jede Notenbank die Notwendigkeit eines Eingreifens sehe, aber sich die Stoßrichtungen der einzelnen Maßnahmen gänzlich unterscheiden würden. Und daran werde sich auch in den kommenden Wochen und Monaten nichts ändern.

Schrill würden die Warnungen vor einer dramatisch wachsenden Altersarmut klingen. Deutschland stehe vor einem beispiellosen Desaster bei den Renten, die Altersarmut sei für viele unausweichlich, würden es die "Deutschen Wirtschaftsnachrichten" zuspitzen. Diesen Alarmismus halte Andrea Nahles für falsch. Nachdem die Politik jahrzehntelang kein schlüssiges, nachhaltig angelegtes Rentenkonzept vorgelegt habe, versuche sich nun die amtierende Arbeitsministerin daran. Besser spät als nie, möge man sagen. Jedenfalls baue Nahles in aller Stille an einem Reformpaket, das noch im November vorgestellt werden solle. Bisher bekannt sei, dass der Gesetzentwurf für einen Ausbau der betrieblichen Altersversorgung höhere Fördersätze und ein "Sozialpartnermodell" vorsehe, das die Tarifparteien gestalten sollten. Damit könnten viele der bisher 13 Mio. Arbeitnehmer ohne Betriebsrente Zugang zu dieser Vorsorgemöglichkeit erhalten.

Wo Nahles die "Haltelinie" für das Rentenniveau ziehe, wolle sie Mitte November verkünden. Im Moment lägen die Renten bei 47,8% des Durchschnittslohns und dürften bis 2030 nicht unter 43% sinken. Danach gebe es keine Untergrenze mehr. Neuere Studien würden voraussagen, dass das Rentenniveau bis 2045 auf 41,6% sinken werde.

Nahles habe ein hehres Ziel: Mit einem neu gewichteten Mix aus gesetzlicher Rente und Eigenvorsorge sollten auskömmliche Altersbezüge auch für jene gesichert werden, die in den nächsten Jahrzehnten in den Ruhestand wechseln würden. Die betriebliche Altersvorsorge werde dafür kräftig ausgebaut, die Riester-Förderung verbessere.

Angesichts der strukturellen Schwächen in Deutschland, wo immer weniger arbeitende Menschen für immer mehr Rentner aufkommen müssten, erinnere dies an die Quadratur des Kreises. Auch die Zuwanderung könne dieses Phänomen nicht vollständig ausgleichen. Trotz eines zarten Trendwechsels bei den Neugeborenen sei die Geburtenrate immer noch zu gering, sodass die Bevölkerung kontinuierlich schrumpfe.

Die vergangenen Handelstage seien in verschiedenen Bundesländern feiertagsbedingt - Reformationstag sowie Allerheiligen - etwas ruhiger verlaufen und vereinzelt für eine Verschnaufpause genutzt worden. Diese sei dem einen oder anderen Akteur gerade recht gekommen, um Kraft für die noch offenen Herausforderungen in diesem Jahr zu sammeln.

Frisch gestärkt und voller Tatendrang habe sich der Telekommunikationsanbieter Verizon Communications am Markt gezeigt und einen Dreierpack an neuen Anleihen im Gesamtvolumen von 3,25 Mrd. Euro platziert. Bei der ersten Tranche handle es sich um eine 1 Mrd. Euro schwere Anleihe (ISIN XS1405767275 / WKN A188GN) mit Fälligkeit am 02.06.2022. Es würden jährliche Zinsen in Höhe von 0,50% an den Investor gezahlt. Der Ausgabepreis habe bei 99,858% und somit bei einem Emissionsspread von +50 Bps über Mid Swap gelegen.

Die zweite Anleihe (ISIN XS1405766897 / WKN A188GP) im Volumen von ebenfalls 1 Mrd. Euro sei mit einem Kupon von 0,875% ausgestattet und am 02.04.2025 fällig. Die Anleger hätten das Papier bei 99,429% erwerben können. Dies habe einem Aufschlag von +65 Bps über Mid Swap entsprochen. Den Hattrick an Bonds komplettiere eine 12-jährige Anleihe (ISIN XS1405766624 / WKN A188GQ) im Volumen von 1,25 Mrd. Euro. Zinsen in Höhe von 1,375% würden bis zum Laufzeitende am 02.11.2028 gezahlt.

Auch das US-amerikanische Pharmaunternehmen Merck & Co. habe sich am Primärmarkt blicken lassen und zwei Anleihen im Volumen von jeweils 500 Mio. Euro emittiert. Den Anfang mache eine 8-jährige Anleihe (ISIN XS1513055555 / WKN A188GG), welche dem Anleger einen jährlichen Kupon von 0,50% bis zur Endfälligkeit am 02.11.2024 zahle. Der Ausgabepreis sei bei 99,703% (+28 Bps über Mid Swap) fixiert worden.

Die zweite Tranche (ISIN XS1513062411 / WKN A188GH) biete 1,375% jährlich an Zinsen bis zum Ende der Laufzeit am 02.11.2036. Der Reoffer-Preis habe 50 Bps über Mid Swap gelegen, was einen Emissionspreis von 99,256% bedeutet habe. Alle bisher genannten Anleihen seien mit einem optionalen Kündigungsrecht zugunsten der Emittenten (Make-Whole-Option) sowie einer kleinsten handelbaren Einheit von 100.000 Euro ausgestattet, weshalb sie sich in erster Linie für institutionelle Anleger eignen würden.

Ganz zur Freude vieler Privatanleger habe Sixt eine 6-jährige Anleihe (ISIN DE000A2BPDU2 / WKN A2BPDU) im Volumen von 250 Mio. Euro mit einer Mindestanlagesumme von 1.000 Euro begeben. Sixt zahle eine jährliche Verzinsung in Höhe von 1,125% bis zum 02.11.2022. Die Anleihe sei zu einem Kurs von 99,059% und somit bei +120 Bps über Mid Swap emittiert worden.

Am 24. Oktober habe das Rentenbarometer (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) noch bei 164,54% notiert und im Laufe der vergangenen Handelswoche alle möglichen Unterstützungslinien gerissen, um im Tief bei 161,37% zum Stillstand zu kommen. Dank entsprechender Meldungen bezüglich der zukünftigen Notenbankpolitik rund um den Globus habe sich der Euro-Bund-Future von diesem Niveau entfernt und notiere aktuell bei ca. 162,40%.

Somit seien in der Spitze fast 50% des Verlustes wieder aufgeholt worden. Ob es sich allerdings um einen zwischenzeitlichen Rebound-Effekt handle oder mit diesem Handelsmuster nur die "Zittrigen" aus den Märkten vertrieben worden seien, würden die nächsten Wochen zeigen. Dennoch habe die atemberaubende Schnelligkeit dieser Marktbewegung den Investoren vor Augen geführt, wie anfällig die hochgezüchteten Finanzmärkte für solche Reaktionen seien. Sich immer nur auf die medizinische Abteilung (EZB) zu verlassen, habe nichts mit der Analyse von möglichen Marktentwicklungen zu tun. Wer sich immer nur auf andere verlasse, sei oftmals verlassen. Das gelte nicht nur im Privatleben, sondern auch an den Kapitalmärkten!

Charttechnisch habe sich eine erste Unterstützungslinie bei 161,37% herausgebildet. Sollte dieses Fangnetz reißen, so wäre die nächste Unterstützung erst im Bereich der psychologisch wichtigen Marke von 160% auszumachen. Doch der Blick dürfe nicht nur nach unten gerichtet werden, denn insbesondere aufgrund anstehender marktbeeinflussender Ereignisse sollte man auch die wichtigsten Widerstandslinien kennen. Der erste nennenswerte Widerstand verlaufe aktuell bei 162,92% (50%-Reaktion der vergangenen Handelswoche) und nach Überwinden dieses Bereichs wäre der Weg bis auf 164,77% frei.

Bei der zu erwartenden Volatilität sei es sinnvoll, erst ein Durchbrechen der äußeren Leitplanken zur Neupositionierung heranzuziehen. Ansonsten gelte das Motto: "Holzauge sei wachsam."

In dieser Handelswoche seien in den USA lediglich Geldmarktpapiere mit Laufzeiten von vier Wochen sowie drei und sechs Monaten offeriert worden. Insgesamt seien auf diesem Wege 133 Mrd. US-Dollar refinanziert worden.

In Euroland hingegen hätten am Primärmarkt bis zum Wochenschluss insgesamt vier Staaten (Deutschland, Frankreich, Irland und Spanien) Aktivitäten angekündigt. So sei am gestrigen Mittwoch die aktuelle 10-jährige Anleihe (ISIN DE0001102408 / WKN 110240) der Bundesrepublik Deutschland um 3 Mrd. Euro auf insgesamt 22 Mrd. Euro aufgestockt worden, wobei die Nachfrage größer als das Angebot gewesen sei. Die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von 0,12% erfolgt.

Am heutigen Donnerstag sollten insgesamt ca. 13 Mrd. Euro durch die Erhöhung der bisherigen Emissionsvolumina von Altemissionen Frankreichs (ISIN FR0013200813 / WKN A1VQ1A, 2026; ISIN FR0013154044 / WKN A18Z4K, 2036), Irlands (ISIN IE00BJ38CR43 / WKN A1ZR7B, 2030) und Spaniens (ISIN ES00000128B8 / WKN A18YPG, 2021; ISIN ES00000128H5 / WKN A1VQCB, 2026; ISIN ES00000127A2 / WKN A1ZXQ6, 2030; ISIN ES00000126A4 / WKN A1ZJHS, 2024) eingenommen werden.

Halloween sei für dieses Jahr bereits vorbei und somit habe das Gruseln ein Ende. Dies scheine sich auch auf die europäische Gemeinschaftswährung auszuwirken, denn mit Ablauf des Gruselmonats Oktober schlage der Eurokurs nach einer längeren Schwächephase wieder die andere Richtung ein.

So habe es für den Euro im Oktober nur "Saures" gegeben und die Folge sei ein Sieben-Monats-Tief bei 1,0851 US-Dollar gewesen. Der neue Monat November habe für die Einheitswährung hingegen bisher nur "Süßes" zu bieten. Von seinem Oktober-Tief in der vergangenen Woche habe sich der Euro inzwischen deutlich entfernen können und notiere aktuell wieder über der Marke von 1,11 US-Dollar. Rückenwind habe die Währung Eurolands insbesondere aufgrund der zunehmenden Wahlunsicherheit in den USA erhalten. Ein möglicher Sieg von Donald Trump sorge für gespenstische Verunsicherung an den Märkten und laste auf dem US-Dollar.

Im Hinblick auf die US-Wahl sei der Mexikanische Peso (MXN) zu einer Art Stimmungsindikator geworden. Die jüngsten Umfragen würden einen Anstieg Trumps in der Wählergunst zeigen und so sei die mexikanische Währung stärker unter Druck gekommen. Sie habe zum US-Dollar verloren und kurzzeitig oberhalb der Marke von 19,50 MXN notiert, nachdem er in der Woche zuvor noch bei Kursen von 18,50 MXN gehandelt worden sei. Zum Euro sei er innerhalb der Berichtswoche von 20,10 MXN auf ein neues Monatstief bei 21,7096 MXN gefallen.

Dementsprechend seien in diesen Währungsanleihen höhere Handelsaktivitäten zu erkennen gewesen. Darüber hinaus hätten Bonds lautend auf Südafrikanische Rand, Türkische Lira sowie Brasilianische Real im Fokus der Privatanleger gestanden.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (03.11.2016/alc/a/a)





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